Top 5 der Nachhaltigkeitshacks

Top vor 3 Jahren gekauft, unzählige Male getragen. Auch dieses Jahr wieder. Hose letztes Jahr gekauft, fast ausschließlich im Garten getragen.

Wurdet ihr mal wegen irgendeiner „nachhaltigen Entscheidung“ darauf hingewiesen, dass wenn ihr z.B. in der Obst- und Gemüseabteilung auf die Plastiktüten verzichtet, ihr auch keine Spülmaschinentabs und auch keine Plastikzahnbürste mehr benutzen dürft? Und dass es ja eine echte Umweltsünde ist, wenn ihr jeden Tag 30 km zur Arbeit und auch 30 km wieder zurück fahrt? Und neue Kleidung ist ja auch nicht nachhaltig, wenn überhaupt, dann 2nd Hand, wobei ihr auch damit ja indirekt die Nachfrage aus erster Hand fördert.  Ich kenne solche Kommentare.

Ich produziere genug Mist.

Unser Lebensstil produziert Müll, CO2-Emissionen und wir nehmen Schadstoffe zu uns. Jeden Tag.

Doch was bitte ist falsch daran, an ein paar einfachen Stellschrauben zu drehen, die nicht wehtun, die jedoch schon ein kleines bisschen was besser machen? Was spricht dagegen den Käse in ein Bienenwachstuch zu wickeln, statt in einen wiederverschließbaren Gefrierbeutel? Und warum nicht mit dem Fahrrad statt dem Auto zum Bäcker fahren?

Nur weil ich nicht 100% – und wahrscheinlich nichteinmal 50% – nachhaltig und „zero waste“ lebe, macht das meine kleinen Bemühungen nicht schlechter. Jetzt ist das Bienenwachstuch meiner Meinung nach schon eine größere Anstrengung. Das muss man entweder kaufen oder selbst machen, vorher sollten die Vorräte an Frischhaltefolie etc. aufgebraucht sein. Auch 2nd Hand Kleidung halte ich für eher aufwändig.

Es geht auch einfacher.

In den letzten Wochen ist mir vieles begegnet. Edelstahl und Glastrinkhalme, Bienewachstücher (ich liebe sie!), Einkaufsnetze, Trinkflaschen, Orangenreiniger, und so weiter, und so fort.

Mir sind aber auch ein paar „Lifehacks“ unter gekommen, bei denen ich dachte

Natürlich! Dass ich das nicht schon immer so gemacht habe!?

Hier also meine Top 5 der „Nachhaltigkeitslifehacks“:

1. Weniger Umdrehungen!

Unsere Wäsche ist bis auf 1 oder 2 Maschinen im Jahr komplett luftgetrocknet. Wenn’s halbwegs warm und trocken ist, steht der Wäscheständer auf der Terrasse.
Im Sommer trocknet die Wäsche so schnell, dass ich nach 1-2 Stunden schon das Meiste abhängen kann.
Nur wozu?

Im Sommer reicht eine Drehzahl von 800 dicke aus!

Bei Louisa Dellart habe ich den Tipp gelesen, einfach mal die Schleuderdrehzahl runter zu regeln. Natürlich! Das intensive Schleudern kostet unglaublich viel Energie! Im Winter ist das super, dann wird die Wäsche über Nacht trocken und fängt nicht an zu müffeln. Doch im Sommer reichen quasi immer höchstens 800 Umdrehungen. Bei den meisten Kleidungsstücken kann man sich bei geringer Drehzahl so auch das Bügeln anschließend sparen oder es wird zumindest leichter (das wusste ich auch schon, hab ich bei Hemden und Blusen schon immer so gemacht…).

2. Keine halben Sachen!

Joghurtbecher mit Aluminumdeckel haben einen grünen Punkt. Anständig getrennt, kann das Zeug zumindest teilweise weiter verwertet werden.

Bildquelle: Pixabay

Anständig trennen heißt hier aber nicht, den Becher öffnen, auslöffeln und den Deckel, der noch fest am Becher hängt, hineindrücken. Stattdessen: den Deckel komplett abreißen. Ansonsten bleibt der Becher ein Verbundstoff, der so nicht einfach „recycled“ werden kann, sondern in einer Müllverbrennungsanlage landet. (Gelesen bei Olga Witt, Ein Leben ohne Müll: Mein Weg mit Zero Waste – Leseprobe)

3. Im Hörnchen!

Das hab ich tatsächlich nirgendwo gelesen, sondern kam mir im Urlaub in den Sinn.
Obwohl ich mich nur an ein einziges Eis erinnern kann, das ich im Becher bestellt habe, habe ich auf Fuerteventura zum ersten Mal darüber nachgedacht, dass meine Vorliebe für 2 Kugeln im Hörnchen auch umweltfreundlicher ist als der Becher. Die „Verpackung“ wird einfach gegessen. Irgendwie bekommt man so doch auch mehr fürs Geld, oder?

4. Vielseitige Zitronensäure

Zitronensäure steht hier seit Jahren in Pulverform im Schrank und wird regelmäßig nachgekauft. Anwendungsgebiete waren bisher der Wasserkocher, Töpfe, Teile vom Kühlschrank und saure Rinsen für die Haare.
Tatsächlich liest man auf sämtlichen Zero-Waste Blogs und in allen Büchern Tipps zur Verwendung im Haushalt. Beispielsweise, sie auch für die Duschkabine und Waschbecken zu nutzen. Bei Wasser, das hart genug ist, um mit Kieselsteinen verglichen zu werden, haben wir dafür bisher Kalkreiniger genommen. Wenn man damit die Duschkabine einsprüht, merkt man sehr schnell die Reizung der Atemwege. Was so beißt, kann gar nicht harmlos sein!
Hier habe ich auch nicht gewartet, bis die Flasche leer war, sondern habe es in der Dusche direkt ausprobiert: 1 EL Zitronensäure in ca. 250ml Wasser in einer Sprühflasche auflösen, einsprühen, ggf. noch mit einem Lappen verreiben und abspülen. Fertig.
Funktioniert sogar besser, als das teure Markenzeugs. Das wird jetzt an kleineren Flächen aufgebraucht. Die Dosis macht das Gift und so.

Last but not least. Mein Lieblings“hack“, auch wieder von Louisa Dellert:

5. Keine Werbung bitte!

Wie viel Werbung landet pro Woche in eurem Briefkasten?
Hier sind es 2 kostenlose Zeitungen  plus einmal diese Plastiktüte voll mit Werbung und etliche Wurfsendungen. „An alle, die gerne sparen möchten“ etc.
Bisher habe ich tatsächlich nicht darüber nachgedacht, dass ich dadurch, dass ich es erlaube hier Papiermüll abzuladen, genau diesen unterstütze. Für uns macht es ja keinen Unterschied, ob in der Tonne alle 4 Wochen ein bisschen mehr oder weniger ist. Wir stellen sie ohnehin immer raus. Doch übers Jahr gesehen ist das bestimmt eine komplette Ladung. Und die möchte transportiert und entsorgt werden.
Würde in unserem Ort jeder 2te diesen Abfall von vorneherein ablehnen, könnte sich die Müllabfuhr wohl jedes Mal die ein oder andere Fuhre sparen.
Also gibt es jetzt hier einen Aufkleber am Briefkasten. Etwas, wo auch der Froschkönig direkt Feuer und Flamme war.
Die Wirkung bleibt jedoch bisher noch aus. Es sind trotzdem auch nach Anbringen des Aufklebers diverse Postwurfsendungen und kostenlose Zeitungen drin gelandet. Wenn ihr dazu also Tipps habt, immer her damit!

Dinge wie die Verwendung eines Stoffbeutels zum Einkauf oder das Trinken von Leitungswasser statt Wasser aus PET-Flaschen habe ich hier nicht aufgezählt. Ersteres habe ich quasi mit der Muttermilch aufgesogen und letzteres mache ich seit etwa 10 Jahren nahezu ausschließlich. Ebenso verwende ich zum Putzen Lappen aus Stoffresten, die ich anschließend wasche.

Und auch die Mehrwegtrinkhalme habe ich nicht erwähnt, dazu vielleicht irgendwann mal mehr. Ich würde euch jedenfalls eher vorschlagen komplett auf einen Trinkhalm zu verzichten, als ständig einen aus Edelstahl oder Glas mitzunehmen.

Könnt ihr euch vorstellen, den ein oder anderen „LIfehack“ umzusetzen? Welche einfachen Tipps kennt ihr noch?

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