Klassentreffen – Unverändert anders

Vor etwas mehr als 4 Jahren, habe ich hier über meine Einstellung zu Klassentreffen gebloggt.

Tatsächlich habe ich in dieser Zeit den genauen Inhalt vergessen. Gut so.
Ich war also beim 10-Jahres-Klassentreffen. Abitur 2004.

Die meistgehörte und -gestellte Frage war in der Tat

Und, was machst du jetzt?

Irgendwie wusste ich gar nicht, welche Antworten die anderen darauf hören wollten. Was man jetzt beruflich macht? Ob man Familie hat? Wo man wohnt?

Was wollte ich denn eigentlich wissen, wenn ich genau die selbe Frage gestellt habe?

Alles. Ich wollte wissen, wie es den Leuten in den 10 Jahren ergangen ist. Was aus ihren Beziehungen geworden ist, zu wem von den gemeinsamen Bekannten sie noch Kontakt haben, wo sie jetzt wohnen, wo sie in der Zwischenzeit, vielleicht für’s Studium gelebt haben, für was sie sich interessieren, ob sie vielleicht Briefmarken sammeln, …

Die Schulzeit war für mich nicht immer leicht. Ich hab’s mir auch nicht immer leicht gemacht. Wenn ich ehrlich bin, habe ich sie zeitweise auch den anderen eher schwer gemacht. Jugendlicher Leichtsinn eben. Keine Ahnung vom Leben, von gutem Benehmen und dem, was (mir) wirklich wichtig ist:

Freundschaft.

Da war eine, die kannte ich seit der Grundschule. Irgendwann wollte ich nichts mehr mit ihr zu tun haben, weil ich plötzlich der Überzeugung war, dass sie einen schlechten Charakter hatte. Den Rest der Schulzeit haben wir uns bekriegt.
Eine andere „Feindin“, kannte ich fast gar nicht. Parallelklasse. Keine gemeinsamen Freunde. Den ersten Kontakt hatten wir vermutlich in der 6ten Klasse über geschriebene Texte auf dem Tisch in einem Physikraum, wir saßen in unseren jeweiligen Stunden offenbar auf demselben Platz. Und dort, in aller Öffentlichkeit erklärte sie mir, dass sie mich nicht leiden kann. Ab diesem Zeitpunkt beruhte dies bis zum Abitur auf Gegenseitigkeit. Obwohl wir nie auch nur ein Wort miteinander gesprochen hatten.

Das sind zwei der Personen, die ich vor 5 Jahren nicht hätte treffen wollen. Und gleichzeitig sind sie diejenigen, mit denen ich mich letztes Wochenende überraschend lange unterhalten habe.
Die eine erscheint mir wieder lieb und nett, als würde sie für alles, was ihr teuer ist einstehen. Früher war das ihre Beste Freundin, also lange Zeit auch ich, heute ist das ihre Familie.
Die andere macht jetzt beruflich etwas ähnliches wie ich und hat sehr erfrischende Ansichten. Ich glaube, es war das erste Mal überhaupt, dass wir einander zugehört haben.

Faszinierend war für mich, dass wir alle gar nicht gesehen haben, dass wir uns optisch verändert haben. Egal, wem man begegnet ist, auch der Satz

Du siehst ja noch ganz genauso aus, wie vor 10 Jahren!

wurde immer und immer wieder gesagt.

Damit hätte ich niemals gerechnet. Wie oft zeigen „neue Freunde“ Fotos, auf denen sie, 10 Jahre jünger, in einer großen Gruppe abgebildet sind und fragen

Wer bin ich?

Das ist oft nicht leicht.

Ich hatte auch irgendwie schon auf dem Weg zum Treffen gar keine Sorge, dass ich irgendwen nicht erkennen könnte. Mehr Sorgen hatte ich da, dass mir Namen nicht einfallen.

Wir sind alle mitgealtert, auch unsere Vorstellung vom jeweils anderen.
Die tatsächlichen Veränderungen sind erst bei einem Blick in die Abizeitung sichtbar geworden.

Und diejenigen, die ich vor 4 Jahren getroffen habe, waren auch wieder da. Für mich stimmt die Chemie da noch immer und ich hoffe, dass es nicht bis zum nächsten Klassentreffen dauert, bis wir uns nochmal sehen.
Wie gut, dass so viele von uns im nächsten Jahr 30 werden…

Lang nicht mehr gesehen – eine Partyidee

In einem halben Jahr werde ich 30 und würde das eigentlich echt gerne feiern. Ich hab schon wirklich lange keinen Geburstag mehr wirklich geiefert. Ich glaube zuletzt meinen 23ten. Wobei „Party“ es kaum trifft.
Es war eine Mottoparty in meiner WG. Eine Hutparty.
Daran hat sich jedoch kaum jemand gehalten, ich selbst trug einen Fingerhut und es war auch mehr ein Sit-In.

Den 25ten habe ich mit ein paar Freunden auf einer Party im Westbahnhof Aachen verbracht. Also nicht „meine“ Party.

Seitdem gab es nur noch einmal Kaffe & Kuchen mit der Familie und sonst nix.

Also eigentlich wäre ein richtige Party schon fein.

Mein Freundeskreis ist jetzt nicht super groß und sehr durchmischt. Viele kennen sich untereinander gar nicht und einige habe ich selbst seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen.
Ich habe aber eine Partyidee, die dieses Problem lösen sollte:

Lang nicht mehr gesehen und doch wiedererkannt – Die Party

Das Prinzip ist folgendes:
Ich lade zur einen Hälfte Leute ein, die ich noch vor kurzem getroffen habe, regelmäßig sehe, mit ihnen schreibe, also wo der Kontakt gerade einfach „stabil“ ist. Und wenn es die Arbeitskollegen sind. Die andere Hälfte sind Leute, die ich lange nicht mehr gesehen habe und gerne nochmal treffen würde und diejenigen mit denen ich früher, z.B. in der Schule, gut befreundet war und wo sich der Kontakt irgendwie verlaufen hat.
Jeder geladene Gast darf/soll dann 2 weitere Personen mitbringen: Eine, die er regelmäßig trifft, z.B. den Partner, und einen „lang nicht mehr gesehenen, lieben Menschen“.
Wenn ich also 20 Leute einlade kommen bis zu 60.

Vermutlich würde ich aber so 50 Leute einladen, darunter ein paar meiner Langhaarmädels, ein paar Mitabiturienten, meine „Mädels“, der Blogpate und mein Physiker.

Das wäre schon eine größere Party, sie bräuchte einen guten Raum (ich mag ja das „Aachen Fenster“), ein Buffet und/oder einen großen Grill, im Idealfall noch Livemusik.

Realistisch finanzierbar?
Nein. Aktuell nicht.

Was soll 2014?

Bevor man Pläne für das kommende Jahr macht, sollte man vermutlich erstmal überschlagen, wie das vorherige Jahr so gelaufen ist.
Kann ich nicht.
Hatte nämlich gar keine festen Ziele. Aber vielleicht resümiere ich ja trotzdem bald noch das Jahr 2013?

Jetzt lege ich jedenfalls erstmal wieder ein paar Ziele fest. 2011 hat das eigentlich ganz gut geklappt. Aber da waren es deutlich weniger…

 

Freunde:

  • mindestens 1x im Monat bei meinen Mädels melden, idealerweise jemanden besuchen oder wenigstens telefonieren
  • den 30. Geburtstag feiern und dazu Freunde einladen, die ich selten sehe
  • David in Berlin besuchen
  • 1x mit Freunden Grillen, 1x Spieleabend mit Freunden

Studium:

  • Die letzte Klausur meines Studiums gut vorbereitet angehen: Studienbriefe bis spätestens 4 Wochen vorher gelesen haben, 2 Wochen vorher alle Altklausuren gelöst, 1 Woche vor der Klausur Notizen in Form von Karteikarten zu den Stdienbriefen und Klausuren
  • mindestens eine der beiden ausstehenden Studienarbeiten schreiben, die Diplomarbeit hebe ich mir für 2015 auf…

Sport:

  • Zwischen 2 „Sporteinheiten“ nicht mehr als 2 Wochen vergehen lassen
  • Es schaffen schneller zu laufen, als zu gehen (also Pace < 10:00 min/km)
  • min. 12x Klettern gehen

Wohnen/Essen/Leben:

  • 2x oder öfters pro Woche kochen
  • Bananen nicht unappetitlich alt werden lassen
  • Äpfel, Paprika, Gurken und Kartoffeln nicht verschrumpeln lassen
  • 1x pro Woche, oder häufiger, einen Smoothie machen
  • ausreichend trinken

Blog:

  • „To-Blog“ Liste abarbeiten – entweder fertig schreiben oder endgültig verwerfen
  • ab und zu Fotos einbinden, Textwüsten sind doch nicht sooooo schön
  • mindestens 1x pro Monat bloggen

Haare:

  • nicht färben
  • Länge von ca. Hosenbund beibehalten
  • weniger Zeit im LHN verbringen

Sonstiges:

  • Klamotten ausmisten (Altkleider, Kleiderkammer, Kleiderkreisel?)
  • anderes Zeug ausmisten (eBay?)
  • mehr gebrauchte oder gar keine Kleidung kaufen (schont meine Gesundheit, den Geldbeutel und die Umwelt…)
  • weniger reden
  • mehr lesen (Bücher!!!)
  • bewusster/kritischer/überlegter einkaufen

Gestohlene Wünsche

Habe ich eigentlich mal darüber geschrieben, dass der Froschkönig mir am Anfang unserer Beziehung meine Wünsche geklaut hat?

Das war etwa so wie bei Italian Job, nur dass er mir dazu nicht erst meinen Anteil an der Beute klauen musste, sondern er im Gegensatz zu mir das Geld verdient hat. Ich war ja noch in der Ausbildung.

Er fand es vom ersten Tag an wohl gemütlich, mit mir Tee zu trinken. Nur meine Teekanne hat uns beide immer genervt. Die tropfte nämlich. Ich hab ihm dann von meiner Wunschteekanne erzählt, die ganz bestimmt nicht tropft, ein modernes Design hat und dass es die im Teeladen gibt.
Als wir dann das nächste Mal zusammen durch Aachen gegangen sind, habe ich sie ihm im Schaufenster gezeigt. Und was macht er?
Er kauft sie. Einfach so. Für sich natürlich. 😉 Angeber.

Nächster Punkt:
Ich hatte in Aachen keinen richtigen Schreibtischstuhl. Lange bevor ich ihn kannte, schon noch. Aber das war kein guter, sondern ein qietschbunter von IKEA, der schon nach kurzer Zeit vorübergehend für einige Jahre durch einen Klappstuhlersetzt wurde. Mein eigentlicher Wunsch war ein Swopper. So einen wollte ich schon haben, als ich noch mit meiner Mama zusammen gewohnt habe. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich damals davon erfahren habe. Jedenfalls habe ich dafür gespart – bzw. es mir vorgenommen – und daher keinen anderen Stuhl gekauft.

Swopper sind geniale Bürostühle. Ohne Lehne. Mit viel Bewegungsfreiheit. In meiner Wunschversion hat er keine Rollen. Aber wenn er welche hat, sind diese bei Belastung blockiert, so dass man eine feste Sitzpositon hat. An dieser Position kann man dann „swoppen“, vor, zurück, nach rechts, links, oben und unten. Oder alles gleichzeitig. Und drehen geht natürlich auch.

Man sitzt quasi in Bewegung! (Nachtrag: Und jetzt sehe ich, dass sich da bei mir unbewusst ein Werbeslogan eingeprägt hat…)

Ein krummer Rücken kommt damit fast gar nicht mehr vor, die Muskulatur wird durch die Bewegung gestärkt und Verspannungen gelockert.
Rückenschmerzen adé!

Der Froschkönig hat sich jedenfalls mal über meinen nicht vorhandenen Schreibtischstuhl beschwert und dann habe ich ihm meinen Wunsch gezeigt. Und dabei entdeckt, dass man ja einen zum „2-Wochen-Probesitzen“ bekommen kann. Das habe ich dann auch mal angefordert und was erzählt er mir am nächsten Tag?
Er hat sich einen bestellt. Für sein Büro in der Firma.
Hätte er mal besser gewartet, bis ich meinen Probeswopper habe. Dann hätte er ihn ohne Lehne genommen und diese jetzt nicht irgendwo rumfliegen. Die stört nämlich beim „swoppen“. 😉

Das ist jetzt alles schon mehr als 5 Jahre her und ich habe noch immer keinen eigenen. Statt dessen hatte ich in Aachen später einen plüschigen, weißen Drehsessel (wieder vom Schweden) und nach dem Umzug habe ich dann den Kunstleder Bürostuhl vom Froschkönig genutzt. Mir waren andere Ausgaben irgendwie immer wichtiger.

Aber weil mich die ersten beiden Erlebnisse so traurig gemacht haben, hat er mir auch eine Eva Solo Teekanne geschenkt.

Beste Teekanne

Beste Teekanne

Seit ein paar Tagen haben wir haben auch einen Swopper im Haus.
Der Froschkönig war genervt von der Kombination aus seinem (zerfledderten) alten Bürostuhl und meinem, seiner Meinung nach zu hohen, Schreibtisch.
Da es aber mittlerweile verschiedene Federstärken gibt, gibt es keinen Swopper mehr, auf dem sowohl der Froschkönig, als auch ich „swoppend“ sitzen können. Er ist zu schwer für die „Small-Version“ und ich bin zu leicht für die „Medium-Version“ und auf meinen eigenen Vorschlag hin ist es einer mit Sattel.
Doofe Idee von mir, denn der ist direkt 10 cm höher und somit immer zu hoch für mich, die Feder gibt ja bei mir kaum nach. Und ich sitze wieder auf einem Esszimmerstuhl am Esstisch.

Meine nächste, größere Anschaffung wird also ein eigener „Bürohocker“. Und dafür müssen viele kleine Ausgaben vorerst warten.

Ich hab ihn mir auf der Homepage auch schon einen zusammengestellt, bzw. zwei. Denn schade ist, dass die „kleine“ Feder nicht passend zum Bezug bzw. zum Fuß sondern immer schwarz ist. Daher ist meine Lieblingskombi aus Titan-Fuß mit Titan-Feder und grünem Sitz nicht möglich. Und mit der schwarzen Feder sollte der Fuß dann doch auch dunkel sein. Oder eben der Sitz schwarz.
Ich bin also noch unentschlossen.

Zusammengestellt auf www.swopper.de

Zusammengestellt auf www.swopper.de

Frühlingsgrillen

An- und Abgrillen ist etwas für Anfänger, Profis grillen durch!

Das ist mir letzten Winter nicht gelungen. Zwar habe ich im Dezember ein herrliches Hähnchen mit unserem Weber-Kugelgrill zubereitet, aber danach war erstmal Pause – bis  zum 15. März. Und am 17. haben wir dann erstmalig wieder mit Freunden gegrillt.

Für unser kleines Frühlingsgrillen hatten wir leckeres Fleisch vom Metzger. Im Supermarkt gab es das vor einem Monat quasi noch nicht.
Mein absoluter Favorit: Bauchfleisch etwas dünner geschnitten.
Und weil ich das gerne sehr dunkel und knusprig mag, baruche ich eine kräftige Würzmischung, die sich gut mit dem rauchigen Grillaroma verbindet. Gestern habe ich eine kleine Abwandlung des „Cajun-Gewürzes“ aus Webers Grillbibel ausprobiert, die Menge hat perfekt für 4 Scheiben Bauchfleisch gepasst:

  • ca. 4 TL Zitronenthymian (Blätter vom Stil abstreifen und dann schön fein hacken, außerdem steht im Rezept normaler Thymian, aber den habe ich nicht hier)
  • 2 TL Knoblauch (granuliert)
  • 2 TL Zwiebeln (granuliert)
  • 1,5 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 TL grobkörniges (Meer-)Salz
  • 2 TL Rohrzucker
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
  • ein wenig Kräuter der Provence
  • 1 TL frische gehackte Petersilie

Es war einfach umwerfend. Noch nie zuvor habe ich sooooo leckeres Grillfleisch gegessen. Es war – so wie ich es halt liebe – gut durch. Normalerweise habe ich dann oft das Problem, dass von dem Gewürz selbst kaum etwas übrig bleibt. Egal, ob es vorher gewürzt war oder nicht, es schmeckt gleich.
Nicht bei diesem Gewürz. Besonders das frische Thymianaroma bleibt gut erhalten, genau wie die Cayennepfefferschärfe.

In dem mittlerweile vergangenen Monat haben wir noch knapp 10 Mal gegrillt. Und auch meine Nachbarin hat mittlerweile die Grillbibel. Von dem Cajun-Gewürz ist sie genauso begeistert wie ich. Und nicht nur sie: Auch der Rest ihrer Familie inklusive Schwiegermutter.

Ich würde ja gerne noch weitere Würzmischungen ausprobieren, aber die eine ist einfach so lecker, dass ich immer wieder dabei hängen bleibe…

Mjam!

 

Tschick

Tschick, so heißt das Buch, das ich bis vor ca. 2 Minuten gelesen habe.

Tschick, ist das eine merkwürdige Schreibweise von „schick“ oder vom englischen „chick“?
Weder noch, es ist der Spitzname von Andrej Tschichatschow.

Um ehrlich zu sein fand ich das Buch anfangs öde. Jetzt bin ich froh, dass ich es nicht nach den ersten 20 Seiten weggelegt habe. Mir war kurzzeitig danach. Jetzt kann ich nicht sagen, wann der Wendepunkt kam. Wann die Langeweile durch fesselndes Interesse ausgetauscht wurde. Aber es ist passiert. Irgendwo zwischen langweiligem Gerede über Spitznamen, Beyonce und einer Autobahntankstelle hat es mich in seinen Bann gezogen und erst losgelassen, als ich die letzte Zeile gelesen habe.

Es geht um geklaute Autos, um einen Schweinetransporter, eine Sprachtherapeutin, die Verwendung einer Armbanduhr als Kompass, Brombeeren, Leben auf anderen Planeten, einen Sessel im Pool und natürlich um das erste Mal verliebt sein.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch bald hunderte Schüler im Unterricht lesen müssen. So wie ich in der 5ten oder 6ten die „Vorstadtkrokodile“ von Max von der Grün und irgendwann später „Die Einbahnstraße“ von Klaus Kordon lesen musste.

Es ist so unglaublich abenteuerlich und kaum vorzustellen, dass es tatsächlich Schüler geben könnte, die in den Sommerferien genau das erleben. Aber irgendwie haben wir doch in der 8ten Klasse alle davon geträumt mal etwas richtig aufregendes zu erleben. Und auch wenn man sich jederzeit bewusst ist, dass das, was die Jungs da treiben falscher kaum sein könnte, drückt man ihnen doch die Daumen.
Man lernt etwas über Freundschaft, über Recht und Unrecht und vor allen Dingen darüber, dass es wichtigeres gibt, als aus was für einer Familie man kommt.

In diesem Buch freunden sich ein unscheinbarer Junge aus reichem – aber wie so oft ziemlich kaputtem – Hause und ein russischer Junge, der eine Plastiktüte als Schultasche nutzt, unter sehr abstrusen Umständen an. Sie wollen einfach „ganz normal Urlaub machen“. In der Walachei.
Am Ende fehlt dem reichen Jungen ein Stück seiner Wade und der andere hat einen Gips.

Noch mehr schreiben wäre definitiv zu viel verraten, aber es lohnt sich!

KAUFEN – LESEN – WEITER EMPFEHLEN!

Projekt „Gothic Friday“ – Juni: Zu viele Konzerte sind zu schön, um sich auf eins festzulegen!

Der Tod des Internets ist magentafarben. Aber dazu irgendwann in einem eigenen Artikel mehr. Jetzt gerade habe ich einiges nachzuholen, fange ich einfach mal hinten an. Mit dem Gothic Friday #6 – Mein schönstes Live-Erlebnis.

Ganz subjektiv empfunden, war ich erst bei recht wenigen Konzerten. Neben meinen Festivalerlebnissen besteht meine „Live-Erfahrung“ aus einem peinlichen Event vor etwa 12 Jahren, einigen winzigen Veranstaltungen in irgendwelchen Jugendeinrichtungen, zwei Combichrist-Konzerten (2007 und 2009) und dem bereits hier erwähnten Mono-Inc.-Auftritt 2010. Beinahe wäre da noch ein Eric-Fish Konzert in Bochum hinzugekommen. Allein schon durch die Location  – eine Kirche – hätte dies wohl einen besonderen Stellenwert bekommen.

Und obwohl meine Erfahrung hier eher gering ist, gibt es nicht das eine, alles andere überragende, in den Schatten stellende Erlebnis. Es gibt viele, die alle durch bestimmte Umstände einmalig waren.

Ich lasse Rock am Ring komplett weg, obwohl da einige Perlen bei waren, so. z.B. Depeche Mode, Metallica, Bela B., …

2008 – Amphi-Festival zusammen mit Cersten und meinem „Mentor“ dem Antiheld: Mein persönliches Highlight war in diesem Jahr And One. Ich mag Elektroschlager!!! Das Wetter war perfekt, die Gesellschaft ebenfalls und die Laune war ganz oben. Als sie Military Fashion Show spielten konnte das ganze Wochenende nicht mehr besser werden!

2009 habe ich Mono Inc. entdeckt. Ein Zufallsfund. Wir sind einfach schonmal zur Hauptbühne, als sie dort anfingen zu spielen. Bei „Get Some Sleep“ war es um mich geschehen. Ich war Katha Mia verfallen. Dieses Konzert ist nicht mit dem späteren Auftritt in der Matrix vergleichbar, da hatte ich Erwartungen. An diesem Sonntag war ich einfach überwältigt.

Im Dezember des gleichen Jahres war ich in Köln bei Combichrist. Irgendwie zeichnen sich diese Konzerte nicht durch die Musik aus. Sie werden erst danach zu etwas Einmaligem. Die Essigfabrik war leer, es war kalt und ungemütlich. Die Show an sich unterschied sich nicht wirklich von der beim Amphi im Jahr zuvor. Einzig mein Blick hatte sich verändert. Ich war fasziniert davon, dass Joe Letz am Schlagzeug tatsächlich nur Socken trug.
 Und dank eines Aachener DJs kam ich erneut in den Backstage-Bereich und konnte Joe um etwas bitten. Eine Woche später, in Bochum, gab es dann das Ergebnis: Der „Mentor“ durfte vor dem Konzert auf seinem Schlagzeug spielen:

Und während ich das hier so schreibe, und an die Texte der anderen Gothic-Friday-Autoren denke, wird mir klar:
Ich muss Mitte Juli nach Köln! Ich habe da frei, verdammt!

His Statue Falls

Es gibt schon merkwürdige Zufälle. Da habe ich doch in meinem letzten Beitrag zum GothicFriday noch über die eigentlich eher unbekannte Band „His Statue Falls“ geschrieben, und schon finde ich diese Band im Facebook-Profil einer ehemaligen Arbeitskollegin.

Für mich entdeckt habe ich die Jungs im Sommer 2009, recht kurz nach dem Amphi auf einem kleinen Festival. Roda Rock. Durch einen Freund kam es, dass ich da im Bierwagen stand und gezapft habe. Die meiste Zeit jedenfalls.

Vom Lineup kannte ich dem Namen nach nur eine Band. Aus einer anderen kannte ich  – wie sich herausstellte als er vor mir stand – den Gitarristen.
Und irgendwann, als es schon dunkel war, brachten mich ein paar schmächtige Jungs  – unrasiert und ziemlich bunt gekleidet – dazu Interesse an einer CD zu haben.
Peter und Co. mussten mir den Namen der Kerlchen immer wieder sagen, schließlich sogar übersetzen, damit ich ihn mir merken konnte. Vielleicht nicht unbedingt die beste Marketingstartegie so ein Name… wobei ich ihn jetzt auch so schnell nicht mehr vergesse.
Leider gab es eine CD zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Mittlerweile gibt es sie und ich habe sie mir für verhältnismäßig viel Geld auch gekauft. Versandkosten sind eine Erfindung des Teufels!!!

Ein deutlich elekronischer angehauchter Remix dieses Albums steht derzeit zum kostenlosen Download zur Verfügung. Zum Reinschnuppern aber nur bedingt geeignet, weil die mich so faszinierende Härte doch fehlt. Es ist dieser spannende Mix aus spielerischen Klängen, klarem Gesang und den rauhen Anteilen.

Sollten His Statue Falls nochmal hier in der Nähe spielen: Ich geh hin! Schließlich konnte ich ihr Konzert im Bierwagen nur eingeschränkt genießen und würdigen…

Wer kommt mit? 🙂

Projekt „Gothic Friday“ – Februar: Musik und Leidenschaft

Puhhhh… der GothicFriday im Februar hat mir einen wirklich langen Beitrag abgerungen. Jetzt freue ich mich auf die Antworten der anderen.

Was bedeutet Musik für Dich? Wie wich­tig ist sie Dir?

Musik hat für mich mindestens zwei Bedeutungen. Zum einen ist sie Ausdruck meiner Stimmung, meiner Situation, meiner Gefühle, meiner Wünsche, Träume… und zum anderen beeinflusst sie mich, meine Taten und meine Emotionen.
Eine dritte Bedeutung wäre wohl die einer Gedächtnisstütze. Immer wieder erinnern mich Lieder an bestimmte Situationen oder an einzelne Menschen. Beim Durchsehen meiner Musiksammlung ist mir aufgefallen, dass genau diese Lieder meistens „szenefremd“ sind. Woran das liegt ist jedoch klar: Ich bin 26 und erst seit etwa 4 Jahren „in der Szene“. Da wäre z.B. das Lied „For You“ von den Disco Boys. Zu Studienbeginn, lief dieses Lied auf jeder verdammten Studentenparty. Oder „Bitch“ von Meredith Brooks. Hierbei muss ich jedes Mal an die ersten Mädels-Sauf-Abende mit Sambuca und Desperados denken. Katrin war da wohl 15 oder 16… Ein Beispiel aus der „Szene“ wäre dann Soilbleed von Grendel. Dabei kommt mir unweigerlich der Satz „Du hast ’nen Fetisch“ vom Amphi 2008 in den Sinn.

Wel­che Rich­tun­gen »schwar­zer Musik« hörst du? Nenne ein Bei­spiel, das für Dich deine Bedeu­tung des Genre am bes­ten wie­der­gibt.

Bei dieser Frage steigt in mir Unsicherheit auf, ob ich überhaupt „schwarze Musik“ höre… aber ja, ich höre sie.
Absolut genretypische Beispiele kommen jetzt nicht, aber Beispiele für das, was ich aus diesem Genre mag und auch benenn kann.
Zu meinen Lieblingen aus dem Bereich DarkWave gehören seit meiner Kellnerzeit Dead Can Dance. Einer der Stammgäste ist irgendwann auf die Idee gekommen mir einen ganzen Stapel CDs mitzubringen. Darunter neben zahlreichen Neubauten-Alben sowie einem von Ministry eben auch Dead Can Dance.
Depeche Mode ist doch noch irgendwie Wave oder gibt es vielleicht sowas wie SynthieWave?
And One, meine Festivallieblinge, hören bei mir auf den freundlichen Namen „Elektroschlager“.
Dann wäre da noch DarkRock, wozu ich Mono Inc. zähle. ASP lässt sich hier vielleicht auch einordnen. Ist ja schon irgendwie rockig.
Außerdem bin ich ein großer Freund des Aggrotech, was ja heute komplett unter den Namen Industrial fällt, also Combichrist, Angelspit, Nachtmahr, Grendel und Co., wobei ich mich mit Noise dann eher so gar nicht anfreunden kann und Agonoize aus Prinzip nicht mag. Ich steh auf diese düstere, agressive Endzeitstimmung, die von dieser Musik ausströmt. Genau diese Stimmung hat mich früher auch an den Diskotheken in Blade und Matrix fasziniert.

Und da Rammstein von der schwarzen Szene ebenfalls beansprucht wird, gehört wohl auch die Neue deutsche Härte zu meinen bevorzugten Genres. Für mich war das eigentlich immer Metal…

Wie wür­dest deine musi­ka­li­sche Lauf­bahn beschrei­ben? Über wel­che Rich­tung der Musik bist Du in die Szene gekom­men, wel­che hast hin­zu­ge­won­nen, wel­chen hast du abge­schwo­ren und was hörst du heute?

Angefangen hat alles mit Metallica. Wobei ich das in der Grundschule noch nicht selbst gehört habe, aber geprägt hat es mich wohl 😉 Außerdem gab es Rammstein, andauernd lief dieses tolle Lied im Fernsehen, im Musikvideo waren kleine Mädchen im Käfig – Engel.
Ein anderes, wirklich faszinierendesVideo war das, von diesem Verrückten der wild durch eine Tunnelröhre hüpft. Ich saß vor dem Fernseher und musste mir das einfach ansehen und anhören.

Und dann verirrte ich mich. Ein bisschen Pop (Janet Jackson und andere, über die ich nicht schreiben werde obwohl ich sogar ein Konzert besucht habe) fesselte mich für ein jahr oder auch zwei. Kurz darauf dann, weil es alle coolen Leute hörten – wir waren wohl 14 oder so – fand ich PunkRock total super. Bis ich anfing zu Parties und in Diskotheken zu gehen. Da kam dazu dann Dance. Diese tolle Musik, bei der etwas Bass, eine einschlägige Melodie und ein bisschen harmonischer Frauengesang, alternativ ein alter Klassiker, zu einem Lied vermischt werden. Ein neueres Beispiel:

2003 kam ich dann selbst endlich zum Metal. Ich liebte Metallica, Motörhead, Iron Maiden, Korn, Manson, … und in der guten alten Rockfabrik habe ich mich gefreut, wenn der DJ gegen 1 Uhr einen kurzen Ausflug zu Prodigy und den Chemical Brothers machte. Außerdem besuchte ich Mittelaltermärkte, feierte Halloween auf Burg Satzvey und fand die Musik von In Extremo, Schandmaul und ähnlichen Künstlern einfach super.
Mein erstes Festival besuchte ich mit 21 – Rock am Ring  – und ich war glücklich. Dort habe ich dann auch Marilyn Manson, Depeche Mode, Metallica,Korn, In Extremo (mit kurzem Stromausfall), Schandmaul und Apocalyptica live gesehen. War schon eine tolle Zeit mit den blauen Flecken nach dem Nightlife.
Irgendwann lernte ich dann den „Antihelden“ kennen und kam so zu Das ich und Combichrist. Und von da ging die Reise dann weiter, erstmal via YouTube und LastFM, dann über ein kleines Combichristkonzert und schließlich in den Clubs. Schöne Parties sind das. Und auch wenn mindestens ein DJ in meinem ersten Beitrag zu diesem Projekt eher schlecht weggekommen ist: Ich mag diese kleinen schwarzen Veranstaltungen. Die Musik ist toll und mittlerweile kenne ich dort so viele nette Leute, dass mir die paar Zicken mit ihren dummen Sprüchen einfach egal sind. Ich fühle mich dort wohl.
Komplett abgeschworen habe ich in all den Jahren vermutlich nichts. In der richtigen Gesellschaft – und dazu zählen dann die Freunde, die ich auf meinem langen Weg zur Schwarzen Szene gefunden habe – kann ich zumindest zu jeder Musik feiern. Ich habe lediglich die Favoriten neu verteilt.

Wie und wo hörst du Musik am liebs­ten?

Da gibt es kein allgemein gültiges Rezept. Es kommt sowohl auf meine Stimmung, als auch auf die Musik an. Dead Can Dance genieße ich z.B. am Liebsten mit grünem Tee, sitzend im Wohnzimmer. Mono Inc. gefällt mir live am besten. Warum wird wohl in meinem letzten Konzertbericht besonders deutlich. Combichrist und Konsorten gehören in den Club, denn dazu muss getanzt werden!
 Und alles passt in mein Auto – die entsprechende Laune vorausgesetzt. Auch laut über die Anlage im Wohnzimmer oder die kleinen Soundsticks im Büro ist super. Wenn ich nicht alleine bin ist die Kombination aus Sennis, MacBook und iPhone mit Remote genau das Richtige.

Wel­che Musik hörst du außer­halb der typi­schen dunk­len Musik noch?

Alles, was ich auf meinem Weg zur typisch dunklen Musik entdeckt habe und bald auch wieder Karnevalsmusik. Ich liebe diesen Brauch.
Außerdem bin ich 2009 auf eine Nachwuchsband aufmerksam geworden während ich für die Festivalbesucher Bier zapfte. Wir haben unser kleiner Bitburgerkarussel l beben lassen. Wikipedia sagt dazu Electrocore, hört selbst was His Statue Falls für eine bizarre Musikkombination produzieren:

Mal ange­nom­men, Du könn­test ein Instru­ment spie­len, hät­test eine tolle Stimme und wür­dest zusam­men mit Freun­den eine Band grün­den. Wel­che Rolle in der Band wäre Deine?

Wenn ich eins davon könnte, dann wäre das Bass spielen. So ein Ding würde mir jedenfalls gut stehen. Und vermutlich wären wir eine Metal Band…

Nenne 5 dei­ner Alben die für Dich unver­zicht­bar mit Szene ver­bun­den sind.

„Unverzichtbar mit der Szene verbunden“ passt zwar nicht so ganz, aber es sind Alben, die derzeit in meinem Auto liegen:
– Mono Inc. – Pain, Love & Poetry
– Rammstein – Liebe ist für alle da
– Combichrist – Everybody Hates You
– ASP – Weltunter
– Eisbrecher – Sünde

Wel­che musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten hat für dich das ideale Lied?

Es gibt nicht DAS ideale Lied. Je nach eigener Stimmung, Ort oder Situation muss es einfach anders sein. Und selbst wenn dieses eine Lied zu allem passen würde, würde es wohl auch nie passen…

Wel­che Band oder wel­chen Musiker/in wür­dest Du gern mal inter­viewen und auf wel­che Fragen musst Du dabei unbe­dingt eine Antwort haben?

Keinen. Wenn ich diese unglaublich plagenden Fragen hätte, dann würde ich sie wohl einfach stellen. Eine grandiose Eigenschaft an der schwarzen Szene ist ja schließlich, dass sie so persönlich ist und auch die Künstler irgendwie alle greifbar. Zumal die Distanz durch das Internet ja immer weiter abgebaut wird. Mich würde es nicht wundern, wenn Steve Naghavi oder Till Lindemann auch einmal an diesen Blogprojekt teilnehmen.
Ich hab Joe Letz 2009 in Köln gefragt, ob er einen Freund auf seinem Schlagzeug spielen lässt. Er hat es gemacht! Ist das nicht ein Beweis dafür, dass die Distanz gar nicht vorhanden ist?

Wer oder was reprä­sen­tiert für die Dich die Zukunft der »schwar­zen« Musik?

Ich hoffe, dass sich die schwarze Szene weiterhin so vielfältig entwickelt, wie bisher und die schwarze Musik wird in der Zukunft von gegenwärtigen und zukünftigen Künstlern gespielt. Die Zukunft der schwarzen Musik und der gesamten Schwarzen Szene wird also für mich hoffentlich – mit den Worten von ASP – KUNTERSCHWARZ!