Rauchen und Umwelt?

Auch wenn das Nichtraucherschutzgesetz vor kurzem weider so groß in den Medien war: Der Gesundheitsaspekt bleibt heute außen vor. Schließlich ist dafür jeder selbst verantwortlich.
Ich freue mich immer wieder, wenn es irgendwo rauchfrei ist, bin aber nicht entsetzt, wenn es nicht so ist. Wenn es mir zu viel (tränende Augen z.B.), dann gehe ich halt. Wobei ich mich ja darüber freue, dass dieses Rauchverbot selbst auf dem Oktoberfest wohl sehr gut angekommen ist…

Ich möchte vielmehr kurz einen anderen Aspekt des Rauchens anreißen:
Hat sich eigentlich schonmal jemand Gedanken darüber gemacht, wie sehr Raucher zum Umweltschutz beitragen könnten, ließen sie es einfach bleiben?

  • weniger Schadstoffe, die beim eigentlich Rauchen, also dem Verglühen von Tabak und Papier, in die Luft geblasen werden
  • auch die Produktion ist sicher nicht schadstoffrei, wenngleich sie ja zu einem marginalen Teil durch die Photosythese der Tabakpflanzen ausgeglichen werden könnte… wobei diese nicht zu ernten auch hiergarantiert die bessere Ökobilanz hätte
  • die Herstellung der Verpackuungen: Egal ob Folien, Dosen, etc. für losen Tabak oder Pappschachteln: Hier leiden nicht nur Bäume
  • die Entsorgung der Verpackungen: Immer wieder liegen Zigarettenschachteln mitsamt der Plastikfolien in Grünanlagen, diese verrotten ja bekanntlich nicht (Grundschule: Kompostierungsversuch)
  • Zigarettenstummel, die nicht im Aschenbecher sondern auf der Straße landen, verunreinigen unter anderem durch die enthaltenen Giftstoffe unser Grundwasser

Mensch… Die Raucher unserer Gesellschaft sind schon wahre Umweltsünder! Schlimmer noch als Carnivore!

Wo ist mein Steak?

Eine Sonne namens Begeisterung

Call me nurse!

Das darf ich mittlerweile seit einem halben Jahr sagen. Nachdem mir bis dahin immer wieder nur gesagt wurde „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, bin ich immernoch der Meinung, dass Krankenpflege kein guter Job ist. Die Arbeit ist hart, schmutzig und will einen immer wieder nach Hause verfolgen. Sie ist geprägt von finanziellen Kürzungen, Unzufriedenheit auf allen Seiten und dem Gefühl, dass man gegen Windmühlen kämpft udn das ganze System so ineffektiv wie ungerecht ist.

Und trotzdem liebe ich diesen Beruf. Nicht etwa weil ich meine irgendwem zu helfen, etwas gutes zu tun oder gar ändern zu können. Nein. Ich bin einfach begeistert von dem, was ich jeden Tag erleben darf. Ganz egal in welchem Tätigkeitsfeld der Krankenpflege ich mich bewege, sie ist einfach toll.

Nehmen wir zum Beispiel die Neurologie: Hier geht es ja vor allen Dingen um die Schaltzentrale des menschlichen Körpers. Kein anderes Organ ist so gut vor Fremdeinwirkung geschützt: Der Schädel, der keinen Kratzer an das Gehirn lässt und selbst das Blut kommt nicht einfach so ran. Es ist ja auch viel zu oft Überbringer von diversen Krankheitserregern.
Ist es nicht ein Wunder, dass man durch die bloße Raumgestaltung Einfluss auf den Verlauf einer Krankheit nehmen kann?
Außerdem habe ich hier in meiner Ausbildung einen der bewegendsten Momente dieser drei Jahre erlebt: Eine Dame, die aufgrund ihrer Erkrankung monatelang keinen Muskel mehr bewegen konnte, nichteinmal selbstständig atmen, wackelte eines Morgens mit ihren rechten großen Zeh.

Dann die Endoskopie: Ohne den Körper zu verletzen sind ganz tiefe Einblicke möglich. Neben Diagnose wird auch Prävention betrieben. Verändertes Gewebe wird entfernt ohne sicht- oder spürbare Narben zu hiterlassen bevor es zum gefürchteten Krebs wird. Und wenn doch einmal Therapie notwendig ist, weil z.B. die Gallenwege durch gemeine Steine einfach blockiert werden, können auch diese entfernt werden ohne die unangenehmen Folgen einer Operation: Narbe, eingeschränkte Mobilität, …

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, kommt auch noch der Operationsdienst: Hier kann wirklich etwas am Menschen verändert werden. Gebrochene Knochen wieder zusammengeflickt, Löcher im Herzen geschlossen oder einem Herzen, dass nicht mehr wirklich schlagen möchte wieder auf die Sprünge geholfen werden. Hier wird der Mensch ganz bewusst verletzt. Aufgeschnitten sowie neu zusammengeflickt. Aber das ist eben nicht nur eine Sache des Arztes, sondern dieses ganze Zusammenspiel, Hand in Hand, die perfekt aufeinander abgestimmten Abläufe.

Skalpell! Tupfer!

Dabei weiß eigentlich jeder Mitwirkende meistens schon was als nächstes kommt.

Es ist Beruf mit zahlreichen Schattenseiten. Wie gut, dass die Begeisterung doch so viel Licht hineinbringt.

PKV schützt vor bösen Keimen

Wie bereits angekündigt mein Beitrag zur privaten Krankenversicherung.

Vor einigen Monaten lernte ich im Rahmen meiner Stellensuche die ein oder andere Klinik kennen. Darunter auch eine, die Organtransplantationen durchführt und mir eine Stelle auf einer solchen Station angeboten hat:

An sich machte das Haus einen sehr, sehr guten Eindruck auf mich. Professionell wirkte neben dem gesamten Auswahlverfahren auch die Möglichkeit, mir meine potentiell zukünftige Station anzusehen und die Leitung kennenzulernen. Auf dem Flur begegneten mir nicht – wie ich es aus meiner Ausbildung kannte – diverese Wagen mit Verbandmaterial, Patientenakten und Pflegeutensilien. Es war alles aufgräumt. Mit einem Bett wäre man problemlos durchgekommen. Gewöhnt war ich bis dahin auch an das ständige Geräusch der Patientenklingel. Dort war alles ruhig. Die Patienten waren wohl zufrieden, wunschlos glücklich.
Das hat aber bisher noch nicht sehr viel mit irgendeiner Krankenversicherung zu tun. Die Beschreibung der Räumlichkeiten hingegen sehr wohl. Es gab nicht etwa einen eigenen Aufenthaltsraum für die Privatpatienten mit HD-TV und Bücherregal. Auch keine Massageliegen. Einzelzimmer gab es sicherlich, wurden jedoch nicht speziell aufgezählt. Die Stationsleitung erläuterte mir allerdings dass der Flur in 2 Bereiche aufgeteilt sei. A und B.
Im Bereich A gab es 2 Zimmer mit sogenannten „Schleusen“. Diese waren extra für die besonders infentionsgefährdeten Transplantationspatienten vorgesehen. Außerdem wurden privat Versicherte in diesem Bereich untergebracht.
Bereich B war eher die „Schmuddelecke“. Dort konnte man auf Patienten mit antibiotikaresitenten Infektionen treffen. Und auf die gesetzlich Versicherten.

Ich war zu schockiert in Anbetracht dieses Beweises dafür, dass es eben doch Patienten erster und zweiter Klasse gibt, ansonsten hätte ich gefragt, wo denn Privatpatienten mit MRSA liegen. Und ob transplantierte Kassenpatienten denn nur in den Bereich A dürfen, wenn sie mindestens ein Organ haben, das irgendwann einmal privat versichert war.

Privatpatienten sind also potentiell weniger infektiös oder leichter zu therapieren, als diejenigen aus der GKV. In diesem Haus auch kein Wunder…