Aus aktuellem Anlass: Gelassenheit

Gestern habe ich etwas gehört, dass mich wirklich sehr verstört hat. Oder woraufhin ich wütend wurde? Es folgte auf jeden Fall eine ausgeprägte, emotionale „Reaktion“ meinerseits.

Im Verlauf des Tages, habe ich darüber dann immer wieder nachgedacht und irgendwann kam mir das Gelassenheitsgebet in den Sinn.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Typischer Psychokrempel.
Egal.
Passt gut.

Gelassenheit ist etwas, das ich definitiv immer wieder übe. Besonders in Konfliktsituationen.
Mit etwas zeitlicher bzw. insbesondere situativer Distanz gelingt es mir inzwischen auch fast immer Gelassenheit zu erlangen. In der Situation selbst bin ich da aktuell eher ein impulsiver Typ und mein erster Impuls in der genannten (und bewusst nicht beschriebenen) Situation war Wut. Eindeutig.

Ob es jetzt weise ist oder nicht, was diese Situation angeht versuche ich mich jetzt erstmal in Gelassenheit. Ich glaube, dass ich es zumindest für mich ändern könnte, nur wäre mir der Preis dafür zu hoch. Eine Änderung würde zu viele weitere Änderungen mit sich ziehen, die ich nicht möchte. Der Rest gefällt mir gerade gut, so wie er ist.

Kompromisse sind wahrscheinlich nicht das, was das Gelassenheitsgebet vorsieht. Was meine Bedürfnisse angeht, sind Kompromisse für mich allerdings eine gute Strategie. Nicht jedes Bedürfnis muss jetzt sofort erfüllt werden, manche sind allein mit der Aussicht auf „Befriedigung“ schon deutlich weniger drängend.

Ein Gedanke zu „Aus aktuellem Anlass: Gelassenheit

  1. Hallo Andrea,

    ich glaube, man könnte das Gebet auch zu „nicht ändern kann oder wirklich nicht ändern will“ erweitern. Weil ganz ehrlich: Man hat fast immer die Wahl alles umzuschmeißen und was anderes zu machen – das will man nur meistens nicht oder noch nicht. Mir hilft diese Möglichkeit sehr gelassener mit Situationen umzugehen, weil ich mich in dem Moment nochmal bewusst für das entscheide, was gerade ist, auch wenn es auf den ersten Blick doof aussieht.

    Bei arg heftigen Reaktionen schaue ich für mich, was genau mich an der Sache stört und beginne damit meinen Frieden zu machen. Das dauert teilweise sehr, sehr lang, aber anders geht es oft nicht. Die allermeisten anderen Menschen kann ich schließlich nicht ändern und allen kann ich auch nicht aus dem Weg gehen. Das heißt nicht, dass ich akzeptiere, was die machen, aber zu einem gewissen Grad kann ich es eben tolerieren. Es ist ja nichts für immer.

    Liebe Grüße,
    Katja

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