Exklusive Bewerbungsfotos

Wer eine Ausbildung beendet und den Wohnort wechselt sollte sich bewerben. Wer sich bewirbt braucht meistens auch ein Foto.
So ging es mir auch. Letzten November.

Fotograf gesucht und gefunden. Die Website war vielversprechend, die gezeigten Referenzen überzeugend. Das Shooting seriös. Hat auch Spaß gemacht. Die Profis haben schon ihre Tricks wie sie ein ungezwungenes Lächeln und strahlende Augen bei Laien festhalten.

Für die Auswahl des optimalen Bildes und Bildausschnitts bekam ich dann auch Vorabdrucke gegen Bezahlung der gemeinsamen Stunde im Studio. Das waren etwa 40 Euro. Bestellung der tatsächlichen Abzüge ging telefonisch. Bis hier alles also alles super. Bilder für die Bewerbungen bestellt.
Bei Abholung dann nach der Bilddatei für Onlinebewerbungen gefragt. Als Antwort erhalten, dass sie keine Orginaldateien rausgibt sondern nur in geringer Auslösung und Größe. Darauf verzichtet, da ich an die meist eher altmodischen, konservativen Krankenhäuser die Bewerbung mit der gelben, statt der elektronischen Post verschicken wollte. Ärgerlich war es trotzdem und die 6 Abzüge haben schließlich auch wieder etwa 35 Euro gekostet.

Letzten Mittwoch kristallisierte sich dann heraus, dass eine meiner Papierbewerbungen, inklusive sündhaft teurem Foto, wohl auf dem Postweg verloren gegangen oder in der Bürokratie eines eher kleinen Krankenhauses verschwunden sein muss. Empfehlung der Personalabteilung:

Schicken Sie uns Ihre Unterlagen doch einfach per Email.

Okay. Werde ich also fortschrittlich. Tauche ich noch weiter in die Digitalisierung meiner Persönlichkeit ein Vermarkte mich jetzt auch via Internet. Zeugnisse kann man einscannen lassen, udn das Bild kann mir die Fotografin ja dann doch noch schicken.
Teil 1 war unproblematisch. Alles digitalisiert. Das Bild macht dann jetzt doch Ärger:

Ich wähle die Nummer der Visitenkarte. Am Telefon meldet sich eine Frauenstimme mit dem einfachen Wort „Hallo“.
Das Gespräch verlief dann so, dass ich um die verkleinerte Bilddatei gebeten habe und direkt mit den Worten: Das ist eine Nachbestellung, kostet 20,40 Euro außer Gefecht gesetzt wurde. Sie bemerkte mein Zögern und meinte

Ich kann Sie dann ja nicht mehr daran hindern das Bild beliebig oft zu vervielfältigen.

Die Nachfrage, ob es sich denn bei diesem Presi dann um die Datei in Orginalgröße handelt behielt ich für mich. Statt dessen gab ich mich geschlagen und bedanke mich, wollte auflegen. Dann pampte diese Dame mich durch die Leitung an:

Sie dürfen das Bild nicht einscannen. Wenn ich das irgendwo im Internet finde, dann werde ich das ahnden lassen. Das ist schon mehrfach vorgekommen.

Für mich steht fest: Bevor ich DA nocheinmal Abzüge von diesen eigentlich guten Bildern machen lasse, investiere ich lieber ein wenig Zeit und Geld in ein simples Fotogeschäft. Da wäre mir im Zweifel sogar egal wenn sich der vermeidliche Künstler die Rechte an seinen Bildern vollkommen behält. Doch genau das tun sie nicht.

Für 20 Euro kann ich ein ähnliches Bild auch von einem anderen Fotografen machen lassen. Da sind dann 6 Abzüge direkt inklusive und für 2 bis 5 Euro Aufpreis erhält man eine CD mit allen Originaldateien.

Da lasse ich dann auch gerne zusätzliche Abzüge anfertigen sollte ich mehr Bilder brauchen.

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