Digitaler Neid?

Dass ich mich hin und wieder mit meiner Freundin Tanja treffe um Fotos zu machen ist wohl nichts neues mehr.
Es ist eine Win-Win-Geschichte:

Sie hat ein Model vor der Linse, dass so gut wie alles mit ihr ausprobiert, es auch verkraftet wenn mal nichts oder nur wenig bei einem Shooting rauskommt, kann üben ihrem Model Hinweise für gute Posen zu geben, sich im Bereich Bildbearbeitung auslassen wie sie möchte und schließlich habe
ich am Ende des Tages eine Hand voll schöner Fotos für mein digitales Ich.

Im November wollte Tanja sich an einem „Home Shooting“ versuchen und mir passte das total gut, weil ich hier mal einen Artikel zum Thema „Expectation vs. Realitiy“ schreiben wollte. Weiterlesen

Euro 2016 – Die Kunst des Fußballs feiern

Ich bin ja nur etwas mehr als alle zwei Jahre so wirklich im Fußballfieber. Dann dafür mit Haut und vor Allem Haar. Und genau heute geht es wieder los, am Sonntag dass das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft.
Grund genug über Fanfrisuren zu bloggen!

EM-Frisur 2016

Eigentlich lautet der Slogan der Euro 2016 ja Les Rendez-Vous. Auf der Suche danach bin ich jedoch hier über diesen Absatz gestolpert:

Der Slogan knüpft an die […] visuelle Identität des Wettbewerbs unter dem Motto Die Kunst des Fußballs feiern an. Das Logo wiederum bringt die Schönheit des Spiels, die damit verbundene Leidenschaft, die Vorfreude auf ein großes Fußballfest sowie das kulturelle und künstlerische Erbe Frankreichs zum Ausdruck.

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Kleiner Ausflug mit Mama

Jedes Jahr über Fronleichnam ist im Aachener Süden in dem kleinen Örtchen Kornelimünster ein historischer Jahrmarkt.
Vom Froschkönig auch mehr oder weniger lieblos „Ökomarkt“ genannt. Dabei waren wir bisher glaube ich noch nie zusammen dort…
Abstieg Weiterlesen

Weltmeister Outfit – ein mehrjähriges Projekt

Heute blogge ich quasi zeitgleich mit Heike von haselnussblond.de – hat sich einfach so ergeben, bei der gemeinsamen Fahrt ins Allgäu. Es ist spätestens heute nicht mehr zu übersehen: Die Herren (oder eher Jungs?) spielen wieder Fußball. Gegen Portugal. Um 18 Uhr. Irgendwo in nicht unkritisch zu sehenden Stadien in einem Land, in dem die Schere zwischen arm und reich sehr weit auseinander klafft. Auch sonst kann man den ganzen Verein „FIFA“ gerne kritisch betrachten… Und obwohl ich vieles an diesem Spektakel nicht unterstützen möchte, gehöre ich doch zu denjenigen, die sich etwa alle 2 Jahre mal am Rande mit dem Thema „Fußball“ befassen und auch gerne, vorzugsweise in Gesellschaft, die Spiele gucken. Zumindest die Spieler „unserer“ Jungs. Darum soll es hier aber nicht gehen. Gehen soll es um mein Fan-Outfit zur Fußball-Weltmeisterschaft. Eine Entwicklung über 8 Jahre. Leider ohne wirklich alte Fotos, dafür aber mit Anleitungen zum Nachbasteln.

Half Up mit einer Krebsspange, 2 Bobby Pins mit Blumen und einer Haarnadel mit Blumen

Half Up mit einer Krebsspange, 2 Bobby Pins mit Blumen und einer Haarnadel mit Blumen

Angefangen habe ich 2006 mit geliehenen Cocktail-Spießen einer Freundin. Die waren toll. Schwarze, rote, gelbe Streifen (wie sonst diese Glitzerstreifenpuscheldinger), da dran auch irgendwo ein paar Fußbälle. Durfte ich aber nicht behalten… Kurz darauf habe ich mich dann mit meinem eigenen Fan-Haarschmuck befasst. Ich habe mir so eine Hawaii-Kette in den Deutschlandfarben gekauft und die Blüten einzeln mit Haarnadeln (diese U-förmigen) aufgespießt. Aber irgendwie habe ich davon inzwischen nur noch eine. Nach einem siegreichen Spiel 2008 hatte ich in der Aachener Pontstraße plötzlich eine große Flagge in der Hand und wusste nicht, wer mir die gegeben hat. Im selben Jahr zog ein Flaggenmalstift bei mir ein. 2010 fand ich die schwarzen Auswärtstrikots einfach toll. Gab es dann aber nicht mehr in kleinen Größen. Dafür habe ich wieder eine Flagge geschenkt bekommen. Eine kaputte „Auto-Flagge“. Erst dieses Jahr hat sie einen neuen Stab bekommen, ein einfaches Rundholz. Befestigt habe ich es mit ein wenig Sekundenkleber. So ein Trikot hab ich mir dann aber 2012 doch noch gegönnt. Da gab es sie plötzlich wieder, wenn auch nur in Kindergröße. Neue Haarnadeln wurden gebastelt. und ich habe mir erstmals die Fingernägel irgendwie passend lackiert.

EM 2012 - Ist das schon Nailart?

EM 2012 – Ist das schon Nailart?

Das fand die kleine Tochter meiner Nachbarn so toll, dass ich ihr auch die Nägel lackieren musste. Winzige Fingernägel einer 4-jährigen… Der schwarze Lack ist aber inzwischen irgendwie weg. Daher musste ich etwas improvisieren:

Die Fotos macht man doch so, oder? Hände begucken gibt Streit!

Die Fotos macht man doch so, oder?
Hände begucken gibt Streit!

Accessoires? Werkzeug?

Accessoires? Werkzeug?

Die Fotos sind vorbereitet, nicht von heute. Für den tatsächlichen „Einsatz“ würde ich wohl schwarze Sterne aufkleben. Die gestempelten Sterne sind mir ehrlich gesagt zu blass. Eine aktuelle Weiterentwicklung war da jetzt noch nicht bei. Die Nägel sind ja sogar eher ein Rückschritt. Fortschritte gibt es aber bei den Haaren! Wisst ihr, was ein Parandi ist? Das sind 3-strängige Flechtzopf-Deko-Dinger aus Wolle. Selbstgemacht. Vielleicht habt ihr das in meinem Senza-Limiti Post schon gesehen. Und ich hab sie Anfang des Jahres für mich entdeckt. Gerne trage ich so ein Ding komplett in schwarz. Schöner, aber dezenter Kontrast zur eigenen Haarfarbe und ein beeindruckend großer Dutt sind das Ergebnis! Als ich mir die einfache schwarze Wolle gekauft habe, fielen mir direkt auch die leuchtenden roten und gelben Knäuel ins Auge. Die Idee war geboren!

Parandi Dutt in Deutschlandfarben

Parandi Dutt in Deutschlandfarben

 


Bastelanleitungen zum selber machen

Haarschmuck einfach selber machen

Blumenhaarnadeln

Blumenhaarnadeln

  1. Du brauchst: Haarnadeln (U-Pins oder Bobbypins), eine Hawaiikette in schwarz-rot-gelb, Perlen, Nadel, Faden
  2. Kette auseinaderschneiden
  3. Immer je 2 schwarze, 2 rote und 2 gelbe Blüten auffädeln, dann die Perle auffädeln und wieder zurück durch die Blüten – es hält besser, wenn du nicht durch das große Loch, sondern etwas daneben direkt in den Stoff einstichst
  4. Den Faden an der Haarnadel festbinden – damit sie nicht runterrutscht ggf. mit einem Tropfen Sekundenkleber nachhelfen
  5. Trocknen lassen, Frisur deiner Wahl zaubern und einfach mit den Nadeln dekorieren

So kann man natürlich auch anderen Haarschmuck, z.B. Krebsklammern, Steckkämme usw. zum Fanaccessoire umfunktionieren 😉

Deutschland Parandi

Deutschland Parandi

Deutschland-Parandi Ein Parandi kann deutlich länger sein, als die eigenen Haare. Man kann den Zopf damit offen tragen, oder  – wie ich es lieber mag – dutten. Ich denke, es klappt schon mit etwas mehr als schulterlangem Haar.

  1. Du brauchst 3 Knäuel Wolle in schwarz, rot und gelb. Es reichen Reste, ich brauchte von jeder Farbe ca. 1/3 Knäuel und irgendetwas, wo du die Wolle rumwickeln kannst, das kann eine Tischplatte, 2 Stühle, irgendwas sein. Wichtig ist, dass die Runden doppelt so groß werden, wie dein Parandi später lang sein soll. Eine 1m-tiefe Tischplatte macht ein etwas weniger als 1m-langes Parandi, die Wolle dehnt sich beim Wickeln und zieht sich dann wieder zusammen, also ruhig immer etwas länger wickeln, abschneiden kannst du später auch noch
  2. Die Wolle wickeln, ich nehme immer ca. 20 Umwickelungen pro Farbe, das Hängt aber von der eigenen Haarbeschaffenheit ab
  3. Wenn du fertig gewickelt hast, schneidest du den entstandenen Wollring an einer Stelle auf, du hast dann einige –  in meinem Fall 20 –  gebündelte Wollfäden.
  4. 3. und 4. mit allen Farben wiederholen
  5. die Stränge jeweils in der Mitte falten und die Stränge – wie auf dem Bild unten hoffentlich erkennbar – miteinander verbinden
  6. Den Knoten festziehen
  7. In die Haare einflechten, das ist manchmal etwas knifflig. Daher gibt es dazu noch eine eigene Anleitung
Parandi-Knoten

Parandi-Knoten

Parandi einflechten

  1. Parandi vorbereiten: 1 Farbe über die rechte, eine über die linke Schulter legen und die dritte am Rücken runterbaumeln lassen
  2. Haare zum Zopf fassen, eventuell nochmal kämmen/bürsten und in drei Stränge teilen
  3. Alle Haarstränge mit einer Hand fassen, dabei mit den Fingern unterteilt halten
  4. Zu jedem Strang eine Farbe dazu legen
  5. Normal flechten, als immer einen äußeren Strang über die Mitte

Das ist erstmal ungewohnt, aber wenn man den Dreh einmal raus hat, schafft man es manchmal sogar noch darauf zu achten, dass sich die Wolle nicht immer in den Haaren versteckt.
Aber wie ihr vielleicht gesehen habt, ist mir das dieses Mal nicht wirklich gelungen… die schwarze Wolle kommt erst da zum Vorschein, wo meine Haare weg sind.

Fanoutfit für die Fußball-WM 2014

Fanoutfit für die Fußball-WM 2014

 


Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbasteln und natürlich auch beim Fußball gucken! Drücken wir der Nationalelf mal die Daumen, so ein Weltmeistertitel ist ja auch ein mehrjähriges Projekt… nach 24 Jahren könnte es ruhig nochmal so weit sein…

Übergewicht ist salontauglich

… Normalgewicht und Untergewicht nicht.

Ich hab mich ja vor kurzem erst darüber geärgert, dass ich mir immer wieder blöde Sprüche zu meinem konstanten „Normalgewicht“ anhören darf/muss/kann.

Heute habe ich durch Zufall (ich finde facebook trotzdem noch doof!) einen netten Comic gefunden, der schon irgendwie passt:

erzaehlmirnix – Health at every size

Ich finde es erstaunlich, wie selbstverständlich es heutzutage ist, dass jemand übergewichtig ist. Ich glaube kaum jemand, der 10kg zu viel auf die Waage bringt, wird, darauf angesprochen.

Bei  geringem Untergewicht (und auch Normalgewicht!) hingegen meinen zig Leute, dass sie jemanden vor der Magersucht bewahren müssen.

Renée Zellweger hat ja auch keine Kritik dafür bekommen, dass sie für ihre Rolle in „Schokolade zum Frühstück“ (sehr schnell sehr viel) zugenommen hat, sondern dafür, dass sie danach wieder (sicher ähnlich ungesund schnell und drastisch) abgenommen hat.

Seid mal ehrlich, an was habt ihr beim ersten Bild gedacht?

Es nervt!

Ich bin 1,63m groß, wiege 54kg und bin somit „normalgewichtig“. Ich treibe auch keinen Leistungssport, so dass man eigentlich davon ausgehen sollte, dass ich nicht sonderlich „mager“ aussehe und definitiv noch einen ausreichenden Anteil an Körperfett habe.

Außerdem trage ich seit mehr als 10 Jahren die gleiche Kleidergröße, besitze einige Hosen schon seit 7 Jahren und die passen auch noch.

Und trotzdem muss ich mir seit mindestens 5 Jahren von der Mutter einer meiner besten Freundinnen (und oft genug auch von der Freundin selbst) regelmäßig – also bei jedem Treffen – die Frage stellen lassen, ob ich denn etwa noch weiter abgenommen habe.

Ich habe noch nie in meinem Leben abgenommen!
Diäten kenne ich nur von Freunden und bis ich mit dem Froschkönig zusammengezogen bin konnte ich mein Gewicht ehrlich gesagt nur durch regelmäßige Blutspenden abschätzen, da weder meine Mutter eine Waage hatte, noch später ich in der WG.

Ich bin 1984 geboren, habe dann sicher, wie jedes Baby nach dem „Geburtsstress“ ein wenig Gewicht verloren und bin seitdem gewachsen und entsprechend schwerer geworden
„Ausgewachsen“ bin ich seit ca. 14 Jahren und seitdem ging es mit dem Gewicht wohl auch nicht mehr großartig aufwärts.
Aber verdammt nochmal auch nicht abwärts!

Am Wochenende habe ich mich noch mit zwei Langhaars darüber unterhalten, dass auch ihnen immer wieder unterstellt wird, sie hätten eine Essstörung oder seien gerade auf dem Weg dahin, weil sie ja immer dünner würden.
Am Donnerstag kam dann ein Patient ins Stationszimmer, als ich gerade frühstückte und meinte dies kommentieren zu müssen:

Frau nrsss, Sie essen ja!
Ich dachte, sie haben ein Problem damit!

Nein, habe ich nicht. Ich esse mehrmals täglich und das schon seit fast 30 Jahren. Mein Leibgericht ist Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen und davon esse ich mehr als der Froschkönig. Bin dann aber auch einige Stunden im „Futterkoma“.
Eine Essstörung habe ich aber nicht.

Mit welchem Recht, kommentiert denn bitte immer irgendwer das Essverhalten und die Figur schlanker Menschen?! Würde ich statt Kleidergröße 36 die 40 tragen, würde wohl kein Hahn danach krähen, ob ich Müsli mit frischem Obst oder ein Brot mit Nutella frühstücke.
Wäre ich übergewichtig, vermutlich auch nicht.
Aber weil ich schon immer schlank bin macht sich dauernd jemand Sorgen darum, dass ich „noch mehr abnehme“?!

Bitte was?!

Warum macht ihr das?
Macht ihr euch ernsthaft Sorgen um mich?
Habe ich etwa Neuerungen im Bereich Ernährung verpasst?

Ich verstehe es einfach nicht, will mir das langsam aber auch nicht mehr anhören.

Plastik, schön war’s

Es ist jetzt schon fast 3 Monate her, dass Heike in ihrem Blog „Haselnussblond“ über den Film „Plastic Planet“ und ihre Konsequenzen daraus berichtet hat.

Mein erster Eindruck war, dass das für mich ja eigentlich alles nichts neues ist. Ich weiß, dass hormonähnliche Stoffe aus Plastik freigesetzt werden, wir daher schon ewig kein Wasser mehr in PET-Flaschen kaufen und dass dieses Phänomen dauernd unter den Teppich gekehrt wird, weil all die Kunststoffe uns das Leben so enorm erleichtern und da eine rieisige Lobby hinter steht. Auch von den riesigen „Plastikinseln“ in unseren Ozeanen habe ich nicht erst durch die Simpsons und How I met your mother erfahren.
Wobei ich mich selbst diesbezüglich nur teilweise in der Verantwortung sehe. Ich werfe meinen Müll grundsätzlich in Mülleimer und nicht einfach in die Landschaft.
Wann immer möglich, trenne ich meinen Müll. Ich reiße ja sogar die Luftposterfolie aus diesen dicken Briefumschlägen. Ich bin ziemlich sicher, dass mein Müll verbrannt wird und nicht in irgendwelchen Meeren oder sonstwo landet.

Mein zweiter Eindruck war, dass ich es kritisch sehe, möglichst viel Plastik aus dem eigenen Haushalt zu ersetzen, nur weil man sich plötzlich dessen Brisanz bewusst geworden ist. Sie hatte da als Beispiel unter Anderem ihre „Kompostsammelstelle“: Eine alte Waschmittelverpackung. Da hielt ich es für wenig sinnhaft, etwas zu entsorgen, dass lediglich mit Abfall in Berührung kommt und etwas neues anzuschaffen. Das habe ich auch so kommentiert.

Ebenso habe ich kommentiert, dass ich beispielsweise meine intakte Rührschüssel, mit der mein Kuchenteig ja nur kurz in Berührung kommt, nicht einfach entsorgen würde.

Denkste:
Kurz darauf habe ich wieder gebacken und mir vorher die Schüssel genau angesehen: Da war ein kleiner Riss im Boden, Kratzer und Verfärbungen im Inneren – eigentlich echt unappetitlich.
Ich habe also direkt eine meiner Metallschüsseln aus der Schublade geholt und den Teig darin gerührt. Die Kunststoffrührschüssel ist in der gelben Tonne gelandet.
Warum ich die überhaupt noch hatte, obwohl genügend Alternativen im Schrank standen weiß ich gar nicht.

Schließlich hat die Neugier gesiegt und ich habe mir den Film angesehen. Zusammen mit dem Froschkönig. Vor dem Nachtdienst. Daher erstmal nur die erste Hälfte. Hätte ja nicht gedacht, dass er so lang ist!
Die erste Hälfte war wenig beeindruckend: Es geht um Müll. Viel Müll. Das mit den Schwebteilchen im Meer war mir so nicht klar. Okay. Aber wie bereits geschrieben: Mein Müll landet da eher nicht. Da würde es also nichts dran ändern, wenn ich weniger Plastikmüll produziere.
Die zweite Hälfte kam am nächsten Tag dran: Der Fokus liegt darauf, was Bestandteile der Kunststoffe bei uns im Körper machen. Bzw. dass sie überhaupt in diesem Ausmaß in unseren Körper reinkommen.

Der zweite Teil des Films wurde dann noch verstärkt dadurch, dass ich mir kurz darauf die Quarks & Co.-Sendung zum Thema „Hormone“ angesehen habe. Ohne, wäre bei mir vermutlich deutlich mehr Skepsis zurück geblieben.
Der Regisseur (und quasi die Hauptfigur) des Films, Werner Boote, trinkt während des Films immer wieder Wasser aus einer Kunststoffflasche. Deckt zudem auf, wie belastet sein eigener Körper durch die hormonähnlichen Stoffe ist und trinkt direkt wieder aus einer solchen Flasche. Gepaart damit, dass sein Großvater wohl aktiv in der „Kunststoffindustrie“ tätig war, wirkt es teilweise einfach reißerisch und nicht mehr sachlich.

Insgesamt ging es mir wie Heike, als ich mich hier umgesehen habe: So viel Plasik gibt’s hier gar nicht. Natürlich bestehen einige Küchengeräte zu einem großen Teil aus Kunststoff, etc.
Aber es gibt hier beispielsweise keine „unnützen Rumstände“ daraus. Und selbst meine Salatschleuder war immer schon (überwiegend) aus Edelstahl, meine Holzpfeffermühle ist unersätzlich, die Wolldecken sind tatsächlich zu 60% aus Baumwolle und in meinem Kleiderschrank überwiegt ebenfalls eindeutig die Baumwolle.

Das meiste findet sich allerdings doch in der Küche. Viele Lebensmittel werden darin wirklich gelagert. Mehl, Zucker, Kakaopulver, eingefrorene Reste, die Zitruspresse, die sich eigentlich schon in ihre Bestandteile auflöst, ein 1l-Messbecher, Messergriffe, ein Geizhals und Dinge, bei denen ich nicht darauf verzichten werde: Müllbeutel.
Auch im Badezimmer werde ich auf vieles nicht verzichten: Meine elektrische Zahnbürste, die DentTabs in ihrer Kunststoffdose, auch hier Müllbeutel und nicht zuletzt sind auch sämltliche Reinigungsmittel, die ich im ganzen Haus verwende in Plastik verpackt.

Küchenkram (fast) ohne Kunststoff

Küchenkram (fast) ohne Kunststoff

Tatsächlich habe ich kaum etwas neu gekauft:

  • Einen Glasmessbecher hatte ich ohnehin schon. 2005 habe ich mir mal ein Set im Aldi gekauft. Den großen hat aber jemand versehentlich kaputt gemacht, bei dem Versuch mir zu beweisen, dass er nicht aus Glas ist. Da habe ich nur noch einen neuen, großen gekauft.
  • Die Metallschüsseln, allerdings mit Gummi-Antirutschboden, habe ich vor einiger Zeit von meiner Mutter geschenkt bekommen. Ein Dreierset von bo-frost. Dazu kommen die einfachen „Halbkugeln“ von Ikea in 4 verschiedenen Größen. Auch die gibt es hier schon ewig und wurden nur ergänzt, weil meine Salatschleuder nach 8 oder 9 Jahren kaputt gegangen ist (ein Kunststoffteil ist gebrochen). Da musste also wieder eine aus Edelstahl her.
  • Mehl und Co. suchen noch nach einer optimalen Lösung. Vorerst gibt es Apothekerflaschen. Für den Zucker und meine Bierhefetabletten ist das toll. Für etwas das weniger gut rieselt, also Mehl und Kakaopulver, eher eine staubige Angelegenheit. Aber sieht toll aus. Salz wird z.B. auch noch darin einziehen, ebenso mein Vorrat an Pfefferkörnern.
  • Die neue Zitruspresse ist aus Metall und mindestens genauso gut, wie die alte aus Plastik. Sie ist nicht schwerer, ebenso bruchsicher, hygienisch und sieht nett aus.
  • Was ich schon lange haben wollte, wofür ich aber immer zu geizig war, ist das Teelamaß aus Metall. Fand das immer sooooo schön, wenn ich im Teeladen stand. Aber es ist doch verrückt, so viel Geld dafür auszugeben, wenn man sich die Plastikvariante einfach so mitnehmen kann. Aber die 3 bunten Löffelchen (Warum eigentlich 3?!) waren eben ersetzbar und wären nie kaputt gegangen. Das ist jetzt aus gesundheitlicher Sicht sicher total irrelevant. Aber egal: Sieht toll aus, der neue, schwere Messlöffel.

Ansonsten konzentriere ich mich, genau wie Heike, eher bei Neuanschaffungen darauf, was ich kaufe. Ich würde mir z.B. lieber noch mehr Messer mit Holzgriff zulegen. Vielleicht im Frühjahr wieder in Kornelimünster, auf dem historischen Jahrmarkt… Da hab ich schon 3 Stück gekauft. Und ich suche nach einem Wasserkocher mit Temperaturvorwahl, bei dem der Behälter komplett aus Edelstahl ist. Neue Kleiderbügel sind aus Holz und wenn etwas kaputt geht, wird eben auch wieder die Variante ohne Plastik gewählt.

Das Überraschendste ist allerdings, dass auch der Froschkönig voll dahinter steht. Teilweise sogar konsequenter als ich. Mir kamen ja wieder Zweifel, als ich diesen sündhaft teuren Messlöffel bei Tee Gschwender kaufen wollte. Er hat mich dann quasi dazu überredet.

 

Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, sich den Film anzusehen. Er ist optisch nicht wirklich ansprechend, hat wie bereits angedeutet seine Passagen, die man kritisch hinterfragen sollte, ist aber dennoch ein heftiger Denkanstoß. Wenn man diesen denn haben möchte
Und lest Heikes Blog! „Haselnuss-Weltverbesserer-Blond“ passt eigentlich viel besser.
Außerdem: Guckt mehr Quarks & Co.! Da würde ich gerne noch die 7 Dinge über Kleidung empfehlen.

Wie war das noch gleich mit der Emazipation?

Irgendwann – als ich ihm kundgetan habe, dass ich mir im Kino irgendeinen Twilight-Teil ansehe – meinte mein lieber Blogpate mal zu mir, dass er und seine Freundin mich re-emanzipieren müssten.

Gerade habe ich den Herd geputzt, denke darüber nach, ob diese Ceran-Feld-Reiniger etwas nützen. Gleichzeitig überlege ich, was ich uns heute leckeres koche.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Froschkönig im mittleren Management arbeitet und ich eine unterbezahlte Krankenschwester bin, kommt man bei einer sehr altmodischen Rollenverteilung an:

Er bringt das Geld nach Hause, sie steht am Herd.

Brauche ich so eine Re-Emazipation vielleicht wirklich. Bin ich unselbstständig und füge mich in alt hergebrachte Rollen?!

Ich glaube nicht.
Ich glaube eher, dass es eine weitere Stufe der Emanzipation ist, alte Rollenmuster nicht mehr stur abzulehnen sondern einfach das zu machen, worauf man Lust hat. Und sei es dann auch mal zu kochen, zu putzen und all die anderen Dinge, die Frauen so machen.

Womit er aber Recht hat, ist Twilight.
Ich bin den Büchern verfallen. Und die sind sowas von emanzipations“feindlich“:

Bella sieht sich als alleine nicht lebensfähig und schwach. Statt ihre eigenen Stärken zu entdecken unterwirft sie sich ihrem Vampir und dem Wunsch selbst einer zu sein. Auf dessen Erfüllung wartet sie geduldig und gibt sich selbst zwischenzeitlich sogar für ihr ungeborenes „Kind“ auf.
Erst durch die Verwandlung ist sie in der Lage selbst auf sich Acht zu geben. Doch auch dann macht sie das nicht. Sie macht, was die neue Familie von ihr erwartet. Aber sie hat ja die Ewigkeit Zeit, sich doch noch selbst zu verwirklichen.

Das hier soll jedoch keine Rezension der Bücher sein, ich will mich jetzt gar nicht wieder damit beschäftigen. Es reicht ja schon, dass ich bereits sehnsüchtig auf die DVD-Box (am liebsten alle Filme nochmal als Extended-Version) warte.

Also zurück zur Emanzipation:
Und eigentlich mag ich da auch gar nicht mehr so viel zu schreiben.
Also Schluss jetzt. Emanzipiere ich mich doch mal von der Erwartungshaltung, dass jeder Artikel ein vernünftiges Ende… 😉

Die Qual der Wahl

Vor langer, langer Zeit habe ich diesen Artikel angefangen.
Ich habe ihn aber nie veröffentlicht und ich weiß nicht warum. So schlecht war er doch gar nicht:

 

Fliesen aussuchen ist irgendwie vergleichbar mit der Berufswahl.

Man trifft eine Entscheidung, mit der man erstmal so zwanzig oder auch mehr Jahre leben muss. Es geht hier nicht darum 20 Jahre das gleiche zu machen, sondern darum 20 Jahre das Gleiche zu sehen.

Beim Beruf macht es einem die große Auswahl auch sehr schwer. Ich bin mir sicher, dass meine Eltern, und erst recht meine Großeltern, es da noch deutlich leichter hatten. Die hatten – je nach Schulabschluss – eine Hand voll Ausbildungsberufe oder Studiengänge zur Auswahl. Da wählt man dann das kleinste Übel 😉
Außerdem haben sie sich wirklich einen Beruf ausgesucht.
Das ist ja heute gar nicht mehr. Mittlerweile wählt man eher seinen Arbeitsweg. Ein Bäcker backt doch heute nicht mehr einfach nur Brot. Ein Schneider kürzt entweder in einem kleinen Laden in der Innenstadt Hosen, näht Herrenanzüge auf Maß in einem schicken Atelier oder macht etwas ganz anderes.
Der Journalist schreibt nicht zwangsläufig für Zeitungen und Magazine. Oft berät er z.B. auch Firmen und Politiker, was diese den den anderen Journalisten sagen sollen.
Ein Physiker muss nicht lehren und forschen, er kann vielleicht auch jede Woche im Fernsehen auftreten. Baggerlöcher besichtigen, Lebensmitteln beim allmählichen Verfall zusehen und was sonst noch so interessant für den Zuschauer ist.
Anwälte arbeiten nicht nur typischerweise in Kanzleien sondern ebenso charakteristisch in der Wirtschaft, in Krankenhäusern, und überall sonst, wo Menschen Fehler machen und trotzdem möglichst ohne blaue Augen davonkommen wollen.

Zu dem Problem, dass ein Beruf heute nicht mehr eng mit einer bestimmten Arbeit verbunden ist kommt das Problem, dass es so viele verschiedene Berufe gibt:
Was früher ein Betriebswirt und ein Ingenieur war ist heute ja ein Betriebswirt, ein Ingenieur und eine Wirtschaftsingenieur. Plus diverse Quereinsteiger.

Fliesen sind auch so. Als meine Oma ihr Bad gefliest hat gab es weiß (für öffentliche Sanitäranlagen), blau, braun, rosa, gelb und grün. Dazu dann jeweils Fliesen mit unterschiedlichen Blumenmotiven, die dazwischen gesetzt wurden.
Ende.

Heute gibt es all diese Farben.
Dazu etliche Grautöne: mit Maserung – streifig, rauschig oder eher fleckig, mit wenig Maserung, ganz ohne Maserung, mit warmen Erdtönen in der Maserung, im Grundton, hell, nicht ganz so hell, dunkler, noch dunkler und ganz dunkel.
Grau kann aber nicht nur mit erdigen Tönen gemischt werden sondern auch ins Grüne oder Violette gehen. Es kann aussehen wie Beton, wie Estrich oder wie Granit.
Fliesen sehen unter Umständen auch aus wie Stahl, oder wie Holz. Sie sind aus Steinzeug, aus Ton, tatsächlich aus Granit, Marmor, …

Und dann die Formate.
Früher gab es 30×30 auf dem Fußboden und 20×25 an der Wand. Keine Diskussion. Ich habe heute Fliesen in etwa 5×50 und in 60×120 gesehen. Quadratisch, rechteckig, streifenförmig.

Fugen!
Fugen müssen nicht grau oder braun sein. Und sie müssen auch nicht immer Kreuze bilden. Fugen müssen nicht parallel zu Wänden verlaufen.

Egal wofür man sich entscheidet, irgendwas besseres gibt es wohl immer.
Und man wird immer irgendjemanden um seinen Job beneiden. Sei es wegen der Arbeitszeiten, der Bezahlung, dem Ansehen in der Öffentlichkeit, der Verantwortung, oder, oder, oder.

Nach etlichen Stunden und vielen teils sehr ähnlichen Platten, haben wir endlich etwas gefunden, was wohl in 20 Jahren genauso modern sein wird, wie heute grüne und rosa Badezimmer.

Klarname und Anonymität

In den letzten Tagen gab es 2 Anstupser, um mich nochmal mit meiner Identität im Internet auseinanderzusetzen:

Ein Bericht im Radio über die Klarnamenpflicht in Südkorea und dieser Artikel, in dem es eigentlich um Gründe geht, warum Mike Schnoor nicht jedem Twitterer folgt.

Schon während der Radiosendung habe ich mir überlegt, was es für mich bedeuten würde, wenn ich überall im Internet meinen vollständigen Namen angeben müsste.
Mein Blog würde dann wohl verschwinden, ebenso mein Twitter-Account.
Ich stehe zu allen Inhalten, die ich hier poste und würde jedem, der danach fragt meinen Namen nennen.
In diese Richtung, ist das vollständig okay für mich. Soll ruhig jeder Leser wissen, wer hier über so belanglose Themen wie Haare und Menschen im Wartezimmer schreibt.

Und genau da setzt dann auch der Artikel von Mike Schnoor an. Er schließt im Endeffekt diejenigen aus, die ihre Anonymität nutzen, um Nonsense zu posten ohne ihren Kopf dafür hinhalten zu müssen. Beleidigungen, Kritik, Spam und das alles ohne Konsequenzen.

Das ist jedoch nicht der Grund für mein Pseudonym. Mit anderen Inhalten würde ich vermutlich auch zu denen gehören, denen er trotz Pseudonym folgt.

Ich nutze es nicht, um vollständig anonym zu sein. Ich poste viele persönliche Dinge und vermutlich wäre es ein leichtes, anhand der Daten aus meinen Artikeln in Erfahrung zu bringen wann ich wo mein Pflegeexamen gemacht habe. Darüber kommt man dann auch recht schnell auf meinen Namen. Und jeder Blogger, dessen Srtikel ich schon kommentiert habe, kennt ihn ohnehin. Schließlich wird dabei fast immer nach der Email-Adresse gefragt.

In die andere Richtung möchte ich das nicht.

Ich möchte nicht, dass etwa potenzielle Arbeitgeber meinen Namen bei Google eingeben und als erstes zu lesen bekommen, dass ich für mein Examen nicht gelernt habe und auch jetzt noch ein ausgeprägtes Motivations-/Disziplinproblem habe.

Das Internet ist für mich mehr wie ein Sportverein.
Mein Arbeitgeber muss ja auch nicht wissen, in welchem Fitnessstudio ich angemeldet bin und wie oft ich dort trainiere. Umgekehrt darf aber das Fitnesstudio gerne wissen, wer ich bin. Und im Fitnessstudio darf auch meinetwegen jeder wissen, an welchen Geräten ich trainiere, wie oft ich da bin, etc.

Die Geräte im Internet sind dann nicht die Beinpresse und der Crosstrainer sondern Twitter und mein Blog.

Während ich bei all meinen Aktivitäten außerhalb des Internets selbst entscheiden kann, wem ich davon erzähle, kann ich das im Internet nicht.
Und daher mein Pseudonym.
Damit wird das Internet zu einer Aktivität wie jeder anderen, von der ich erzählen kann, oder nicht:

Wie den Namen eines Vereins kann ich mein Pseudonym entweder weitergeben oder für mich behalten.

Ich bin nrsss.
Krankenschwester, unentschlossen, Zicke, faul, habe von vielem keine Ahnung und bin aktuell böse erkältet.