Zu Gast bei Freunden

Der Froschkönig hat mir bei einem Freund ein Schild gepresst.

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Was der alles für Freunde hat…

Einer macht eben viel mit Autokram, ein anderer jobbt beim Radio, viele sind selbständig und irgendwie können die alle voneinander profitieren. Ein Hoch auf das Internet!

Bitte ermögliche doch demnächst auch jemand Pflege über’s Internet, dann kann ich auch endlich von zu Hause arbeiten. Wenigstens bei Schnee…

Tiefen-ENT-spannt

Ich war heute Morgen sehr gespannt:

5,5 Stunden Fortbildung zum Thema „Entspannungsverfahren“.

PMR nach Jacobson finde ich persönlich ja doof.
Jedenfalls wenn ich mich dabei selbst entspannen soll.
Ich kann mich gut entspannen und kann es nicht leiden, wenn ich dann irgendwas anspannen soll, obwohl ich mich doch einfach nur entspannen möchte.

Fantasie-/Traumreisen kenne ich schon seit meiner Kindheit, meine Mutter hat das oft mit mir gemacht weil ich es so gerne hatte.
Meine liebste war immer die Reise ins „Haus der Sinne“.
Ich glaube, die war im blauen Buch mit der rosa Wolke.

Vielleicht kann ich mich deshalb auch ohne vorheriges Anspannen so gut entspannen?

Aber heute Morgen war ich ja GE-spannt:

  • Ob das wohl wird, wie bei der Akupunktur: Man übt Stück für Stück und ohne den Gesamtzusammenhang?
    Vielleicht erst den Inhalt, dann die Sprechweise, etc. ohne sich dabei selbst entspannen zu können?
  • Sind da überhaupt „neue“ Inhalte für mich bei? Meine Mutter ist Yogalehrerin, da weiß ich vieles einfach schon!
  • Stört es die anderen, wenn ich mit meinem Sprachfehler eine Entspannung anleite?

Jetzt bin ich vollständig ENTspannt.

Nach kurzer Theorie, wann man überhaupt Entspannung brauchen kann (und wann nicht!), ging es direkt zur Praxis:
Aktives Lockern, Achtsamkeit, bewusst bewegen und noch mehr
Entspannung mit „Hilfsmitteln“, also Decken, Sandkissen, Massage- und Gymnastikbällen oder auch einem Nudelholz.

Schließlich gab es dann doch noch die Progressive Muskelentspannung. Anspannen – Entspannen. (Aufregen…)
Das selbst anzuleiten ist gar nicht so schlimm!
Obwohl ich im Alltag weder eine ruhige Sprechweise noch eine angenehme Stimme habe, fühlte ich mich wohl und auch die anderen konnten sich entspannen.
Demnächst leite ich das also selbst an und kann dabei besser entspannen, als wenn ich am Boden liege und mich frage, ob ich mir nun wünschen würde, dass der „Anleiter“ mich siezt, duzt oder in der Ich-Form spricht.

Ich bevorzuge dennoch Yoga Nidra, auch wenn meine Mitschüler in der Ausbildung herrlich über die Ansage meiner CD „Lege dich in Savasana – die Totenhaltung“ lachen konnten.

 

Die Qual der Wahl

Vor langer, langer Zeit habe ich diesen Artikel angefangen.
Ich habe ihn aber nie veröffentlicht und ich weiß nicht warum. So schlecht war er doch gar nicht:

 

Fliesen aussuchen ist irgendwie vergleichbar mit der Berufswahl.

Man trifft eine Entscheidung, mit der man erstmal so zwanzig oder auch mehr Jahre leben muss. Es geht hier nicht darum 20 Jahre das gleiche zu machen, sondern darum 20 Jahre das Gleiche zu sehen.

Beim Beruf macht es einem die große Auswahl auch sehr schwer. Ich bin mir sicher, dass meine Eltern, und erst recht meine Großeltern, es da noch deutlich leichter hatten. Die hatten – je nach Schulabschluss – eine Hand voll Ausbildungsberufe oder Studiengänge zur Auswahl. Da wählt man dann das kleinste Übel 😉
Außerdem haben sie sich wirklich einen Beruf ausgesucht.
Das ist ja heute gar nicht mehr. Mittlerweile wählt man eher seinen Arbeitsweg. Ein Bäcker backt doch heute nicht mehr einfach nur Brot. Ein Schneider kürzt entweder in einem kleinen Laden in der Innenstadt Hosen, näht Herrenanzüge auf Maß in einem schicken Atelier oder macht etwas ganz anderes.
Der Journalist schreibt nicht zwangsläufig für Zeitungen und Magazine. Oft berät er z.B. auch Firmen und Politiker, was diese den den anderen Journalisten sagen sollen.
Ein Physiker muss nicht lehren und forschen, er kann vielleicht auch jede Woche im Fernsehen auftreten. Baggerlöcher besichtigen, Lebensmitteln beim allmählichen Verfall zusehen und was sonst noch so interessant für den Zuschauer ist.
Anwälte arbeiten nicht nur typischerweise in Kanzleien sondern ebenso charakteristisch in der Wirtschaft, in Krankenhäusern, und überall sonst, wo Menschen Fehler machen und trotzdem möglichst ohne blaue Augen davonkommen wollen.

Zu dem Problem, dass ein Beruf heute nicht mehr eng mit einer bestimmten Arbeit verbunden ist kommt das Problem, dass es so viele verschiedene Berufe gibt:
Was früher ein Betriebswirt und ein Ingenieur war ist heute ja ein Betriebswirt, ein Ingenieur und eine Wirtschaftsingenieur. Plus diverse Quereinsteiger.

Fliesen sind auch so. Als meine Oma ihr Bad gefliest hat gab es weiß (für öffentliche Sanitäranlagen), blau, braun, rosa, gelb und grün. Dazu dann jeweils Fliesen mit unterschiedlichen Blumenmotiven, die dazwischen gesetzt wurden.
Ende.

Heute gibt es all diese Farben.
Dazu etliche Grautöne: mit Maserung – streifig, rauschig oder eher fleckig, mit wenig Maserung, ganz ohne Maserung, mit warmen Erdtönen in der Maserung, im Grundton, hell, nicht ganz so hell, dunkler, noch dunkler und ganz dunkel.
Grau kann aber nicht nur mit erdigen Tönen gemischt werden sondern auch ins Grüne oder Violette gehen. Es kann aussehen wie Beton, wie Estrich oder wie Granit.
Fliesen sehen unter Umständen auch aus wie Stahl, oder wie Holz. Sie sind aus Steinzeug, aus Ton, tatsächlich aus Granit, Marmor, …

Und dann die Formate.
Früher gab es 30×30 auf dem Fußboden und 20×25 an der Wand. Keine Diskussion. Ich habe heute Fliesen in etwa 5×50 und in 60×120 gesehen. Quadratisch, rechteckig, streifenförmig.

Fugen!
Fugen müssen nicht grau oder braun sein. Und sie müssen auch nicht immer Kreuze bilden. Fugen müssen nicht parallel zu Wänden verlaufen.

Egal wofür man sich entscheidet, irgendwas besseres gibt es wohl immer.
Und man wird immer irgendjemanden um seinen Job beneiden. Sei es wegen der Arbeitszeiten, der Bezahlung, dem Ansehen in der Öffentlichkeit, der Verantwortung, oder, oder, oder.

Nach etlichen Stunden und vielen teils sehr ähnlichen Platten, haben wir endlich etwas gefunden, was wohl in 20 Jahren genauso modern sein wird, wie heute grüne und rosa Badezimmer.

Ach, du bist Krankenschwester?

Ach, du bist Krankenschwester?! Dann kannst du mir ja vielleicht sagen, was mir bei „beliebiges Wehwehchen einfügen“ hilft!

Nein. Kann ich nicht.
Oder doch. Manchmal.
Aber das kann jeder, der irgendwann mal krank war. Und Hausfrauen/Mütter erst…
Doch ich möchte gar nicht. Wenn mein Hinweis nämlich nix bringt, bin ich die Böse.
Das habe ich jamittlerweile quasi hinter mir. Weil ich einfach, bevor diese Anmerkungen kommen, sagen kann, dass ich in der Psychiatrie arbeite.

Darauf ist die Standardreaktion eher so:

Oh! dann muss ich ja aufpassen, was ich sage.

Äh… warum bitte?
Ich bin Krankenpflegerin.
Weder analysiere ich die Verrücktheiten aller Menschen in meiner Umgebung, noch betreibe ich Gehirnwäsche.
Ich bin einfach nur ich. Mit all meinen eigenen Verrücktheiten.

Ein Körbchen für den Schweinehund

Die letzten Tage habe ich vorwiegend damit verbracht, meine erste Hausarbeit zu schreiben. Wenn man bekanntermaßen ein so großes Motivations- und Durchhalteproblem hat wie ich, sollte man vielleicht besser gar nicht studieren.

In der Schule hatte ich das Glück, dass ich ohne große Anstrengungen akzeptable Noten geschrieben habe. Außerdem war meiner Mutter immer wichtig, dass ich selbst Verantwortung für das übernehme, außerdem hat sie immer viel gearbeitet und in dieser Kombination nicht kontrolliert, ob ich meine Hausaufgaben mache oder nicht.  Es war ihr nicht egal, aber es war in meiner eigenen Verantwortung.
Probleme hatte ich dadurch nicht. Ich hatte eher viel Freizeit. Und die wusste ich zu füllen:
Mit Freunden treffen, die Unterrichtszeit mit Briefchen-schreiben und anderen Dingen füllen, die nichts mit dem Lerninhalt zu tun haben oder ihn gar nicht erst besuchen, weil ich statt dessen in irgendwelchen AGen aktiv war. Dabei insgesamt immer wieder nur knapp an den Einladungen zum Elternsprechtag wegen schlechter Mitarbeit im Unterricht und wiederholt nicht-gemachten Hausaufgaben vorbeirutschen.

Ich habe mir also nie angewöhnt zu lernen oder Aufgaben dann zu erledigen wenn sie anfallen statt auf den letzten Drücker, und wenn das die Busfahrt zur Schule ist.

In meinem Leben gab es erst einmal einen Grund dieses Verhalten zu ändern:
Als ich in meinem ersten Studium den Anschluss verloren habe. Meine Kommilitonen sind einfach an mir vorbeigezogen, haben Klausuren mitgeschrieben und bestanden, von denen ich den  Inhalt nicht einmal im Ansatz verstanden habe.

Ich habe das Verhalten nicht geändert, sondern das Studium abgebrochen und mir vorgenommen in einer Ausbildung das Lernen zu lernen. Neben dem erfolgreichen Abschluss, also meinem Examen, war das mein wichtigstes Ziel. Ich habe es weit verfehlt.

Mein Studium könnte man jetzt als weiteren Versuch sehen, endlich Lernen und zeitnahes Erledigen von Aufgaben in meinen Alltag zu integrieren. Aber wer das 27 Jahre lang nicht gemacht, der hat einen sehr, sehr starken und schlecht erzogenen Schweinehund.

Beim Erstellen meiner Hausarbeit ist mir das (erneut) bewusst geworden. Dieser Schweinehund ist so stark, dass er es trotz schon vorhandenen Zeitdrucks dazu bringt statt Literatur zu wälzen und endlich etwas auf’s Papier zu bringen, in der WDR-Mediathek zu stöbern.

Wie günstig, dass Quarks & Co. Anfang des Jahres genau diesen alten Bekannten zum Thema hatte. manchmal ist er eben doch zu etwas gut. Lernen war jetzt nicht wirklich ein Schwerpunkt, aber Sport. Und auch mit dem habe ich ja so meine Probleme. Seit mittlerweile wohl mehr als 2 Monaten war ich nicht mehr in dem wirklich teuren Fitnessstudio.

Ich kann den Beitrag wirklich JEDEM empfehlen, der Probleme hat seine Pläne in die Tat umzusetzen:

Quarks & Co. – Gute Vorsätze

Mein Schweinehund hat von mir jetzt ein Körbchen bekommen, denn manchmal, ist er ja doch sehr nützlich. Nicht nur, dass mich der Beitrag motiviert hat, mich jetzt endlich hinzusetzen, er hat mir auch einen weiteren Anstoß für meine Hausarbeit geliefert, Selbstwirksamkeitserwartung. Die ist eigentlich ein wichtiger Erklärungsansatz in meinem Text, in dem es darum geht, sein Verhalten zu ändern und dadurch die Lebensqualität zu verbessern.

Mein Schweinehund ist stark, und darf es ruhig auch bleiben, wenn er bereit ist, ab und zu auch mal Pause zu machen. Ich werde jetzt durchhalten, als Motivation bekommen mein Schweinehund und ich Belohnungen. Erstmal wohl in materieller Form:

Wenn ich es ab jetzt durchhalte 2 Monate lang mindestens 2 Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, dann kaufe ich mir endlich die Sporttasche, die ich so gerne hätte. Eine von Dakine.
Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, gibt es die nächsten, zumindest in Sachen Sport.

In Sachen Studium muss ich mir noch etwas überlegen. Aktuell heißt es nur: „Zähne zusammenbeißen und durch“. Das Diplom ist zwar mein Ziel, aber irgendwie eher ein Fernziel. Noten sind eine tolle Belohnung, aber bei den Klausuren hatte ich bisher fast immer das gleiche Glück wie in der Schule und in der Ausbildung.

Und jetzt werde ich mit dem Zähne zusammenbeißen weitermachen und mich auf die Klausur am Samstag vorbereiten.

Stilblüten aus der Psychiatrie #2

Ha! Ich hab etwas gefunden, womit ich in unregelmäßigen Abständen meine Leser erheitern kann, mit Situationskomik aus meinem Berufsalltag.

Teamübergabe, neuer Patient wird besprochen:

Pfleger 1: Er wohnt in einer Wohngruppe, nach der Langzeittherapie wurde er dort von einigen geschnitten.

Pfleger 2: Wie? Fremdaggressive Borderliner?!

Patient wirkt immer wieder unmotiviert, passt aber nicht wirklich ins Krankheitsbild Depression… eher chronisch faul, Oberarzt fragt:

Ist der überhaupt depressionsfähig?

Schwerst Borderline-erkrankte Patientin spricht mit Bezugspfleger über Blumen und vergleicht ihn mit einer Rose, er tut es ihr gleich:

Also sie sind ja am ehesten eine Schnittblume.

Und hier sind die ersten Stilblüten zu finden.

Stilblüten aus der Psychiatrie

Lange nichts mehr über die Arbeit geschrieben. Macht man schließlich auch nicht, Schweigepflicht und so. Aber die ein oder andere Stilblüte muss dann doch mal festgehalten werden. Ab und zu wird es einfach grenzwertig zynisch:

Küchendienst (Borderline-Patientin) holt Messer ab, Krankenpfleger:

Ist das für den Arm oder für die Wurst?

Angehöriger ruft an, Pflegerin fasst das Gespräch für ihre Kollegen zusammen:

Betrunkener Papa soll bitte im Alkoholikerparadies abgeholt werden.

Das Konsumverhalten einer medikamentenabhängigen Patientin wird in der Übergabe beschrieben:

Sie isst Benzos wie andere Smarties.

Wer ist da verrückt?! 😉

Wintersport

Sind nicht momentan wieder irgendwo in Norwegen oder so Wintersport-Wettkämpfe?

Liebe Sportler, hier bei mir direkt vor der Hautüre können sie sich austoben. Überschüssige Kräfte in freie Straßen und Bürgersteige verwandeln.
Und mein Auto suchen.

Irgendwo unter dem weißen Pulver muss es sein. Mein kleines Schwarzes. Die Nachbarn glauben scheinbar nicht, dass ich damit morgen noch zur Arbeit fahren möchte. Sie haben einfach vorne und hinten große Schneeberge aufgetürmt.

Langsam glaube ich das übrigens auch nicht mehr.
Die Erkenntnis kam mir beim Entfernen des hinteren Schneeberges. Als er weg war, war da, wo ich mit dem Schneeschaufeln angefangen habe schon wieder eine neue Schneedecke. Ca. 2 cm. Und es schneit weiter.
Für meine Nachbarn mag das ja ein großer Spaß sein… sie können endlich wieder rund um die Uhr Schnee schaufeln. Aber ich bin kein Sportler. Ich mag keine körperliche Anstregung. Mir tun jetzt schon alle gebrauchten Muskeln weh und ich will nicht wissen, wie das morgen wird!
Dann noch die miserable Parkplatzsituation, sowohl hier vor der Haustüre als auch am Krankenhaus – da ist es ja ohnehin immer ein Abenteuer ein Plätzchen zu finden, wie das bei 40 cm Schnee aussieht will ich mir gar nciht vorstellen!

Aber ich muss morgen zur Arbeit. Irgendwie. Und zu Fuß ist es dann doch zu weit. Ob die Busse so früh schon fahren? Ob die Bahn einigermaßen pünktlichfährt? Ob beide überhaupt fahren?

Liebe Wintersportler, für’s Erste habe ich mein Auto gefunden, aber vielleicht helft ihr mir morgen früh es auf die Schneepiste zu heben?

Es ist einfach wieder zu früh dafür. Weiße Weihnacht…. bis da sind es noch drei Wochen!

Eine Sonne namens Begeisterung

Call me nurse!

Das darf ich mittlerweile seit einem halben Jahr sagen. Nachdem mir bis dahin immer wieder nur gesagt wurde „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, bin ich immernoch der Meinung, dass Krankenpflege kein guter Job ist. Die Arbeit ist hart, schmutzig und will einen immer wieder nach Hause verfolgen. Sie ist geprägt von finanziellen Kürzungen, Unzufriedenheit auf allen Seiten und dem Gefühl, dass man gegen Windmühlen kämpft udn das ganze System so ineffektiv wie ungerecht ist.

Und trotzdem liebe ich diesen Beruf. Nicht etwa weil ich meine irgendwem zu helfen, etwas gutes zu tun oder gar ändern zu können. Nein. Ich bin einfach begeistert von dem, was ich jeden Tag erleben darf. Ganz egal in welchem Tätigkeitsfeld der Krankenpflege ich mich bewege, sie ist einfach toll.

Nehmen wir zum Beispiel die Neurologie: Hier geht es ja vor allen Dingen um die Schaltzentrale des menschlichen Körpers. Kein anderes Organ ist so gut vor Fremdeinwirkung geschützt: Der Schädel, der keinen Kratzer an das Gehirn lässt und selbst das Blut kommt nicht einfach so ran. Es ist ja auch viel zu oft Überbringer von diversen Krankheitserregern.
Ist es nicht ein Wunder, dass man durch die bloße Raumgestaltung Einfluss auf den Verlauf einer Krankheit nehmen kann?
Außerdem habe ich hier in meiner Ausbildung einen der bewegendsten Momente dieser drei Jahre erlebt: Eine Dame, die aufgrund ihrer Erkrankung monatelang keinen Muskel mehr bewegen konnte, nichteinmal selbstständig atmen, wackelte eines Morgens mit ihren rechten großen Zeh.

Dann die Endoskopie: Ohne den Körper zu verletzen sind ganz tiefe Einblicke möglich. Neben Diagnose wird auch Prävention betrieben. Verändertes Gewebe wird entfernt ohne sicht- oder spürbare Narben zu hiterlassen bevor es zum gefürchteten Krebs wird. Und wenn doch einmal Therapie notwendig ist, weil z.B. die Gallenwege durch gemeine Steine einfach blockiert werden, können auch diese entfernt werden ohne die unangenehmen Folgen einer Operation: Narbe, eingeschränkte Mobilität, …

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, kommt auch noch der Operationsdienst: Hier kann wirklich etwas am Menschen verändert werden. Gebrochene Knochen wieder zusammengeflickt, Löcher im Herzen geschlossen oder einem Herzen, dass nicht mehr wirklich schlagen möchte wieder auf die Sprünge geholfen werden. Hier wird der Mensch ganz bewusst verletzt. Aufgeschnitten sowie neu zusammengeflickt. Aber das ist eben nicht nur eine Sache des Arztes, sondern dieses ganze Zusammenspiel, Hand in Hand, die perfekt aufeinander abgestimmten Abläufe.

Skalpell! Tupfer!

Dabei weiß eigentlich jeder Mitwirkende meistens schon was als nächstes kommt.

Es ist Beruf mit zahlreichen Schattenseiten. Wie gut, dass die Begeisterung doch so viel Licht hineinbringt.