Projekt „Gothic Friday“ – Juli: Krähen in schwarzen Spiralen

Symbol und Sinnbild – dieses Thema geben Robert und ShanDark diesen Monat für den GothicFriday vor.

In meinem Blogeintrag soll ich also nun diesen Monat versuchen, ein Symbol zu erläutern, das für mich eine bestimmte Bedeutung hat, oder eine allgemein bekannte Bedeutung, die der Grund dafür sein könnte, dass ausgerechnet dieses Symbol mich anzieht.

Schon die Farbe schwarz könnte ein solches Symbol sein. Ist es für mich jedoch nicht. Ich bin ein nachdenklicher Mensch, teilweise auch melancholisch, werde von vielen als sehr „ernst“ beschrieben. Aber für mich drückt sich dies nicht in der Farbe meiner Kleidung aus, sondern ist Bestandteil meiner Persönlichkeit. Auch wenn ich blaue Jeans, ein rotes Feinrippshirt oder sogar einen pinken Faltenrock oder trage bin ich dieser Mensch.
Und doch trage ich oft und gerne schwarz, weil ich es schön finde. Dazu auch noch praktisch. Passt immer, verfärbt nicht in der Waschmaschine.
Kein Symbolcharakter für mich.

Pentagramme, Thorhammer, Keltische Kreuze, … mit all dem habe ich mich zwar beschäftigt, bin  aber wohl insgesamt zu wenig religiös und spirituell, als dass ich mir ein solches Symbol auf die Fahne schreiben würde.

Aber ich mag Spiralen. Dieses irgendwie vollkommen runde, und dennoch irgendwie interessante, spannungsvolle. Sie hat einen Anfang und ein Ende, die Länge ist aber nicht einfach zu sehen. Und sie hat etwas dramatisches. Die immer engeren Windungen und doch berühren sich die einzelnen Linien nicht. Für mich bedeuten sie so etwas wie das Leben an sich. Ich habe darüber nie großartig nachgedacht und mich nicht wirklich darüber informiert – bis gerade. Und ich stelle fest, dass sie sowohl im Christentum, als auch in keltischen Ornamenten von Bedeutung ist. Teilweise hat sie etwa die Bedeutung, die sie für mich hat, teilweise driften die Beschreibungen aber auch bis zur Einheit von Natur und Wissenschaft ab. Weil so viele Naturphänomene in mathematischen Formeln abgebildet irgendwie eine spiralförmige Grafik ergeben. Auch die Vielzahl von mathematischen Formeln für Spiralen finde ich beeindruckend. Wirklich interessant. Ich mag sie weiterhin und ergänze vielleicht, nach intensiverer Recherche und Beurteilung der Quellen, auch für mich noch ihre Bedeutung.

Dann ist da noch etwas, das mich beschäftigt, mich begleitet. Vögel. Schwarze Vögel.
Sie symbolisieren für mich so etwas wie Freiheit und Unabhängigkeit. Aber auch Klugheit.
Warum Freiheit ist wohl jedem klar. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich schon im Kindergarten mit einem anderen Mädchen „Flügel gebastelt habe“. Eingeschnittenes und dadurch schön flatterndes Papier. Wir sind dann mit Flügelschlagbewegungen über die Wiese gelaufen. Wir wollten einfach frei sein wie ein Vogel.
Davon abgesehen, dass Krähen und Raben laut Wikipedia in der Mythologie als intelligent gelten, fällt mir bei der Autofahrt immer wieder auf, wie nah sich diese Tierchen am fließenden Verkehr der Autobahnen aufhalten, und doch fliegen sie nicht direkt vor’s Auto. Und wenn sie mitten auf einer Landstraße sitzen und sich ein Auto nähert – auch auf der anderen Fahrspur – fliegen sie in die richtige Richtung weg, auf kürzestem Weg. Nicht so Tauben. Vor kurzem habe ich erleben dürfen, wie das Auto vor mir eine Taube erwischt hat. Alles war voll mit Federn. Widerlich.
Seit zwei bis drei Jahren spiele ich auch mit dem Gedanken, mir einen Krähenschwarm auf den Rücken tätowieren zu lassen.

Für mich würde ich also Krähen/Raben und Spiralen als Symbole bezeichnen. Und zumindest Spiralen trage ich auch als Schmuck, Federn eher seltener, wenn dann in Form von Ohrschmuck und seit dem letzten Amphi auch als „Kragen“:

4 Gedanken zu „Projekt „Gothic Friday“ – Juli: Krähen in schwarzen Spiralen

  1. Aaaah, na eben, Spiralen!! Wirklich ein tolles Symbol, von dem ich mich auch schon allein aufgrund der Optik sehr angezogen fühle und das ich besonders bei meinen zwei Neuseeland-Besuchen kennen und schätzen gelernt habe. Bei den Ureinwohnern (Maori) heißt die Spirale „Koru Koru“ und ihr Ebenbild in der Natur ist der junge Farn (=koru), der am Anfang noch zur Spirale zusammengekringelt ist. Das ist wunderschön und sieht fast schon „süß“ aus.
    Auch schwarz ist eine traditionelle Farbe der Maori. 😉 Passt also irgendwie alles. Innerlich bist du vielleicht eine Maori? *lach*
    Die Spirale steht für die Einheit von Denken und Sein, Leben und Tod. Für Erneuerung und steten Wandel und Veränderung. Also eine wirklich akzeptable Bedeutung – zumindest für mich. Sie ist bei mir nicht so dominant wie die Lilie, aber jetzt wo du es so sagst: durchaus ein wichtiges Symbol auch für mich.

    Schwarze, schlaue Vögel… damit sympathisiere ich auch. Raben und Dohlen (auch wenn Letztere nicht ganz schwarz sind) sind wunderbare Tiere und echt sehr intelligent! Dennoch, ich muss dabei immer zuerst an Hitchcocks „Die Vögel“ denken.

  2. Hi!

    Bei den Tauben mußte ich grad ganz
    spontan an „Seinfeld“ denken – da gibt es
    eine Episode, in der George Constenza
    eine Taube mit seinem Auto überfährt und
    sich anschließend sehr darüber wundert, wieso
    sie sich nicht an das „Abkommen mit den
    Menschen“ gehalten hat, denn eigentlich hätte
    sie ja rechtzeitig wegfliegen müssen. 😉
    Bei weiteren Experimenten, die George zB im
    Park unternimmt, um zu beweisen, daß sich die
    gurrenden Vögel sonst eigentlich an das Abkommen
    halten, kommen auch noch weitere Tauben zu
    Schaden. Eigentlich dachte ich bislang, die Folge
    sei völlig gaga… *gggg* 😉

    Insgesamt ein schöner Beitrag von Dir,
    das mit den Spiralen finde ich interessant!

    Dunkle Grüße! 🙂
    Melle

  3. „Ich habe darüber nie großartig nachgedacht und mich nicht wirklich darüber informiert – bis gerade.“

    Damit hast du das Ziel in seiner Gänze erreicht. Auch ich nutze gelegentlich Symbole die ich schön finde und beginne erst später damit, mich ihrer Bedeutung auseinanderzusetzen. Das Wichtige ist, es zu tun. Denn so erfährt man viel über sich und – insofern man darüber schreibt – andere.

  4. Pingback: Gothic Friday Juli - Resümee

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