2016 wird ein bewusstes Jahr!

Update 02. Januar: Jetzt mit Bildern und weniger Fehlern!

Auch bei mir ist dieser kleine „Bilanzartikel“ am Ende des Jahres inzwischen zur Routine geworden.

2015 sind unglaublich viele tolle Fotos entstanden. Das "Regenshooting" war dabei besonders schön!

2015 sind unglaublich viele tolle Fotos entstanden. Das „Regenshooting“ mit Tanja war dabei besonders schön – überraschend und albern!

Zugegebenermaßen bin ich dieses Jahr denkbar spät dran. Es ist der 31.12. 16:56 Uhr. MEZ. Und ich fange gerade erst an. Tipp- und Satzkonstruktionsfehler werden sicher zahlreiche vorhanden sein und mein erster Blogvorsatz lautet daher:

  • Die Fehler aus diesem Text bis zum 10.01. beseitigen!

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Nussfarbener Herbst

Ich kenne die Ruhr aber breiter!

Das meinte Heike, aka Haselnussblond, als wir uns vor kurzem in Düren getroffen haben.

Neben einem Besuch bei Xtend-your-hair, sind wir mir Hurley und unseren Kameras an der Rur – ohne „h“ – spazieren gegangen.

Spaziergang an der Rur

Der ursprüngliche Plan war, nach dem Einkauf zum nahegelegenen Badesee zu fahren, auf der Suche nach einer guten Kulisse für Haarfotos.
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Klassentreffen – Unverändert anders

Vor etwas mehr als 4 Jahren, habe ich hier über meine Einstellung zu Klassentreffen gebloggt.

Tatsächlich habe ich in dieser Zeit den genauen Inhalt vergessen. Gut so.
Ich war also beim 10-Jahres-Klassentreffen. Abitur 2004.

Die meistgehörte und -gestellte Frage war in der Tat

Und, was machst du jetzt?

Irgendwie wusste ich gar nicht, welche Antworten die anderen darauf hören wollten. Was man jetzt beruflich macht? Ob man Familie hat? Wo man wohnt?

Was wollte ich denn eigentlich wissen, wenn ich genau die selbe Frage gestellt habe?

Alles. Ich wollte wissen, wie es den Leuten in den 10 Jahren ergangen ist. Was aus ihren Beziehungen geworden ist, zu wem von den gemeinsamen Bekannten sie noch Kontakt haben, wo sie jetzt wohnen, wo sie in der Zwischenzeit, vielleicht für’s Studium gelebt haben, für was sie sich interessieren, ob sie vielleicht Briefmarken sammeln, …

Die Schulzeit war für mich nicht immer leicht. Ich hab’s mir auch nicht immer leicht gemacht. Wenn ich ehrlich bin, habe ich sie zeitweise auch den anderen eher schwer gemacht. Jugendlicher Leichtsinn eben. Keine Ahnung vom Leben, von gutem Benehmen und dem, was (mir) wirklich wichtig ist:

Freundschaft.

Da war eine, die kannte ich seit der Grundschule. Irgendwann wollte ich nichts mehr mit ihr zu tun haben, weil ich plötzlich der Überzeugung war, dass sie einen schlechten Charakter hatte. Den Rest der Schulzeit haben wir uns bekriegt.
Eine andere „Feindin“, kannte ich fast gar nicht. Parallelklasse. Keine gemeinsamen Freunde. Den ersten Kontakt hatten wir vermutlich in der 6ten Klasse über geschriebene Texte auf dem Tisch in einem Physikraum, wir saßen in unseren jeweiligen Stunden offenbar auf demselben Platz. Und dort, in aller Öffentlichkeit erklärte sie mir, dass sie mich nicht leiden kann. Ab diesem Zeitpunkt beruhte dies bis zum Abitur auf Gegenseitigkeit. Obwohl wir nie auch nur ein Wort miteinander gesprochen hatten.

Das sind zwei der Personen, die ich vor 5 Jahren nicht hätte treffen wollen. Und gleichzeitig sind sie diejenigen, mit denen ich mich letztes Wochenende überraschend lange unterhalten habe.
Die eine erscheint mir wieder lieb und nett, als würde sie für alles, was ihr teuer ist einstehen. Früher war das ihre Beste Freundin, also lange Zeit auch ich, heute ist das ihre Familie.
Die andere macht jetzt beruflich etwas ähnliches wie ich und hat sehr erfrischende Ansichten. Ich glaube, es war das erste Mal überhaupt, dass wir einander zugehört haben.

Faszinierend war für mich, dass wir alle gar nicht gesehen haben, dass wir uns optisch verändert haben. Egal, wem man begegnet ist, auch der Satz

Du siehst ja noch ganz genauso aus, wie vor 10 Jahren!

wurde immer und immer wieder gesagt.

Damit hätte ich niemals gerechnet. Wie oft zeigen „neue Freunde“ Fotos, auf denen sie, 10 Jahre jünger, in einer großen Gruppe abgebildet sind und fragen

Wer bin ich?

Das ist oft nicht leicht.

Ich hatte auch irgendwie schon auf dem Weg zum Treffen gar keine Sorge, dass ich irgendwen nicht erkennen könnte. Mehr Sorgen hatte ich da, dass mir Namen nicht einfallen.

Wir sind alle mitgealtert, auch unsere Vorstellung vom jeweils anderen.
Die tatsächlichen Veränderungen sind erst bei einem Blick in die Abizeitung sichtbar geworden.

Und diejenigen, die ich vor 4 Jahren getroffen habe, waren auch wieder da. Für mich stimmt die Chemie da noch immer und ich hoffe, dass es nicht bis zum nächsten Klassentreffen dauert, bis wir uns nochmal sehen.
Wie gut, dass so viele von uns im nächsten Jahr 30 werden…

Lächelzauber #2

Vor mehr als 3 Jahren habe ich hier beschrieben, welche Winzigkeit mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Kein Kompliment, kein Geschenk, sondern einfach nur das Geräusch von Kandis, der bei Berührung mit heißem Tee „zerspringt“.

Heute ist mir wieder ein solcher Moment bewusst geworden.
Es macht mich jedes Mal so unfassbar glücklich, aber genau heute ist es mir auch bewusst geworden. Wie es der Zufall so will, wieder ein „Tee-Erlebnis“:

Ich öffne die Dose mit „Tropenfeuer“ von TeeGschwender und sofort kommt die Erinnerung an dei Teedosen meiner Mutter. Das waren unterschiedlich große, schwarze Blechdosen mit ganz zarten Vogelmotiven. Ich glaube Kolibris waren das.
In einer der beiden kleinsten waren die ersten Haare, die sie mir abgeschnitten hat. In der anderen ihr Lieblingstee, Tropenfeuer.
Ich durfte ihn nie probieren. Weil schwarzer Tee ja noch nichts für kleine Kinder ist 😉

Irgendwann vor wenigen Jahren hatte der Froschkönig dann alleine Tee gekauft. Und plötzlich stehe ich in der damaligen Küche, öffne die Teedose und weiß wieder, woher ich den Tee kenne

Ihr könnt euch denken, welchen Tee sie trinken musste, als sie mich das nächste Mal besucht hat…

Und in einem anderen Blog habe ich sogar ein Foto von eckigen Dosen mit dem gleichen Motiv gefunden!

 

Sport ist Mord #9 – Ich hab’s getan!

Ich habe gekündigt. Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Und es wurde Zeit.

Vor kurzem hat der Froschkönig darüber nachgedacht, dort auch zu trainieren, das wäre sicher gute Motivation gewesen. Zusammen etwas machen.
Er hat sich aber aufgrund der Kosten und den (vermutlich üblichen) Vertragsbedingungen dagegen entschieden und wird jetzt „Fit ohne Geräte“.
Für mich wäre das aktuell nichts. Ich kann mich noch gut an meinen „Ich-mache-zu-hause-jeden-Tag-Yoga-und-wenn-es-nur-das-Sonnengebet-ist-Versuch“ vor ein paar Jahren erinnern. Es wurde dann meistens eher „Yoga-Nidra“ und ich bin nicht nach einer halben Stunde fit wieder aufgestanden.

Ich versuche jetzt seit 3 Wochen etwas anderes. Ich versuche zu laufen. Mal wieder. Mein dritter Versuch.

Der erste war in der 12. Klasse. Ich hatte eine Strecke bei meiner Oma im Wald, die ich versucht habe zu laufen. Ich hab das vielleicht so 10 Mal gemacht, es aber nie geschafft. War bereits nach einem Bruchteil der Runde total fertig, hatte fast immer Seitenstiche und überhaupt kein Gefühl Fortschritte zu machen.
Versuch 2 war irgendwann in Aachen. Ich habe direkt am Westpark gewohnt und dachte, dass es doch eine tolle Idee wäre, da ein paar Ründchen zu joggen. Der Weg dorthin war von mir aus leicht bergab. Ich habe es nicht geschafft bis da zu joggen und dann nach 100m immer mit (vermutlich) feuerrotem Kopf zu gehen statt zu laufen war mir irgendwie peinlich.

Jetzt bin ich also bei Versuch Nummer 3.
Den beschreibe ich dann aber nächstes Mal…

Gedanken über Facebook

Am 3.2.2012 habe ich mich bei Facebook abgemeldet. Am 17. wurde mein Account dann tatsächlich „gelöscht“. Fast ein Jahr also.
Die Überlegung dazu war noch viel früher.

Aber irgendwie kam es am 30.12. dazu, dass ich mir vorgenommen habe, dem Kram eventuell doch nochmal eine Chance zu geben:

Wir saßen mit Freunden in einem netten Lokal hier im Ort. Bei leckeren Cocktails. Am Wochenende wohl auch eine Discothek. Jedenfalls hing der alte Partygeruch noch in der Luft.
Den Kellner haben wir dann nach einem Flyer mit Veranstaltungen oder ähnlichem gefragt. Gibt es nicht. Aber wir könnten ja der Facebook-Seite folgen. Da gibt es einen Veranstaltungskalender.

Das war früher anders:

  • viele Clubs hatten ihre eigene Homepage, mit eigenem Design, nicht das einheitliche Blau-Weiß
  • zu speziellen Parties gab es Hochglanzflyer
  • man verabredete sich am Telefon oder bei einem Treffen vorher zu diesen Veranstaltungen
  • Einladungen zu privaten Feten kamen ebenfalls per Telefon oder sogar ganz bedeutungsvoll: Mit der Post!

Heute ist es so, dass ich meine „Mädels“ aufgrund meines Jobs und meines Wohnorts nicht mehr regelmäßig sehe.
Sie melden sich bei mir nicht öfter als ich mich bei ihnen.
Besucht haben sie mich in den letzten 20 Monaten genau ein Mal. Ich war zwar öfter da, aber so wie früher ist das nicht mehr.

Facebook könnte da der Klebstoff sein, der früher in der räumlichen Nähe und den vielen gemeinsamen Aktivitäten bestand.
Man hat Teil am Leben der anderen. Und man kann andere am eigenen Leben teilhaben lassen.

Aber genau das wollte ich doch vor einem Jahr nicht mehr?!

Und die Distanz ist immerhin schon seit 3 Jahren da, die sozialistaionsfeindlichen Arbeitszeiten seit fast 6.
Trotz Facebook war es auch bis vor einem Jahr nicht wirklich anders.

Am 31.03. wird die endgültige Entscheidung getroffen. Aktuell bleibe ich lieber draußen.

 

Haare, nichts als Haare! #1 – Schere und Haarakrobatik

Nachdem meine Sport-Reihe nach Zähmung des Schweinehundes etwas ruhiger werden wird, hier eine neue Serie 😉

Meine Haare und ich – das ist spätestens seit meinem 14ten Lebensjahr eine Berg- und Talfahrt.

Mit 14 habe ich sie zum ersten Mal kurz schneiden lassen. Wirklich kurz. Im Supermarkt sagte die Kassiererin:

Ich glaube, der Junge ist zuerst dran.

Mir war’s egal.

Mit 15 habe ich auf dem Kunsthandwerkermarkt in Aachen Pacos Haarnadeln entdeckt und fasste den Entschluss sie wieder wachsen zu lassen. Ich hatte ja immer Haare bis zum Hintern. Dunkelblond.

Im nächsten Jahr waren die Haare noch erst kinnlang, also nicht lang genug  für Haarnadeln und mit 16 dann wieder zu kurz, einfach weil’s ja doch nett war und die Bilder in den Zeitschriften immer so und lebhaft aussahen und die Geduld nicht ausreichte. Wieder wachsen lassen, weil ich es so oft dann doch nicht zum Frisör geschafft habe.

So ging es im 2-Jahres-Rhythmus noch bis zu meinem 20sten Geburtstag weiter. Und kurz vor meinem 22stenkam wieder dieser Wunsch:

KURZ, KURZ, KURZ!

Doch habe ich mich entschieden, dass ich meinen Haaren nochmal die Chance gebe zu wachsen.
Ich habe mich sehr bewusst gegen diesen regelmäßigen Radikalschnitt entschieden.

Geholfen haben mir dabei sogar die bereits erwähnten Haarnadeln.
2006 – also ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, als wieder eine Entscheidung anstand, habe ich auf dem historischen Jahrmarkt in Kornelimünster wieder Paco’s Haarakrobatik entdeckt.
Und siehe da: Die Nadel hielt in meinen etwa schulterlangen Haaren! Ich war glücklich, die Nadel gekauft und die neue Vielfalt machte es mir leicht, auf den Frisörbesuch zu verzichten beim Frisör statt nach dem Kurzhaarschnitt, einen Stufenschnitt zu verlangen. Hatte meine beste Freundin ja auch immer, und sah so toll aus.

Ich glaube, dass mir das auch stand, aber ich war aufgrund von Faulheit und zwei linken Händen nicht fähig willig mir regelmäßig die Mühe zu machen, meine Mähne über eine Rundbürste zu föhnen. Also sahen meine Haare einfach nur ungleichmäßig lang und zottelig aus.

Die letzten Stufen (mit Ausnahme meines Pony) hat mir ein Frisör 2008 abgeschnitten. Ein Jahr vor dem allerschlimmsten Erlebnis, das meine Haare je hatten. Eine Frisör-Meisterprüfung.

Aber dazu später mehr. Vielleicht dann sogar eins der schrecklichen Fotos?

Jetzt nur ein bereits bekanntes Bild, mit Haarnadel:

Metal-Streuselkuchen

Eine Woche Ferien

Bis zum Schuljahr 1998/99 hatten wir hier in NRW nur eine Woche Herbstferien. Und dennoch war diese eine Woche für mich wirklich immer eine Woche frei. Eine ganze, lange Woche. In dieser Woche konnte man alles machen.Lange schlafen, den ganzen Vormittag fernsehen. Da liefen auf RTL 2 und dem Kabelkanal – oder war das da schon Kabel 1 ? – bis etwa 19 Uhr nur Zeichentrickfilme. Von Heidi und den Schlümpfen über Mila Superstar und Georgie irgendwie alles, was ich an Trickfilmen je gesehen habe. Und Baywatch hab ich immer geguckt 😉
Fernsehen war da ohnehin noch etwas anderes als heute. Das einzige Gerät stand im Schlafzimmer meiner Mutter – im Wohnzimmer hatten wir ja keinen Anschluss. Also immer im Bett liegen und die Flimmerkiste beobachten. Heue irgendwie für mich unvorstellbar. Überhaupt so viel fernsehen! Das lässt das aktuelle Fernsehprogramm doch gar nicht mehr zu.
Ich glaube irgendwann kam dann immer meine Oma hoch und hat gefragt, ob ich nicht doch mal raus gehen möchte. Und das habe ich dann auch getan. Mit den anderen Kindern im Wald irgendwelche Höhlen und Baumhäuser gebaut, Pfeil und Bogen geschnitzt und draußen geblieben bis es dunkel wurde.
Als die Ferien noch eine Woche kurz waren hatte ich auch immer in der Schulzeit Geburtstag. Heute muss ich mich oft genug mit Arbeitskollegen einigen, die gerne Urlaub hätten, wenn ihre Kinder Ferien haben.
Schön war’s und lang ist’s her.

Jetzt ist Winter und ich habe eine Woche Urlaub. Eigentlich sogar 11 Tage. Fast zwei Wochen also? Es kommt mir nicht so vor.
Donnerstag und Freitag musste ich lernen, für die Klausur am Samstag.
Am Sonntag war meine Mutter zum Stricken und Adventstee hier, Montag war dann quasi „leer“. Morgens um 8 stand ein Handwerker vor der Tür um etwas zu korrigieren, was beim Bau falsch angeschlossen wurde, gegen Mittag in der Froschkönig zur Uni nach Hamburg gefahren
Gestern war ich beim Rammsteinkonzert. Und es ist genau so, wie ich seit Jahren sage: Das MUSS man einfach mal erlebt haben. Übrigens auch das Musikvideo zu „Engel“ habe ich zu einer Zeit im Fernsehen entdeckt, als die Herbstferien noch kurz waren: 1997.
Heute warte ich noch auf ein Paket um dann nochmal einzukaufen und anschließend Kekse zu backen. Zimtsterne, s/w-Gebäck und Vanillekipferl. Mjam. Außerdem gehe ich noch mit meiner Mutter ins Kino und schauen uns das vampirgeschwängerte , unterlippenkauende Mädchen an.
Morgen geht’s zur Oma, wo ich mir dann eine Geflügelschere ausleihe, da ich abends ein Hähnchen grillen möchte. Mit einem Weber-Grill gibt es KEIN An- und Abgrillen, da wird DURCHgegrillt!!! Den Grill wollte ich vorher auch noch schrubben…
Freitag habe ich schon drei Termine, einen beim Arzt, dann Urlaubsbesprechung und schließlich noch Weihnachtsfeier mit der Station. Indisches Buffet.
Am Samstag sollte es ursprünglich zur Uni gehen, aber der Froschkönig hat irgendwo spontan zwei Karten für „Ben Hur“ in der KölnLanxess-Arena her.
Sonntag ist schon wieder voll mit Familie. Weihnachtsbaum schmücken bei Mama. Und wieder Tee trinken und weinen, dass der Urlaub schon vorbei ist.

Als Kind hatte ich nicht so viel vor. Alles war eher spontan. Jetzt habe ich so viel vor, dass ich es schon planen muss und obwohl das ja nur Dinge sind, die ich gerne mache, und für die ich außerhalb des Urlaubs kaum Zeit habe, kommt es mir dadurch nicht mehr wirklich wie Freizeit vor. Hätte ich jetzt aber eine Woche wirklich gar nichts vor, würde ich mich langweilen. Vielleicht würde ich dann zum Sport gehen. Lernen würde ich dann trotzdem nicht. Fenster putzen auch nicht. Und wenn doch, würde ich – wie jetzt auch – denken, dass ich ja so viel zu tun habe und eine Woche eigentlich viel zu kurz ist.

Mit dem Alter vergeht die Zeit einfach viel schneller.

Das Paket ist mittlerweile angekommen, ich kaufe dann mal Butter und Bittermandelaroma.

Erlebnisreise in Berlin

Wir waren in Berlin.
Und zwar etwa 50 Stunden lang.

In diesen 50 Stunden habe ich vieles gelernt,…
… z.B. dass man vom Gehen Muskelkater bekommen kann. Und zwar nicht am nächsten Tag, wie das ja so üblich ist bei Muskelkater, sondern noch am selben Tag. Während ich „in letzter Instanz“ meine Rinderroulade aß, hat er sich angeschlichen. Denn anschließend konnte ich nur unter Schmerzen aufstehen. Vorderseite Oberschenkel und die Muskulatur am Schienbein (!!!) waren die Hauptschmerzherde.
… man kann nämlich auch unter der Ferse Blasen bekommen. Auch in Schuhen, in denen man schon viele, viele Stunden und Kilometer gelaufen ist.

Und ich habe noch mehr erlebt, …
… da waren Schuhe. Trippen. Die wohl bequemsten Schuhe der Welt. Das hat mir eine Arbeitskollegin gesagt und ich habe es am Dienstag am eigenen Fuß spüren können. Und obwohl diese Schuhe das großartigste Fußgefühl meines Lebens waren, waren sie auch eine riesige Enttäuschung. Optisch sagten sie mir an meinen Füßen kein bisschen zu. Und auch wenn sie „gefühlt“ perfekt sind, so sind sie nicht annähernd das Geld wert, das sie kosten, wenn sie nicht anzieht, weil man nicht damit gesehen werden möchte. Taurus, wir werden uns so schnell nicht wieder treffen.
… so kann man auch den Ausblick von der Hotelbar als Erlebnis bezeichnen. In dem Fall einfach Fotos zur Erläuterung:


… da gab es in der „sky.bar“ zum tollen Ausblick zwei der leckersten Mojitos, die ich bisher getrunken habe. Diese Verschmelzung vom Minze und Rohrzucker. Eine Gaumenfreude.
… meine Fahrten mit der „Tram“ hatten für mich irgendwie Zeitreise-Charakter. Auch wenn in meiner Heimatstadt die letzte „Öcher Tram“ bereits 10 Jahre vor meiner Geburt gefahren ist, erinnert mich dieser Name doch an „zu Hause“. Und ich hätte Aachen gerne mit Schienen in den Straßen erlebt. So erschrecke ich mich in fremden Städten immer wieder, wenn plötzlich Züge auf der Straße fahren. Ober mitten über irgendwelche Plätze. Gewundert hat mich allerdings, dass nicht ein einziges Mal jemand meine Fahrkarte sehen wollte. Obwohl in einer Tram scheinbar ein Kontrolleur mitgefahren ist. Haben die in Berlin etwa Angst zusammengeschlagen zu werden wenn sie jemanden nach seinem Ticket fragen?!
… den Besuch des Holocaust-Mahnmals kann man wohl nur als „Erlebnis“ beschreiben. Es ist beängstigend. Und erdrückend. Und es ist genial. Diese Stimmung, die einen automatisch überkommt, wenn man zwischen diesen riesigen Säulen umhergeht. Sie wird nicht gestört durch Jugendliche, die gleichzeitig darauf rumturnen und von Block zu Block springen. Vielleicht wird sie sogar verstärkt. Sie reißt einen mit. Und leider lässt sie sich nicht mit einer kleinen Kompaktkamera einfangen.

… im Vorfeld der Berlin-„Reise“ hatte ich nur eine Planung. Und zwar wollte ich ins Pergamonmuseum, mitsamt Panorama. Ich hatte den Artikel darüber im GEO gelesen und wurde dadurch angefixt. Das Panorama ist fantastisch. Selbst wenn der Froschkönig dabei ist und auf Fehler im Schattenwurf aufmerksam macht. Tipp für jeden, der es sich noch ansehen möchte: Ticket online buchen! Die Schlange vor Ort ist nicht zu empfehlen und so leicht zu umgehen. Die Ausstellung dazu ist schön. Neben der ständigen, die schon allein durch die bekannte Teilrekontruktion des Zeus-Altars beeindruckt, sind einige zusätzliche Stücke zu begutachten. Ein wenig „Geschichte der Geschichtswiederherstellung“.

Auch die Wirkung des Panoramas kann man nicht auf einem Bild festhalten, man muss es mit eigenen Augen sehen. Und man darf sie auch gar nicht Fotografieren. Und das ist gut so! Blitzlicht auf der plattform würde die Stimmung ruinieren. Die Wirkung erheblich reduzieren.
… als Seifenblasenfan, war für mich der Weg vom Rechstag zum Brandenburger Tor besonders toll. Straßenkünstler. Mit Seifenblasen. Herrlich.

Im Vorfeld hat ein Freund viel Negatives von Berlin berichtet. Er arbeitet dort zur Zeit und sieht sicher nicht nur die fröhliche, saubere, bunte Touristenwelt., wie ich in den letzten Tagen. Aber insgesamt kann ich meinen Eindruck wohl mit wenigen Worten zusammenfassen, und werde mir damit sicher auch einige Feinde machen:

Berlin sieht fast aus wie Köln. Nur größer. Und sauberer.