Shopping-Zweifel

Es gibt Leute, die haben einfach einen eigenen Stil, den ich sehr bewundere. „Mein Urmel“ ist eine davon.
Egal, ob sie Jeans und ein Bluna-Shirt trägt, oder ein tolles Kleid, weil sie zu einer Hochzeit eingeladen ist: Sie ist immer sie und es sieht immer schön aus.
Das war schon immer so.

Bei mir ist das anders.
Ich habe kein Gefühl für Mode.
„Sicher“ fühle ich mich mit blauer oder schwarzer Jeans und einfarbigem Shirt. Vorzugsweise schwarz.

Tatsächlich finde ich das aber inzwischen langweilig und irgendwie auch nicht mehr „passend“.
Ich liebe, zumindest an anderen, Röcke, Blusen, Kleider und alles, was irgendwie zart und „schön“ aussieht.

Letztes Jahr habe ich mir dann ein Kleid gekauft. Überwiegend Blau und grün. Von Desigual. Zart ist das definitiv nicht. Eher sportlich… aber ich mag es und trage es viel zu selten.

Im Frühling hab ich mir dann noch 3 Röcke gekauft:

  • ein knielanger Rock aus schwarzem, weichen Stoff mit vielen kleinen weißen Punkten
  • ein bodenlanger, blauer Baumwoll-Stufenrock
  • den gleichen Rock in weiß

Die letzten beiden gehen schon sehr in die Richtung „zart und schön“. Und ich liebe sie und fühle mich darin pudelwohl.

Jetzt im Sommer kamen wieder 2 etwa knielange Varianten dazu :

  • ausgestellt, schwarz, mit Häkelspitze am Unterrock
  • beige, gerade geschnitten

(Fast) Alles einfarbig. Ich will etwas mit Muster!

Und genau um diesen Versuch, soll es hier nach laaaaaanger Vorrede gehen:

Mein Versuch Sachen zu kaufen, die eben nicht einfarbig sind.

Kommen wir zu Kleid Nr. 1 – das VoKuHiLa-Kleid.

VoKuHiLa-Kleid mit Vogeldruck

VoKuHiLa-Kleid mit Vogeldruck

Ich bin mir bei diesem Kleid sehr unsicher. Ich glaube, dass es gut aussehen würde, wenn ich einen mintgrünen oder rosafarbenen Gürtel auf Höhe der „Raffung“ tragen würde. Hab ich aber nicht…

Vorne mit "Wickeltechnik"

Vorne mit „Wickeltechnik“ im unteren Bereich mit Klumpknieen

Zur Haarlänge finde ich es merkwürdig...

Zur Haarlänge finde ich es merkwürdig…

Kleid Nr. 2, das bodenlange „Ohne-BH-Kleid“.

Bodenlanger Traum oder Albtraum?

Bodenlanger Traum oder Albtraum?

EIGENTLICH mag ich das Kleid. Es fühlt sich gut an. Angezogen und trotzdem luftig. Und ich mag bodenlange Sachen. Ist bei meinen Stufenröcken ja auch so.

Aber macht mich das nicht noch kleiner, als ich ohnehin schon bin?

Und irgendwie ist der Schnitt auch so „umstandsmode“. Erstmal wirkt es von der Seite so, als hätte ich gar keine Brust mehr. Statt dessen jede Menge Bauch.

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Nur zu welchen Anlässen trägt man so ein Kleid? Doch nicht zum Einkaufen beim Metzger oder zum Essen beim Italiener, oder? Und nachmittags mit Freundinnen ins Café ist jetzt nicht gerade eine regelmäßige Beschäftigung…

Mal die Frisur im Detail...

Mal die Frisur im Detail… ich bin ja so froh, wenn die dunklen Spitzen irgendwann mal weg sind!

Nr. 3 ist kein Kleid sondern eher ein Rock und irgendwie auch ein Shirt.

Mir ist da etwas aufgefallen...

Irgendwie wirken meine Beine hier noch kürzer und der Oberkörper noch länger…

Um mal etwas anderes zu haben, musste eben auch dieses „Lagentop“ anreisen. Dunkelblau und eben einige Details in Weiß.

ABER:

Wie bitte wäscht man sowas?
Ich habe Sorge, dass der weiße Teil irgendwann hellblau verfärbt ist und ich das Ding immer einzeln beziehungsweise von Hand waschen muss.
Ehrlich gesagt habe ich darauf keine Lust.

Außerdem sehen die verspielten Details am Ausschnitt zwar hübsch aus, irritieren mich aber doch irgendwie, weil sie irgendwie „nutzlos“ sind…

Verspielte Details am Ausschnitt

Verspielte Details am Ausschnitt mit unlogischen Knöpfen

Und wie bitte sehen diese Strippen wohl in Bewegung aus? Diese 4 Dinger da schwingen dann immer von der einen zur anderen Seite…

Da schwingt doch was...

Da schwingt doch was…

 

Kurz: Ich weiß wirklich nicht ob ich etwas – und wenn ja was – davon behalte.

In solchen Situationen wünsche ich mir ein Vermögen und Shopping- bzw. Stilberater. Wollt ihr nicht vielleicht zumindest die letzten beiden Punkte einmal versuchen?

Ich bin mir wirklich sehr, sehr unsicher…

8 Gedanken zu „Shopping-Zweifel

  1. Ganz ehrlich? Ich würde von den dreien keines behalten, irgendwie … irgendwie scheinen die nicht richtig zu sein.
    Das erste finde ich zu „unsere kleine Farm“. Das zweite finde ich insgesamt scheußlich. Und das dritte macht dich tatsächlich irgendwie stumpig plus irre länger Oberkörper, das ist schade.

    Sorry…. :/
    Simone

  2. Ich würde mich zwar als Shoppingnulpe bezeichen, aber was ich bei uns kleineren Menschlein immer unpassend finde sind wadenlange Röcke und Kleider.
    Ich finde nämlich auch, dass man damit kleiner wirkt. Entweder dürfen die Teile bis zum Boden langen, oder sollten auf Kniehöhe spätestens enden, höchstens geradeso kniebedeckend.
    Mit dem Schwangerschaftsschnitt tue ich mich im übrigen auch schwer, aber wie gesagt…..Shoppingnulpe und so. ;o)

    Mit verspielten Mustern tue ich mich auch schwer, mit etwas graphischem kann ich mich leichter anfreunden. Vielleicht ist das ja auch Dein Übergangsweg zu nicht mehr nur uni.

  3. Ich würde ehrlich gesagt auch davon nichts behalten. Ich finde, alle Kleidungsstücke tun für dich irgendwie nichts. Die Muster an sich find ich sehr schön und passend. Wie wirken die Sachen denn mit passenden Schuhen dazu? Ich finde, dass macht optisch auch immernoch nen Unterschied.

    • Ähm ja… Schuhe. ich habe zwar viele, aber ich wüsste jetzt nicht, was jeweils „die passenden“ wären. Und vermutlich hätte ich die auch gar nicht, weil meine Schuhe glaube ich auch eher „komisch zusammengestellt“ sind…

  4. Bin gerade über Deine Blog-Eintrag-Frage gestolpert, daher hier unbekannterweise meine zwei Pfennig Kaufberatung: Zum ersten Kleid würde wirklich ein Gürtel in Farben, die auch im Kleid vorkommen, passen! Dadurch bekommt man dann auch mehr Taille und Struktur in das lockere Kleid . Vllt. im Sommer mit einem weißen Blazer und oder Bluse zum Eisessen?
    Kleid 2: Strand/Schwimmbadkleid. Zum Schnitt stimme den restlichen Meinungen zu.
    Und beim Outfit No. 3 stimme ich mit Dir überein, zu viele Details am Shirt sind manchmal anstrengend. Ich kaufe mir auch fast immer nur uni-farbene Shirts. Den Rock finde ich aber ganz cool, weil er so schön kurz über die Knie geht und trotzdem so sommerlich ist. Aber eher mit einem kürzeren Shirt oder mit Gürtel tragbar. Ich finde es manchmal schwierig, Kleider/Röcke zu finden, die (wie man so schön sagt) knieumspielend sind, mit denen man sich hinsetzen, Fahrrad fahren und ins Büro gehen kann :).

  5. Ich bin auch von keinem der Teile überzeugt. versuchen wir mal zu begründen, da nur „nö, mag ich nicht“ ja so wenig weiter hilft:

    Rocklängen: knielange und kniebedeckende Rocklängen stauchen enorm. Nur wer sehr groß ist und/oder sehr lange Beine hat, kann diese Länge vorteilhaft tragen, sonst staucht es die Proportion und die Körpergröße. Für dich wären also kürzere Röcke besser (so eine handbreit überm Knie sollten die schon enden, vielleicht auch kürzer, dafür dürfen die dann gern hoch in der Taille sitzen), oder Bodenlänge.

    Damit sind wir auch schon beim zweiten Punkt: Taillenhöhe. Um deine Beine länger zu machen, sollte die Rocktaille schön hoch sitzen, der Rock danach darf gern A-förmig fallen. Ein bisschen Pettycoatlike. 🙂 Ein schöner Gürtel um die Taille hilft da, da warst du schon ganz richtig. Oder ein schmaler Bleistiftrock, der dich kurvig macht, ist aber glaube ich so gar, gar, gar nicht dein Look. Auf jeden Fall kein gerade Schnitt. Gerade geht für dich bei Jeansminis denke ich ganz gut. Würde dann auch sportlich und mädchenhaft sein. Kann ich mir gut an dir vorstellen. Aber muss man mögen. Oder eben nicht. 😉
    Bei deinem letzten Look ist die „Taille“ ja sehr niedrig, dadurch, dass du das Oberteil über dem Rock trägst und es eine Querlinie auf Hüfthöhe gibt.
    Das Hippiekleid/“ohne-BH-Kleid“ müsste einfach am Oberkörper enger sein und erst ab Taille locker fallen, dann würde das toll aussehen. Evtl kannst du da was mit einem, sehr breiten, braunen Gürtel retten.

    Grundsätzlich also:
    Röcke bodenlang oder deutlich kürzer als Knielänge, gern ausgestellt/A-förmig/schwingend, nicht hängend. Hohe Taille.
    Oberteile dazu dann immer schmal. Weit und weit macht so gut wie immer bollerig.
    Achte darauf, wo du deinen Körper „querteilst“. Bei Hosen stehen dir vermutlich normale T-Shirt-Schnitte besser, bei denen man den Gürtel sieht., keine Longshirts. Bei Röcken und Kleidern wie gesagt, hohe Taille.
    Empiretaillen bzw. taillenlose Schnitte (wie beim Hippikleid) haben imme ein bisschen was von Umstandsmode. Das sind tolle Schnitte, um damit luftig am Strand zu flanieren, wenn der WInd die Körperkontur durchdrückt. Deswegen sehen solche Kleider auf Fotos dann so toll aus. 🙂 Wenn man einfach nur in ihnen steht, ziehen sie eben sehr nach unten, hängen.
    Du hast eine sueprtolle Figur und die Kleidung, die du dir rausgesucht hast ist einfach auch etwas zu weit im Ganzen. Du kannst super enge Oberteile tragen, enge Hosen. Du bist ja schmal, das darf man ruhig sehen und das streckt dich dann auch.
    Du bist ja auch schnell in der „klein und süß“-Ecke. Finde ich auch immer wieder hübsch. Enge Jeans und eine (höchstens hosenbundlange!) Spitzenbluse wäre auch toll, muss ja nix derbe gerüschtes sein. Weißes Oberteil und blaue Jeans ist immer toll. Irgendein Gürtel dazu und fertig.

    Hach, ich mag Mode. 🙂 Hoffe, dir geholfen zu haben.
    Ich brauche mehr Zeit! dann könnten wir einfach mal zusammen einkaufen gehen. 🙂

    Ganz liebe Grüße, von einer, die gern Longpullis trägt, weil die ersten kleiner machen und zweitens es dann am Rücken nicht zieht. 😉
    Heike

    • Ich bin definitiv zu klein… wobei ich so ganz lange Röcke ja auch sehr mag. Hab mir ja erst im Frühjahr 2 gekauft. Nur der Froschkönig findet sie doof. Er hat da einen ganz doofen, unschmeichelhaften Vergleich.

      Mit Sachen, die schon in der Taille sitzen, konnte ich mich bisher irgendwie noch so gar nicht anfreunden. Ich trage ja auch meistens wirklich „sehr hüftige“ Hüfthosen. Inzwischen auch noch im vollen Bewusstsein, dass meine Beine dadurch kürzer, und mein eigentlich wohlproportionierter Hintern breiter wirken.

      Ich mag ja auch sehr gerne Sachen, die eben noch bis Mitte Po gehen, weil es dann die Nieren schön warm hält. Bin doch so eine Frostbeule… aber vielleicht ist es ja eine Alternative, Sachen öfters mal in die Hose zu stecken…

      Vielen, vielen Dank für dein ausführliches Feedback! Dich würd‘ ich wirklich gerne mal als Einkaufsberaterin mitnehmen 😉

  6. Und hier ein Kommentar von meiner Wenigkeit, die gerade über diesen Blog gestolpert ist — und zwar zum Kleid Nr. 2 (bodenlanges “Ohne-BH-Kleid”)

    > Aber macht mich das nicht noch kleiner, als ich ohnehin schon bin?
    Also gerade richtig für Gelegenheiten, an denen du edel wirken willst, aber nicht under dem Druck steht, eine „große Nummer“ abgeben zu müssen.
    Geringe Körpergröße kann man auch durch eine Kopfbedeckung „aufbessern“, Es gibt eine breite Palette vom klasseischen Sommerhut, bis zum orientalisch angehauchten Turban (mit eingewickelten Haaren).
    Bei diesem Kleid muss ich allerdings noch loswerden, dass man auch ein silbergraues oder dunkelrotes Gürtelband (Schärpe, Schal) umbinden kann. Dann sieht die ganze Geschichte plötzlich schön schlank aus. Je nach der aktuellen Umgebung kannst du dann das Gürtelband um den Hals oder um die Taille binden.
    Gürtelband und Kopfbedeckung bzw. sonstige Elemente sollten farblich einigermaßen zusammen passen.

    > Und irgendwie ist der Schnitt auch so “Umstandsmode”.
    Na und? Genau das kann „unter Umständen“ sogar ganz vorteilhaft sein, wenn man ganz nobel wirken will, aber möglichst nicht von sämtlichen Leuten angebaggert werden möchte.

    > Erstmal wirkt es von der Seite so, als hätte ich gar keine Brust mehr. Ja, das ist richtig. Aber genau DAS ist hierbei der feminine Kick: dass das nämlich auch ohne die Betonung der klassischen Körperstellen (90-60-90) rattenscharf rüberkommt.
    Jetzt musst du noch überlegen, in welchem Chakra (Körperbereich) du hauptsächlich „zu Hause“ bist und welche Rolle der Bauch für dich in spiritueller Sicht spielen kann und soll. Alles hat ja seine Berechtigung.
    Dieses Kleid würde ich in deinem Fall vor allem dann anziehen, wenn ich mich wohl (authentisch) fühlen will und wenn ich auf Leute einen gewissen Eindruck machen will, ohne im Klischeehaften Sinn „sexy“ zu wirken.

    > Nur zu welchen Anlässen trägt man so ein Kleid?
    Alle möglichen Anlässe, die dafür einigermaßen passend erscheinen — also eigentlich alles mögliche außer Klettertour, Schlammschlacht, Motorradfahrt etc. 🙂
    Diese Frage „Zu welchen Anlässen trägt man so etwas?“ ist weit verbreitet, aber z.B. nach Karl Lagerfeld völlig sinnlos.
    So heißt es ja „Stilberatung“ und nicht „Modeberatung“. STIL ist alles, was zum persönlichen Konzept passt, aber MODE ist ein jeweiliger Trend, der nicht unbedingt so sehr zur eigenen Persönlichkeit (Gewohnheiten, Bedarf, Lebensgefühl) passt, dass man sich damit wirklich wohl fühlt.
    Wenn dir das Kleid sehr gut gefällt und wenn du dich damit rundum wohl fühlst, dann vergiss lieber alle Zweifel und stell dich am besten schon jetzt auf einige neidische Blicke und unbeholfene Kommentare ein, die du aber als Kompimente verbuchen darfst.

    > Doch nicht zum Einkaufen beim Metzger oder zum Essen beim Italiener, oder?
    Wieso nicht?? Als Frau hast du sowieso die ganze Palette an stilistischen Varianten.

    > Ich mag ja auch sehr gerne Sachen, die eben noch bis Mitte Po gehen, weil es dann die Nieren schön warm hält.
    Dafür gibt es z.B. Rollovers: http://www.kindl.co.at/roll01.html
    Die Dinger sind superpraktisch und fühlen sich gut an.

    Cheers! 🙂

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