Haare, nichts als Haare! #9 – Senza Limiti Ausbeute

Wer die Blogkooperation „Flechtwerk“ regelmäßig verfolgt, hat in den letzten 2 Wochen sicher einige Beiträge zu dem (Haar-)Schmuckkünstlerpaar Senza Limiti gelesen und gesehen. Zum Beispiel bei Mai und der Nixe. Am Karfreitag haben sogar 5 der 6 Flechtwerkerinnen über unseren Besuch im Allgäu gebloggt.
Wir, das waren neben den 5 Flechtwerkbloggerinnen noch 4 Mädels aus dem Langhaarnetzwerk und ich.

Nickike, nrsss, Nymeria, Nessa, Lady Amalthea, Mai Glöckchen, Gundula, Wuscheline, Lenja, Nixe, MissMut

Nickike, Mensch (nrssss), Nymeria, Nessa (Haartraum), Lady Amalthea, Mai Glöckchen (haselnussblond), Gundula (Senza Limiti), Wuscheline, Lenja (Waldelfentraum), bobbsi (Nixenhaar), MissMut

Ich habe selbst in der Werkstatt ordentlich zugeschlagen.
Das war aber auch so geplant. Kein spontaner Kaufrauch.

Ich wollte mir eine silberne Luna, und eine Canoa kaufen.
Dann wollte ich eigentlich mit Gundula und Giuseppe über eine Sonderanfertigung sprechen.

Tatsächlich kann dann aber doch einiges etwas anders:

Tatsächliche Ausbeute

Tatsächliche Ausbeute

Als erstes habe ich mich in der Werkstatt auf die zahlreichen, uns erwartenden Lunas gestürzt. Die beiden hatten von uns schon einige Mails bekommen, was wir gerne ausprobieren würden und entsprechende Stücke bereit gelegt.
Mai hielt Ausschau nach einer goldenen, ich nach einer silbernen Spange.
Da ich selbst noch nie einen Buncage benutzt habe, ließ ich Gundula direkt mal ausrobieren, welche Größe mir wohl passt.

M passt zur Duttgröße, jedoch gelang es ihr nicht, einen Dutt mit meinen Haaren nur mit einer Luna zum Halten zu bringen.

Gundula und Giuseppe kämpfen mit den "schwierigen" Haaren

Gundula und Giuseppe kämpfen mit den „schwierigen“ Haaren

Also musste der Meister persönlich ran.. Immer wieder meinte er, dass meine Haare schwierig sind. Sie sind sehr glatt, sowohl was die „Form“, als auch die Oberfläche angeht und dazu irgendwie recht „schwer“, haben einen gewissen Drall und sind daurch enorm flutschig und brauchen eine gewisse Spannung und viel Druck, um in Form zu bleiben.

Schwierige Haare.

Wirklich schwieriges Haar…

Ihm gelang es schließlich nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Stck- und Wickelvariationen. Jedoch nicht so, wie die Spange eigentlich „gedacht“ ist:  Dauerhaft hätte es nur gehalten, wenn er eine „Spezialluna“ mit einem zusätzlichen Ring für mich gemacht hätte. Die hätte dann aber nicht mehr so ausgesehen, wie ich die Luna mag.
Ich war (oder bin…) wirklich enttäuscht.

Wer meinen Adventskalender verfolgt hat weiß, dass ich meinen Haarschmuck nicht einfach nur als Deko trage.
Mein Haarschmuck ist auch immer der Haltgeber und ich mag das so.
Diesen Kompromiss müsste ich eingehen, wenn ich diese Haarspange zu der für mich dazu ideal passenden Frisur, nämlich dem Cinnamon, tragen wollen würde.
Luxusproblem.

Für die Gespräche über meine Spezialanfertigung blieb bei 10 Mädels und nur 3 Stunden Zeit nicht mehr genügend Raum.
Gefrustet, wie ich dank der Nicht-Luna  war, habe ich mir neben einer geplanten Canoa dann eine Flora und eine Ricciole mitgenommen. Für die außergewöhnliche, hellblaue Kugel brauchte ich ohnehin eine Verwendung.

Tatsächliche Ausbeute im Detail

Tatsächliche Ausbeute im Detail

Jetzt ärgere ich mich allerdings bei mindestens einem der drei Stäbe darüber, dass ich mich von den anderen habe bequatschen lassen, ihn nicht in der kürzesten Größe zu nehmen.

Fluffigere Dutts sind bei mir einfach nicht so stabil und können Haarschmuck mit einem deutlich schwereren Ende nicht so gut halten. Alle drei sind aber ausgerechnet für den Fluffy-LWB ausgemessen und die Canoa und die Riccio sind, dank der wunderschönen Glaskugeln an dem einen Ende, wirklich sehr schwer. Daher dreht und lockert sich der Dutt und ich habe begründete Angst, dass es nicht nur doof aussieht, sondern auch der Haarstab rausrutscht. Nicht schön.

Gut geht das aber mit der Flora. Die ist wirklich super leicht! Die Blütenblätter sind ja auch nur aus einem filigranen Netz gearbeitet.
Und sie ist mein erstes Schmuckstück in Roségold.

Fluffy LWB mit "Flora" von Senza Limiti

Fluffy LWB mit „Flora“

Als Alternative zum Fluffy LWB, habe ich mit der Ricciole eine Abwandlung des Chamäleon-Dutts gemacht, Stäbe mit schweren Kugeln bekommen senkrecht gesteckt nicht so schnell „Schlagseite“.

Chamäleon Dutt mit „Ricciole“

Das gefällt mir wirklich gut, schade, dass es irgendwo ziepte und sich trotzdem nicht stabil anfühlte.
RiccioloDie Canoa ist zwar auch „zu lang“, aber die würde so klobig aussehen, wenn der doch recht dicke Holzstab gekürzt würde. Daher werde ich sie wohl vorerst hauptsächlich im Centerheld Flechtdutt mit Parandi tragen.
Vielleicht finde ich ja auch noch Wolle, die sich weniger auffällig in meine Naturhaarfarbe einfügt, damit der Dutt an sich etwas „ruhiger“ wirkt.

Centerheld Braided Bun mit "Canoa"

Centerheld Braided Bun mit „Canoa“

Gerade bei der Canoa mag ich die Kugel super gerne. Und auch den Künstlern scheinen die Kombination aus Nussholz, Silber und der „C2-Kugel“ zu gefallen. Jedenfalls ist genau diese Kombination seit kurzem als Produktfoto auf der Senza-Limiti-Homepage zu sehen.
Canoa

Zum Abschluss habe ich noch ein Bild mit einem meiner älteren Senza-Limiti-Haarstäbe gemacht:

Nuvi Bun mit Hawaii

Nuvi Bun mit „Hawaii“

Ich trage die Hawaii sehr gerne und auch recht häufig. Vielleicht erkennt sie ja noch jemand aus meinem Adventskalender?
Jedenfalls passen diese 10 Zentimeter in meiner Lieblingsfrisur perfekt.
Der Nuvi Bun ist stabil und ziept auch bei noch so flutschigen Haaren und schwerem Haarschmuck nur selten.

Ich glaube, auf genau diese Länge lasse ich auch meine Ricciole ändern
Sonst wird sie wohl viel zu selten getragen werden, weil ständiges Neuwickeln und Kopfschmerzen sind eher nicht so meins.

Auf jeden Fall hat der Besuch in der Werkstatt mit den Mädels richtig viel Spaß gemacht. Allein schon die Inspiration, wenn dann jemand eine Stab aus Kugel, Metall und Holz zusammenstellt.
Und vor Ort wirkt die Auswahl an Kugeln wirklich beeindruckend! Schön sind sie ausnahmslos alle!

  • Wie findet ihr meine Ausbeute?
  • Gefällt euch Roségold zu meiner Haarfarbe?
  • Und was haltet ihr von dem Kompromiss, einen Buncage als reine Deko statt als „dekorative Befestigung“ zu tragen?

Sport ist Mord #9 – Ich hab’s getan!

Ich habe gekündigt. Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Und es wurde Zeit.

Vor kurzem hat der Froschkönig darüber nachgedacht, dort auch zu trainieren, das wäre sicher gute Motivation gewesen. Zusammen etwas machen.
Er hat sich aber aufgrund der Kosten und den (vermutlich üblichen) Vertragsbedingungen dagegen entschieden und wird jetzt „Fit ohne Geräte“.
Für mich wäre das aktuell nichts. Ich kann mich noch gut an meinen „Ich-mache-zu-hause-jeden-Tag-Yoga-und-wenn-es-nur-das-Sonnengebet-ist-Versuch“ vor ein paar Jahren erinnern. Es wurde dann meistens eher „Yoga-Nidra“ und ich bin nicht nach einer halben Stunde fit wieder aufgestanden.

Ich versuche jetzt seit 3 Wochen etwas anderes. Ich versuche zu laufen. Mal wieder. Mein dritter Versuch.

Der erste war in der 12. Klasse. Ich hatte eine Strecke bei meiner Oma im Wald, die ich versucht habe zu laufen. Ich hab das vielleicht so 10 Mal gemacht, es aber nie geschafft. War bereits nach einem Bruchteil der Runde total fertig, hatte fast immer Seitenstiche und überhaupt kein Gefühl Fortschritte zu machen.
Versuch 2 war irgendwann in Aachen. Ich habe direkt am Westpark gewohnt und dachte, dass es doch eine tolle Idee wäre, da ein paar Ründchen zu joggen. Der Weg dorthin war von mir aus leicht bergab. Ich habe es nicht geschafft bis da zu joggen und dann nach 100m immer mit (vermutlich) feuerrotem Kopf zu gehen statt zu laufen war mir irgendwie peinlich.

Jetzt bin ich also bei Versuch Nummer 3.
Den beschreibe ich dann aber nächstes Mal…

bofrost*-Produktmarketing

Der Froschkönig und ich sind Kunden beim bofrost*. Und zwar sehr gerne.
Ich persönlich liebe ja die boBömbchen. Sie wurden erst vor kurzem (wieder) neu ins Programm aufgenommen. Selbst unser Verkaufsfahrer kannte sie nicht. Aber als ich noch mit meiner Mutter und meiner Oma in einem Haus gewohnt habe, gab es die schon mal. Das ist aber mehr als 15 Jahre her.

Heute war er wieder hier, der Verkaufsfahrer. Schon im Vorfeld haben wir uns Gedanken über die Sauerbratenroulade gemacht. Hier das Bild der bofrost*-Homepage:

Quelle: bofrost.de

Quelle: bofrost.de

Wir haben gerätselt, wie groß wohl die Enttäuschung ist, wenn man sie dann vor sich auf dem Teller hat. Wir haben usn gefragt, wie dieses Bild wohl manipuliert wurde. Ob es wohl wirklich so viele „Fleischumwicklungen“ sind? Mittlerweile wissen wir es:

  • kleiner Teller
  • weniger Soße
  • kleinere Knödel
  • Perspektive

Bei uns sah es dann so aus:

Günstige Perspektive

Günstige Perspektive

Die Abbildung suggeriert mehr!

Die Abbildung suggeriert mehr!

Eigentlich kann man an den Zutaten sehr genau erkennen, was – und vor Allem: wie viel – man bekommt. Es handelt sich insgesamt um 500g Produkt auf zwei Kochbeutel verteilt.
Man sollte jedoch bedenken, dass darin auch die Soße enthalten ist:

Sauerbratenroulade 40% (Rindfleisch 65 %, Wasser, Weizenmehl, Backobst 7 % (Aprikosen, Pfirsiche, Backpflaumen, Birnen, Äpfel), Eier, jodiertes Speisesalz, Kräuter (Petersilie, Dill, Basilikum), Hefe, Gewürze (Chili, Curry, Fenchel, Lorbeer, Pfeffer, Piment, Zwiebel, Sellerie), Karamellzucker, Zucker, Branntweinessig), Wasser, Rinderfond (Wasser, Rindfleischextrakt), Zwiebeln, Apfelkraut (Äpfel, Birnen, Zucker, Geliermittel (Pektine)), Apfelmus (Äpfel, Zucker), Rapsöl, Zucker, Branntweinessig, modifizierte Maisstärke, Sellerie, Karotten, jodiertes Speisesalz, Tomatenmark, Karamellzucker, Gewürze (Liebstöckelwurzel, Pfeffer, Nelke, Sellerie, Chili, Curry, Fenchel, Lorbeer, Piment), Kräuter (Basilikum, Dill), Palmfett.
(Quelle: bofrost.de)

Demzufolge 100g Roulade (40%), 150g Soße (60%). Von den 100g Roulade sind dann tatsächlich 65g Rindfleisch (26% der Gesamtmenge).
Geschmacklich ist sie aber ganz in Ordnung. Die Soße ist etwas flüssig, aber man erkennt, dass es Sauerbratensoße ist. Das Fleisch ist mager und nicht zu trocken. Ebenfalls leicht sauer – wie es sich auch gehört!
Die Zubereitung ist ebenfalls denkbar einfach – und durch die Kochbeutelgeschichte ist in dem Kilopreis von 19,90€ immerhin kein Wasser enthalten, dass bei der Zubereitung verdunstet…

Fazit:

Eher eine schnelle, aber feine Mahlzeit für besser verdienende Singles. Als Festtagsmenü hauptsächlich unterhaltsam.

Wirklich gelungenes Produktmarketing. Wirklich gelungene Manipulation!

Haare, nichts als Haare! #2 – Die Meisterprüfung

Es war im Sommer 2009. Ich war unzufrieden mit meinen Zotteln und eine Bekannte meinte, dass jemand ein Modell für eine Meisterprüfung sucht. Da sei ich doch perfekt für geeignet. Ich war nicht abgeneigt. Was sollte auch schon schief gehen? Es ging ja nicht um eine Gesellenprüfung. Die Dame sollte ihr Fach ja schon verstehen. Und eine angehende Meisterin erst recht!

Ich habe mich mit der gelernten Frisörin getroffen und fand sie so weit ganz nett.
Sie hatte eine recht klare Vorstellung von ihrem Projektthema, „Flamenco“, und ich eine ebenso klare Vorstellung davon, was sie mit meinen Haaren machen durfte, Stufen, die kürzeste mindestens schulterlang. Wegen der Haarnadeln.
Für sie war das kein Problem, es komme ja darauf an, dass es eine deutlich Veränderung gebe. Die sei einerseits schon durch die geplante Farbe gegeben, und bei einem absolut stufenlosen Schnitt, sei eben auch das bloße Schneiden von Stufen schon sehr deutlich.

In den Wochen vor der Prüfung wurde ich von ihr verwöhnt. Sie zupfte mir die Augenbrauen, färbte meine Wimpern und übte mich zu schminken. Das Make Up war eindeutig Geschmacksache. Mich beruhigte allerdings, dass sie selbst meinte, es sei nur deshalb so übertrieben, weil dies zum Thema passe und in einer Prüfung so üblich sei.

So weit so gut.

Am Abend vor der Prüfung bekam ich dann doch Angst. Ich ging zu einer „schwarzen Party“ und war wehmütig betrank mich.

Der Tag war gekommen. Sie holte mich ab, klebte mir künstliche Fungernägel auf und für mich gab es kein Entrinnen.

„Vorher-Fotos“ wurden gemacht:

Sie begann sofort mit der Farbe. Während diese einwirkte, kümmerte sie sich um meine Fingernägel. Aber um die geht es hier nicht.
Nach der Farbe bekam ich quasi unmittelbar mit dem ersten Schnitt einen Schreck. Es waren die unteren, die also eigentlich längsten Haare. Sie machte dort einen Schnitt direkt unterhalb vom Nacken! Ich war den Tränen nahe und zischte nur durch meine Zähne, dass das SO nicht vereinbart war.  Die nette, blonde Frau guckte mich unschuldig und absolut perplex an. Gleichzeitig ängstlich. Würde ich ihr die Prüfung vermasseln?

Ich hätte es verdammt nochmal tun sollen!

Heute bin ich mir nicht sicher, ob sie von Anfang an nicht verstanden hat, wie lang meine Haare mindestens bleiben sollten, oder ob es ihr einfach egal war. Fakt ist, ich war sehr kurz davor war einfach loszubrüllen.

Dass ich von den Prüfern behandelt wurde, als sei ich ein bloßer Puppenkopf machte es mir nicht leichter. EinIdiot drehte meinen Kopf einfach hin und her, als wäre er ein Joystick!
Irgendwann war es vorbei. Ich musste mich umziehen das fertige Produkt (inkulsive dem männlichen Modell) wurde betrachtet und bewertet. Die Modelle der anderen Prüflinge fanden meine Verwandlung ach so toll und ich war weiterhin den Tränen nahe.
Zum Abschluss wurde das Grauern auch noch fotografiert. 


Der Fotograf war einer ihrer Lehrer und bearbeitet die Bilder selbst. Ihm war mein Gesicht offensichtlich zu rund und ihr Lippenstift nicht rot genug.

Ich wurde nicht ein Mal gefragt, ob mir das Ergebnis gefällt und meine Peinigerin stellte mir diese Frage erst in ihrem Auto. Ich sagte nur:

Es ist kürzer als besprochen.

Es lohnt sich nicht, sich jetzt darüber zu ärgern, dass ich nicht aufgestanden bin.
Aber der Titel „Meister“ hat für mich jegliche Bedeutung verloren. Wer nicht auf den Menschen eingeht, dessen Haare da „verarbeitet“ werden, der verdient für mich gar keinen Titel. Und dennoch hat sie diese Prüfung bestanden und darf ihn nun tragen.

Das ist dann übrigens ihre Interpretation von „Flamenco“:

Flamenco

Erlebnisreise in Berlin

Wir waren in Berlin.
Und zwar etwa 50 Stunden lang.

In diesen 50 Stunden habe ich vieles gelernt,…
… z.B. dass man vom Gehen Muskelkater bekommen kann. Und zwar nicht am nächsten Tag, wie das ja so üblich ist bei Muskelkater, sondern noch am selben Tag. Während ich „in letzter Instanz“ meine Rinderroulade aß, hat er sich angeschlichen. Denn anschließend konnte ich nur unter Schmerzen aufstehen. Vorderseite Oberschenkel und die Muskulatur am Schienbein (!!!) waren die Hauptschmerzherde.
… man kann nämlich auch unter der Ferse Blasen bekommen. Auch in Schuhen, in denen man schon viele, viele Stunden und Kilometer gelaufen ist.

Und ich habe noch mehr erlebt, …
… da waren Schuhe. Trippen. Die wohl bequemsten Schuhe der Welt. Das hat mir eine Arbeitskollegin gesagt und ich habe es am Dienstag am eigenen Fuß spüren können. Und obwohl diese Schuhe das großartigste Fußgefühl meines Lebens waren, waren sie auch eine riesige Enttäuschung. Optisch sagten sie mir an meinen Füßen kein bisschen zu. Und auch wenn sie „gefühlt“ perfekt sind, so sind sie nicht annähernd das Geld wert, das sie kosten, wenn sie nicht anzieht, weil man nicht damit gesehen werden möchte. Taurus, wir werden uns so schnell nicht wieder treffen.
… so kann man auch den Ausblick von der Hotelbar als Erlebnis bezeichnen. In dem Fall einfach Fotos zur Erläuterung:


… da gab es in der „sky.bar“ zum tollen Ausblick zwei der leckersten Mojitos, die ich bisher getrunken habe. Diese Verschmelzung vom Minze und Rohrzucker. Eine Gaumenfreude.
… meine Fahrten mit der „Tram“ hatten für mich irgendwie Zeitreise-Charakter. Auch wenn in meiner Heimatstadt die letzte „Öcher Tram“ bereits 10 Jahre vor meiner Geburt gefahren ist, erinnert mich dieser Name doch an „zu Hause“. Und ich hätte Aachen gerne mit Schienen in den Straßen erlebt. So erschrecke ich mich in fremden Städten immer wieder, wenn plötzlich Züge auf der Straße fahren. Ober mitten über irgendwelche Plätze. Gewundert hat mich allerdings, dass nicht ein einziges Mal jemand meine Fahrkarte sehen wollte. Obwohl in einer Tram scheinbar ein Kontrolleur mitgefahren ist. Haben die in Berlin etwa Angst zusammengeschlagen zu werden wenn sie jemanden nach seinem Ticket fragen?!
… den Besuch des Holocaust-Mahnmals kann man wohl nur als „Erlebnis“ beschreiben. Es ist beängstigend. Und erdrückend. Und es ist genial. Diese Stimmung, die einen automatisch überkommt, wenn man zwischen diesen riesigen Säulen umhergeht. Sie wird nicht gestört durch Jugendliche, die gleichzeitig darauf rumturnen und von Block zu Block springen. Vielleicht wird sie sogar verstärkt. Sie reißt einen mit. Und leider lässt sie sich nicht mit einer kleinen Kompaktkamera einfangen.

… im Vorfeld der Berlin-„Reise“ hatte ich nur eine Planung. Und zwar wollte ich ins Pergamonmuseum, mitsamt Panorama. Ich hatte den Artikel darüber im GEO gelesen und wurde dadurch angefixt. Das Panorama ist fantastisch. Selbst wenn der Froschkönig dabei ist und auf Fehler im Schattenwurf aufmerksam macht. Tipp für jeden, der es sich noch ansehen möchte: Ticket online buchen! Die Schlange vor Ort ist nicht zu empfehlen und so leicht zu umgehen. Die Ausstellung dazu ist schön. Neben der ständigen, die schon allein durch die bekannte Teilrekontruktion des Zeus-Altars beeindruckt, sind einige zusätzliche Stücke zu begutachten. Ein wenig „Geschichte der Geschichtswiederherstellung“.

Auch die Wirkung des Panoramas kann man nicht auf einem Bild festhalten, man muss es mit eigenen Augen sehen. Und man darf sie auch gar nicht Fotografieren. Und das ist gut so! Blitzlicht auf der plattform würde die Stimmung ruinieren. Die Wirkung erheblich reduzieren.
… als Seifenblasenfan, war für mich der Weg vom Rechstag zum Brandenburger Tor besonders toll. Straßenkünstler. Mit Seifenblasen. Herrlich.

Im Vorfeld hat ein Freund viel Negatives von Berlin berichtet. Er arbeitet dort zur Zeit und sieht sicher nicht nur die fröhliche, saubere, bunte Touristenwelt., wie ich in den letzten Tagen. Aber insgesamt kann ich meinen Eindruck wohl mit wenigen Worten zusammenfassen, und werde mir damit sicher auch einige Feinde machen:

Berlin sieht fast aus wie Köln. Nur größer. Und sauberer.

Vermeidungsstrategie

Das Gefühl versagt zu haben lässt sich ganz leicht vermeiden. Einfach nicht um etwas bemühen, nur wenig Energie investieren.

Wenn ich z.B. jetzt mein Examen gut absolviere, dann freue ich mich. Wird es nicht so toll, bin ich trotzdem nicht enttäuscht. Ich ärgere mich höchstens über mich selbst. Schließlich hätte ich es besser gekonnt. Wenn ich denn mehr Zeit und Fleiß darin investiert hätte.

Hätte die Vorbereitung in viel Mühe, Entschlossenheit und Anstrengung bestanden, dann würde mich das noch mehr freuen. Es wäre dann der gerechte Lohn. Ein schlechtes Abschneiden würde mich allerdings enttäuschen. Mich entmutigen. Mir das Gefühl geben, dass ich so schlecht auch ohne all diese „Opfer“ hätte abschneiden können.

Scheiß Konjunktiv.

Mittlerweile liegt das alles hinter mir. Ich habe bestanden. Und zwar viel besser als erwartet. Ich bin glücklich. Erleichtert. Und irgendwie muss ich es ja verdient haben. Auch wenn ich nicht das Gefühl habe wirklich etwas dafür getan zu haben.

Call me nurse.

Kettenreaktion nach Shakespeares Vorbild

Die Kommunikation vorweg war denkbar schlecht. Statt „nicht vor 8“ war „um PUNKT halb 8“ gemeint.

Wie das bei Shakespeare nunmal so ist, sorgt die Störung in diesem einen Kettenglied für eine absolute Instabilität und Folgeprobleme:

  • Das Essen war gar nicht mal schlecht. Dummerweise wurde damit nicht auf uns gewartet und für jeden nur ein Teller aufbewahrt
  • Ein gemeinsames Wii-Spielen gab es nicht. Das „Turnier“ war bereits in vollem Gange.Kommunikation kam nicht zustande. 4 Leute spielten, die Frau des Gastgebers hatte sich schon zum Schlafen gelegt. Wir verspeisten die Anstandsreste.
  • Schweineöhrchen als Nachspeise kommen gut an.
  • Durch mangelnde Kommunikation/Gruppenbeschäftigung kam es zu einer Spaltung: Ein Pärchen hat sich in einen etwas abgetrennten Bereich zurückgezogen und sich dort schoneinmal mit der Sommerurlaubsplanung beschäftigt. Ich hinterher. Die haben wenigstens dabei geredet. Ein Gespräch über Urlaubsziele in Europa entstand.
  • Um kurz vor Mitternacht dann Wiedervereinigung. Sogar die Dame des Hauses ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Anstoßen mit dem Sekt. Dann raus in die Kälte. Hat sich wohl doch wieder jeder sein eigenes Feuerwerk besorgt. Wer hätte das gedacht?!
  • Wieder zurück ins Warme. Die Gastgebergattin, die im Warmen geblieben ist, hatte nun noch ihr Partyfeuerwerk. Glitzer und Luftschlangen. Wurde alles direkt nach der Verwendung wieder entsorgt.

Ab hier war es dann irgendwie doch wieder eine gemeinsame Feier.

  • Gemeinsames Bleigießen. Viele Spermien. Zwei Katzen, ein Baum.
  • Dornröschen geht wieder in ihr Schlafgemach.
  • Kinderspielzeuge bewundern und Rüffel vom Familienpapa erhalten. (Kinderspielzeug hat in Bodennähe nicht zu suchen! Wo lernt der kleine denn Krabbeln und Laufen?)
  • Das erste Pärchen geht.
  • Wir gehen. Mit einer Flasche Sekt.
  • Mein Freund ist enttäuscht.

Nächstes Jahr wird es anders.

Lieblingsoption: Bekannten in München besuchen.
Alternativplan: Bei einer Silvestergala in Abendgarderobe den Altersdurchschnitt senken.