Ohrenbetäubende Ruhe

MacBook, iPhone und „Sennis“. Die drei gehören zusammen.

Jedenfalls wenn der Froschkönig lernt und ich Musik hören möchte. Und zwar laut!
Da ist so der ein oder andere Ohrwurm. Und irgendwie hören sie sich alle deutlich besser an wenn sie durch die Kopfhörer in meine Ohren kriechen als wenn sie von irgendwo da drinnen meinen Geist betören.

Also Playlist füllen, Sennis auf die Ohren und einfach genießen. In aller Seelen Ruhe.

Und wenn die Playlist doch nicht optimal war: Remote auf dem iPhone wird es schon richten.

Noch ein paar Tote mehr…

…und das Sommerloch ist gefüllt!


Alles was jetzt folgt ist unüberlegt und stark gefärbt. Auch nicht recherchiert. Geschweige denn gründlich.

Nachdem zuletzt 21 tote Loveparadebesucher dank des Sommerlochs ungewöhnlich lange in der Presse herumgeisterten, tun dies neuerdings 3 tote Babies. Gewöhnliche Babies mit gewöhnlichem Tod. Zu früh geboren, krank geboren, krank geworden. Intensivstation. Kontakt mir Erregern, die eigentlich nicht da sein sollten aber doch da sind. Weil für Hygiene kein Geld da ist. Oder keine Zeit. Oder einfach kein Personal! Und eventuell sind sie gar nicht an den Tierchen gestorben. Sie nicht.

Es ist doch total egal, wie die Bakterien in die Infusionen kamen und ob sie todesursächlich waren. Sie waren da und gehörten nicht hin. Es gehören auch keine resistenten Bakterien in Wunden, nicht in die Lunge und nicht an Herzklappen. Auch gehören sie nicht an die Hände von Ärzten, Pflegepersonal und Besuchern. Trotzdem ist jeder Patient in Deutschland zu Beginn des Krankenhausaufenthalts ersteinmal potentiell nicht infektiös. Stört ja auch keinen.
Es sterben jedes Jahr zig Tausende Menschen an den Infektionen, die sie in Krankenhäusern und Pflegeheimen erwerben. Erwachsene. Mit und ohne Familie. Jetzt sind es vielleicht drei Kinder und die Presse schreit laut auf.

Aber was zur Hölle wird das ändern?

Gar nichts.

Wie auch? Im Sommerloch zählen die toten Babies. 3,0. In Worten: Drei Komma Null. Es zählen die defekten Flaschen. 1,0. In Worten Eins Komma Null.
Ein Defekt an der Verpackung führte zur Verunreinigung. Die Mitarbeiter haben keine Schuld. Sie haben ihren Job richtig gemacht. Hatten die Zeit sich ihre Hände zu desinfizieren. Händedesinfekton ist ja auch da A und O. Noch wichtiger, als die Flaschen auf Beschädigungen zu überprüfen. Aber irgendwo muss man die Zeit ja einsparen wenn insgesamt das Personal eingespart wird.

Und so wird es bleiben. Im nächsten Sommerloch wird der Toten aus dem Tunnel gedacht werden. Den vielen Opfern des deutschen Gesundheitssystems nicht.
Wobei es ja eher ein Krankheitssystem ist. Auch wenn man Krankenkassen in Gesundheitskassen und Krankenschwestern in Gesundheits- und Krankenpflegerinnen umbenennt zählt hier die Behandlung der Kranken, nicht der Schutz der Gesunden vor Krankheiten.
Es sei denn man ist privat versichert. Aber dazu vielleicht irgendwann anders eine kleine Anekdote.

Das Loch ist jetzt erstmal gefüllt.

Der Duft der Heimat

Vor kurzem habe ich ein ganz besonderes Zitat gepostet. Eines, das mich selbst immer wieder begleitet wenn ich in dem kleinen Städtchen bin, in dem ich aufwuchs und auch immer wenn ich den Duft von Holunderblüten wahrnehme.

Leider blüht er jetzt gerade nicht mehr. Und die Sträuche sind viel seltener geworden. Auch in dieser kleinen Heimat. Vor 15 Jahren – als ich da eben noch jeden Tag lang gegangen bin – war mein Schulweg nahezu komplett von Holundersträuchen gesäumt. Jetzt ist da noch ein großer Busch ganz zu Beginn.

Und dennoch: Dieser Duft sagt mir nicht nur dass ich zu Hause bin, er erinnert mich auch überall anders – Holunder wächst zwar heute seltener, aber eben nicht nur dort – an die vielen Kilometer, die mich meine Füße entlang der Sträuche getragen haben. Nicht alleine. Sondern mit Menschen, die ich gar nicht mehr kenne. Nur noch Namen und ein paar Erinnerungen sind geblieben.

Und ich muss wieder lächeln. Jedes einzelne Mal.

Das merkwürdige Essverhalten…

…ausgewachsener Geschwisterkinder zur Fütterungszeit

Egal ob im englischen oder im deutschen Sprachgebrauch: Das Beste kommt zum Schluss! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Last but not least.

So halte ich es auch mit dem Essen.

Das Leckerste am Sauerbraten sind die Klöße mit der Soße. Also bleibt davon auch ein Happen bis ganz zum Schluss übrig. Bei Tomate-Mozarella-Türmchen schmecken diejenigen mit viel Balsamicodressing besonders gut – also hebe ich mir ein solches bis zuletzt auf. Am Frühstücksei ist die Kappe langweilig. Einfach nur weiß. Hervorragend ist jedoch jeder Bissen mit flüssigem Eigelb. Also muss davon auch auf dem letzten Löffel etwas sein.

Neulich passierte etwas, was mich zutiefst verletzte: Der Froschkönig klaute mir meinen kostbaren letzten Bissen. Das Beste. Das Leckerste. Er war der Meinung, ich würde es ja liegen lassen weil ich es nicht haben will. Er meinte es vermutlich kein bisschen böse. Wollte mir nichts wegnehmen, was ich so gerne mag.
Seitdem beobachte ich ihn beim Essen häufiger. Nicht nur um abschätzen zu können wann er mir wieder meine Kostbarkeiten vom Teller angelt. Wobei das bislang gut funktioniert. Ich versuche vielmehr zu verstehen, warum er eben das Beste nicht zum Schluss nimmt.
Erst als er am Sonntag – nach einer aufgewärmten Portion Sauerbraten – sagte, dass er sich angewöhnen müsse langsamer zu essen fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Er ist das Essen im Rudel gewöhnt. Geschwister, Mitschüler, Freunde, Kollegen und andere Raubtiere, die ihm die besten Stücke wegessen, wenn er sie nicht als erstes isst.
Als Einzelkind hatte ich dieses Problem bisher nie. Im Gegenteil. Mamas Liebling. Nimm nur Kind. Welches Stück Fleisch möchtest du denn? Lass liegen was dir nicht schmeckt.

Als Einzelkind lernt man schon irgendwie ein verdrehtes Weltbild kennen. Nirgendwo werden die besten Jobs, die tollsten Büros, die besten Wohnung, die schönsten Autos bis zum Schluss zurückgehalten. Meist geht es doch darum:

Wer zuerst kommt malt zuerst!

Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Der Kölner würde sagen:

Jede Jeck eß anders.

So ist es auch mit meinem Chef. Napoleon. Für ihn müssen die Untersuchungsräume jedes Mal umgeräumt werden, da er eben vollkommen anders arbeitet als die 7 übrigen Ärzte. Nun ja, sei es drum.

Aber nicht nur er ist etwas eigen. Die anderen haben ja auch ihre Macken.
Beispielsweise der jüngste Oberarzt – gerade so noch in den 30ern – scheint besonders kurzsichtig zu sein. Er mag es wenn der Monitor nur wenige Zentimeter vor seiner Nase schwebt.
Oder der dünnste, er hingegen benutzt grundsätzlich nur ein bestimmtes Ultraschallgerät, zumeist auch nur in einem speziellen Raum.
Die Dame im Team macht gerne alles alleine.

Interessant ist aber, dass unsere gesamte Abteilung jetzt umgebaut werden muss, nicht etwa, weil das Pflegepersonal ebenfalls die ein oder andere Marotte hat. Nein. Schuld ist das neue Desinfektionsmittel. Und das ist eben auch sehr eigen und anspruchsvoll.
Zum Beispiel stinkt es.
Außerdem zerstört es alles. Nicht nur Krankheitserreger sondern auch die Bestandteile des vorhandenen Fußbodenbelags. Er wurde jetzt bereits erneuert. Jedenfalls in 2 von 3 Räumen. Der andere muss vorher noch komplett umgebaut werden.
Die Dämpfe dieser Lösung riechen nicht nur unangenehm – gefühlt irgendwo zwischen Schwimmbad, Essig und Formaldehyd einzuordnen. Sie bereiten auch Kopfschmerzen und verursachen bei einer Kollegin sogar Wortfindungsstörungen. Meines Erachtens nach ist dies jedoch eher psychosomatisch. Hier soll ein Abzug das Problem lösen. Dafür muss aber einer der bereits renovierten Räume ebenfalls umgebaut werden.

Dann doch lieber die menschlichen Eigenarten. Irgendwie sind die weniger stur und bessere Unterhaltung. Außerdem können sie nebeneinander existieren und verdrängen nicht alles alt bekannte.

Studieren probieren?

Schon seit einem Monat bin ich wieder Studentin. Aber irgendwie stellt sich noch kein richtiges Gefühl dafür ein. Wohl eine Nebenwirkung des Fernstudiums, die sich legt sobald man die ersten Präsenzveranstaltungen hinter sich hat. Oder auch nach dem ersten Lerntreffen.

Das hatten wir heute. Die Location passte: Eine Unikneipe. Um uns herum viele Studenten, die fleißig über ihren Büchern brüteten oder die Inhalte ausdiskutierten. Wir waren dagegen noch recht unbeholfen, haben uns erstmal überlegt, was wir bei einem solchen Treffen denn machen wollen. Und haben festgestellt, dass wir alles andere als eine gemeinsame Lerngrundlage haben. 2 haben sich bisher primär mit BWL beschäftigt – da steht ja auch bald die erste Prüfung an – die dritte im Bunde fand Pflegewissenschaften einfach deutlich interessanter. Das Lernziel bis zum nächsten Treffen wurde also festgelegt, noch ein wenig über Arbeit und Co. gesprochen und dann wieder nach Hause.
So sah studieren für mich auch schon vor 5 Jahren aus.

Aber wir probieren ja noch…

Lächelzauber

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die Mittel hierzu reichen von kleinen Gesten im Alltag bis hin zu kostspieligen Aufmerksamkeiten.

Fast Zauberei ist es für mich, wenn ich meinen schwarzen Tee eingieße. In ein Glas mit einem großen Stück Kandis. Kluntje.
Dabei entsteht genau das gleiche Geräusch, das man wahrnimmt, wenn man Cola in ein Glas mit Eis füllt. Wunderschön!

Am Anfang war ein Ohr…

…oder ein Auris.

Jetzt sind es drei Peugeots. 206+, 308 und 308 CC.
Klingt nach Autos. Vielen Autos! Mehr als nur diesen vieren um genau zu sein.
Aber der Auris an sich war eben der erste von acht. Und eine Geschichte für sich.

Der Froschkönig war zunächst vollkommen begeistert von dem Auto. Dieses traumhafte blau! Blau ist ja ohnehin toll. So… blau!
Dann kam die erste Zerreißprobe. Zunächst sah es danach aus, dass sie Aachen in einem denkbar schlechten Licht darstellt. Doch schon bald stellte sich heraus, dass sie nur der Anfang einer langen Kette von schlechten Erlebnissen war. An einem Sonntag Nachmittag im Spätsommer 2007 wurde die Scheibe der Beifahrertüre eingeschlagen. Für 2,50 Euro und einen Personalausweis.
Schon kurz darauf machten sich die Bremsen zum ersten Mal bemerkbar. Zunächst noch recht dezent und mit lauter Musik ausblendbar. Dann wurde es jedoch penetranter und Toyota montierte die ersten „Antiqietschbleche“. Ohne Erfolg. Sie wiederholten dies im Laufe der drei Jahre auch noch etliche Male. Kein Blech half. Auch „Antihitzebleche“, die ein anderes Problem beheben sollten, wurden mehrfach ausgetauscht. Einzig die Funktion der Bremsen, die ja so groß in den Nachrichten waren, war zuverlässig. Gelegentlich musste man die Fußmatte zurückziehen, weil sie sich eben im Pedal verfing, aber darauf hat man ja immerhin Einfluss.
Keinen Einfluss hat man auf andere Verkehrsteilnehmer. Da wären zum Beispiel Taxifahrer. Einer wollte auf der Autobahn die Spur wechseln. Ihm war dabei das Ohr völlig egal. Beifahrerseite neu. Auch Pizzaboten sind Verkehrsteilnehmer. Und dieser eine ganz speziell hielt die Handbremse für unnötig. Er versuchte statt dessen mit seinen Beinen das Auto aufzuhalten und landete dabei auf der Motorhaube. Aber die wurde ja kurz darauf ohnehin neu lackiert denn auch LKW-Fahrer sind nicht so leicht zu beeinflussen. Unerwünschte Ladung, in diesem Fall Eisplatten auf der Plane des Anhängers, darf sich wenn es nach ihnen geht auch mitten auf der Autobahn wieder verabschieden. Motorhaube ausbeulen und neu lackieren. Falscher Lack. Zu spät gesehen, es war Winter und das Licht entsprechend schlecht.

Die Entscheidung das Fahrzeug nach dem Auslaufen des Leasingvertrages zu übernehmen – oder eben nicht – fiel entsprechend leicht. Pech ist gar nicht schwarz sondern blau. Und quitscht! Auris. Nicht gold, sondern Ohr!

Die Unzufriedenheit mit dem Auris gipfelte dann darin, dass der Froschkönig am letzten Pfingstwochende sein zukünftiges Auto zur Probe hatte. Der zweite Peugeot. Ein schwarzer 308 CC mit viel Werbung. Danach war er noch unzufriedener mit dem pechblauen Stück und war umso entsetzter, als er erfuhr, dass sich die Lieferung seines Cabriolets verzögern würde.
Beeindruckt von der ausgezeichneten, französischen Löwenqualität ließ er sich für die Wartezeit einen kleinen Werkstattwagen geben. Einen 207. Grau. Mit viel Werbung.

Dann kam er. Der braune, rassige 308 CC. Mit seiner samtigen, grauen Haut. Aus Leder. Überall. Und ganz ohne Werbung.
Doch was war das?! Schon am ersten Abend ging eine Kontrollleuchte an. Sollte das etwa wieder der Anfang vom Ende sein?! Die zuvorkommende Werkstatt behob den Fehler innerhalb eines Tages. Der wurde natürlich wieder mit einem Werkstattwagen – der bereits bekannte 207 – überbrückt.
Denkste. 15 km hat es gehalten da leuchtete sie ihn wieder in ihrem grellen Orange an. Bis zum Montag musste sie also leuchten. Eine Leuchte für irgendwie 30 und mehr Fehlermeldungen hieß es in diversen Bastlerforen. Montag dann ein neuer Korrekturversuch. Als kleinen Trost gab es jetzt zum ersten Mal einen 308. Mit viel Werbung. Zum edlen Auto hieß es irgendein Stecker locker. Jetzt läuft er. und das schon seit mehreren tausend Kilometern.
Dennoch musste er noch einmal in die Werkstatt. LKW-Fahrer scheinen auch vor schönen Autos nicht Halt zu machen. Dieser eine fand ihn besonders anziehend. So anziehend, dass er sich mit ihm die Autobahnauffahrt teilen wollte. Und dabei den fahrerseitigen Außenspiegel aus dem Weg schaffte. Nicht ohne dabei Kotflügel, Fahrertüre und A-Säule einzubeziehen. Hier kommt Löwe Nummer 6 ins Spiel. Ein 308 ohne Werbung. Einfach nur weiß. Die Werkstatt hat alles erneuert. Die Unglücksteile haben das Auto also verlassen. Vielleicht mag der LKW-Fahrer sie ja haben?! Er fühlte sich doch zu dazu hingezogen.
Außerdem fehlt ja noch etwas für das wirklich schlechte Omen: Das Quitschen.

Dauerhaft steht da also die Nummer eins. Mein kleines Schwarzes. Und das edle Cabriolet. Die Nummer 4. Und vorübergehend jetzt noch ein 308 in anthrazit. Nummer 7. Er sucht derzeit noch nach einem eigenen Zuhause.

Was müssen unsere Nachbarn nur denken?