Ein Name für den Tiefgang

DER Vorsatz für 2016 ist ja zurück zu mehr Tiefgang. Sowohl im „echten“ Leben, als auch auf meinem Blog.

Ballkleidapocalypse

Ein Beitrag ohne Bilder ist wie ein Frühstück ohne Nutella. Diese Bilderserie, fotografiert von meiner Freundin Tanja, nenne ich „Ballkleidapocalypse“.

Um ehrlich zu sein, überarbeite ich diesen Text jetzt gerade schon zum dritten Mal – wobei überarbeiten nicht ganz stimmt. In diesem hübschen WordPress-Textfeld steht gerade dieser Text und darunter der Vorherige. Genau so sah das auch schon am 10. und 22. Januar aus.
Treffender wäre daher wohl:

Ich schreibe diesen Text jetzt zum vierten Mal. Komplett neu.
Und es fällt mir so, so schwer!

Tiefgang

Ich wünsche mir mehr Tiefgang, ja.
Gleichzeitig kann ich kaum beschreiben, was ich darunter verstehe. Wenn ich es versuche (Version Nummer 1 ,2 und 3), kommt da etwas bei raus, das ich unter keinen Umständen im World Wide Web teilen würde.
Manche Themen sind privat. Allerdings ist auch ein Blog, dass „niemand“ liest nicht „privat“. Das ist Öffentlichkeit pur oder zumindest die Option darauf.
Seien wir ehrlich: Das macht angreifbar, unter Umständen auch verwundbar.

Nein, danke. Das möchte ich nicht.

Tiefgang ist für mich tatsächlich eine bewusste Auseinandersetzung mit mir selbst und meiner Umwelt. Dazu gehört meine kleine Familie, mein Freundeskreis, meine Arbeit und auch die Politik. Ich habe zu all dem eine Meinung, teilweise sogar ziemlich differenziert. Gleichzeitig möchte ist das jedoch nicht detailliert im Internet „teilen“.
Mir reicht die Konfrontation, die ich im soganennten „Real Life“ immer wieder habe. Da lege ich hier gerne und völlig bewusst den Weichspülgang ein.

Ballkleidapokalypse

Mein Blog darf in dieser Hinsicht also gerne „oberflächlich“ bleiben.
Das bin dann ich. Ganz authentisch.
Nicht, weil ich oberflächlich bin, sondern weil ich mein Privatleben nicht vollständig im Internet preisgebe. Hier schreibe ich über Teile davon. Wohlsortierte Teile.
Und genau das macht mich aus!

Ich bin jemand, der bei WhatsApp das Adressbuch nicht freigibt, weil ich der Meinung bin, dass es die Betreiber nichts angeht, wen ich kenne, der diese App nicht nutzt. Wohlwissend, dass es so nur dadurch funktioniert, dass genügend andere es anders handhaben.
Bei Facebook klicke ich (fast) nie auf „gefällt mir“ und teile keine eigenen Inhalte.
Hätte ich Kinder, würde ich wahrscheinlich auch keine Fotos von ihnen im Internet zeigen, weil sie gerne „später“ selbst entscheiden können sollten, ob sie Kinderfotos von sich im Netz haben wollen oder nicht. Was einmal da drin ist, das bekommt man so schnell nicht mehr raus.

Ballkleidapokalypse

Ich glaube, das ist mein Lieblingsfoto aus der Serie!

Tiefgang ist für mich nicht nur Bewusstheit, sondern auch „Teilhabe“. Da ich dieses Jahr aber auch meine Freundschaften wieder mehr pflegen möchte, kommt die Teilhabe in erster Linie meinen Offline-Kontakten zu Gute. Das Beste daran ist, dass dadurch nicht nur Menschen an meinem Leben teilhaben, sondern auch mehr in meinem Leben passiert, woran ich jemanden teilhaben lassen könnte.
Was habe ich denn davon, wenn ich jede Woche Stunden damit verbringe über mein Leben zu schreiben, dadurch aber weniger Zeit habe überhaupt etwas zu erleben?

Nichts.

Ballkidapokalypse

Jetzt ist wohl klar, warum ich von „Apocalypse“ sprach.

Echt Andrea

Mein Blog befindet sich also gerade in einer Art „Selbstfindungsphase“. Und hat schon große Teile davon hinter sich.

Es entwickelt sich. Bekommt vielleicht erstmals so etwas wie ein Konzept mit bewusst gewählten Schwerpunkten. Haare und Sport sind zwei davon. Was sich noch ergibt, wird sich zeigen.

Was so gar nicht mehr passte, war der Name: Blickwinkel. Genau den möchte ich ja nicht teilen. Und „nrsss“ ist mein Beruf. Auch wenn es tolle Blogs von Medizinstudenten etc. gibt, mit krassen Einblicken in das Krankenhausleben: ich mache das nicht. Das bin nicht ich. Und ich bin auch nicht mein Beruf.

Ich bin „Echt Andrea“.
Das hier ist mein Blog.

Ballkleidapokalypse

Ich arbeite daran. Mal in kürzeren Abständen, mal in längeren.
Heute kann ich auf jeden Fall sagen: Bis spätestens Samstag!

5 Gedanken zu „Ein Name für den Tiefgang

  1. Ich bin sehr gespannt wie sich dein Blog weiter entwickelt 🙂
    Ich freue mich darüber, in Zukunft öfters und regelmäßig von deinen Traumhaaren zu sehen.
    Das Thema Kinder und Bilder online stellen finde ich auch sehr heikel und ich nehme mir stark vor, zukünftige Kinder nicht schon von Klein auf „öffentlich/online zur Schau zu stellen“. Keine Bilder oder keine Gesichter zeigen, heißt ja nicht, dass man keine Elternfreude und -liebe empfindet. Aber auch Kinder haben eine Privatsphäre. So gerne ich Bloggermamas folge und lese was die so erleben, so sehr tun mir deren Kinder leid, wo öffentlich über deren schulische Leistungen, Persönlichkeitsmerkmale usw. gepostet wird. :/

    • Ich bin auch gespannt. Geplant ist schon noch das ein oder andere. Ich möchte z.B. mein Sammelsurium an Kategorien und Tags aufräumen, was sich bei dann doch schon etwa 300 Artikeln als eher umfangreiche Aufgabe gestalten wird. Schon gesehen, dass ich jetzt ein „Blogicon“ habe? – Wieder ein Vorsatz abgehakt!

      Meiner Meinung nach gehören „Liebe“ und Respekt unmittelbar zusammen. Jemanden nicht ohne dessen „aufgeklärte“ Zustimmung im Internet zu präsentieren ist ein Zeichen von Respekt. Und dazu gehört dann auch die Elternliebe.
      Sicher gibt es Momente, in denen ich selbst eine Zustimmung voraussetze: z.B. habe ich hier ja schon meinen Blogpaten zitiert und an Silvester erst ein Selfie mit Freundinnen gepostet, letzteres war allerdings bereits vorher im Internet frei zugänglich, via Instagram.
      Respekt gehört schließlich nicht nur in Familien, sondern sollte eigentlich ein fester Bestandteil jeglichen Umgangs mit der Umwelt sein…

  2. Ich bin sehr gespannt wie es bei dir weitergeht, ich fand dein Sammelsurium Blog immer sehr angenehm, weil man nie wusste, zu was für einem Thema der nächste Beitrag kommt. Natürlich habe ich immer auf die Haarthemen ein wenig „gelauert“. Deine Haare sehen nämlich wahnsinnig schön und gepflegt aus.

    Übrigens, das vorletze „Apakalypse“ Bild und das letzte finde ich toll, die hätte auch vom Set von TWD stammen können.^^

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