Vermeidungsstrategie

Das Gefühl versagt zu haben lässt sich ganz leicht vermeiden. Einfach nicht um etwas bemühen, nur wenig Energie investieren.

Wenn ich z.B. jetzt mein Examen gut absolviere, dann freue ich mich. Wird es nicht so toll, bin ich trotzdem nicht enttäuscht. Ich ärgere mich höchstens über mich selbst. Schließlich hätte ich es besser gekonnt. Wenn ich denn mehr Zeit und Fleiß darin investiert hätte.

Hätte die Vorbereitung in viel Mühe, Entschlossenheit und Anstrengung bestanden, dann würde mich das noch mehr freuen. Es wäre dann der gerechte Lohn. Ein schlechtes Abschneiden würde mich allerdings enttäuschen. Mich entmutigen. Mir das Gefühl geben, dass ich so schlecht auch ohne all diese „Opfer“ hätte abschneiden können.

Scheiß Konjunktiv.

Mittlerweile liegt das alles hinter mir. Ich habe bestanden. Und zwar viel besser als erwartet. Ich bin glücklich. Erleichtert. Und irgendwie muss ich es ja verdient haben. Auch wenn ich nicht das Gefühl habe wirklich etwas dafür getan zu haben.

Call me nurse.

Papierflut

Bei meinem Umzug ist mir einiges bewusst geworden. Ein paar Beispiele:

  • Egal, wie sehr man sich anstrengt, aussortieren funktioniert nicht in einem einzigen Schritt.
  • Ich besitze mehr Kleidungsstücke, als ich tatsächlich brauche. Beim Durchsehen wurde einiges entsorgt. Beim Einpacken blieb einiges einfach übrig. Und beim Auspacken/Einräumen bildete sich erneut ein beträchtlicher Berg an Unrat.
  • Wenn man zwei Haushalte zusammenführt hat man plötzlich von einigen Gegenständen mindestens eins zuviel. Kleines Beispiel: Auch zu zweit braucht man nur einen Klebefilmabroller und nicht 5!
  • Solange die alte Wohnung existiert neige ich dazu, sie als mein „zu Hause“ zu bezeichnen. Dabei habe ich doch neulich erst festgestellt, dass sie dies nie war.

Und ganz dramatisch: In zwei kleine Billy-Regale, einen Schreibtisch und auf zwei Stapel neben dem Sofa passt mehr Papier, als ich mit einem Mal entsorgen kann. Wobei zu berücksichtigen ist, dass ich einen Teil davon ja doch behalten habe. Versicherungsscheine, Gehaltsabrechungen etc. schmeißt man schließlich nicht einfach weg.
Die Entsorgung sieht also so aus, dass ich immer wieder auf Platz im Altpapiercontainer hoffe. Leider wird der Gute nur alle 4 Wochen geleert. Was haben die eigentlich für Vorstellungen? In einem Haus mit mehr als 15 Mieteinheiten, größtenteils von Studenten bewohnt, kommt doch zwangsläufig in diesem Zeitraum mehr Papiermüll auf, als in diesen einen Container mit dem blauen Deckel passt.

Sollte im Rahmen der Digitalisierung von Abläufen aus sämtlichen Lebensbereichen die Paierflut nicht abnehmen? Ich drucke mir schließlich keine Emails aus. Und digitale Rechnungen werden auch nicht abgeheftet sondern abgespeichert. Und Spam wird auch nicht ausgedruckt um ihn dann symbolisch der Abfallverwertung zuzuführen sondern einfach gelöscht.
Woher kommen also diese Unmengen an Papier? Wie kann ich das vermeiden? Geht das anderen genauso?

Die Digitalisierung scheint doch nur ein Mythos zu sein.

Freitags-Füller # 51

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1. Eine Tasse Tee ist durch nichts zu ersetzen.

2. Meine Familie gibt mir ein besonderes Gefühl von zuhause.

3. Alles hat eine Schönheit, irgendwie.

4. Wer denkt denn schon im März an den Geschmack von Erdbeeren ?

5. Kunst bedeutet für mich sich darauf einzulassen.

6. Falsch parken und später bezahlen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Gesellschaft, morgen habe ich leckeres Essen geplant und Sonntag möchte ich weiter meine wiedererlangte Mobilität genießen!

Exklusive Bewerbungsfotos

Wer eine Ausbildung beendet und den Wohnort wechselt sollte sich bewerben. Wer sich bewirbt braucht meistens auch ein Foto.
So ging es mir auch. Letzten November.

Fotograf gesucht und gefunden. Die Website war vielversprechend, die gezeigten Referenzen überzeugend. Das Shooting seriös. Hat auch Spaß gemacht. Die Profis haben schon ihre Tricks wie sie ein ungezwungenes Lächeln und strahlende Augen bei Laien festhalten.

Für die Auswahl des optimalen Bildes und Bildausschnitts bekam ich dann auch Vorabdrucke gegen Bezahlung der gemeinsamen Stunde im Studio. Das waren etwa 40 Euro. Bestellung der tatsächlichen Abzüge ging telefonisch. Bis hier alles also alles super. Bilder für die Bewerbungen bestellt.
Bei Abholung dann nach der Bilddatei für Onlinebewerbungen gefragt. Als Antwort erhalten, dass sie keine Orginaldateien rausgibt sondern nur in geringer Auslösung und Größe. Darauf verzichtet, da ich an die meist eher altmodischen, konservativen Krankenhäuser die Bewerbung mit der gelben, statt der elektronischen Post verschicken wollte. Ärgerlich war es trotzdem und die 6 Abzüge haben schließlich auch wieder etwa 35 Euro gekostet.

Letzten Mittwoch kristallisierte sich dann heraus, dass eine meiner Papierbewerbungen, inklusive sündhaft teurem Foto, wohl auf dem Postweg verloren gegangen oder in der Bürokratie eines eher kleinen Krankenhauses verschwunden sein muss. Empfehlung der Personalabteilung:

Schicken Sie uns Ihre Unterlagen doch einfach per Email.

Okay. Werde ich also fortschrittlich. Tauche ich noch weiter in die Digitalisierung meiner Persönlichkeit ein Vermarkte mich jetzt auch via Internet. Zeugnisse kann man einscannen lassen, udn das Bild kann mir die Fotografin ja dann doch noch schicken.
Teil 1 war unproblematisch. Alles digitalisiert. Das Bild macht dann jetzt doch Ärger:

Ich wähle die Nummer der Visitenkarte. Am Telefon meldet sich eine Frauenstimme mit dem einfachen Wort „Hallo“.
Das Gespräch verlief dann so, dass ich um die verkleinerte Bilddatei gebeten habe und direkt mit den Worten: Das ist eine Nachbestellung, kostet 20,40 Euro außer Gefecht gesetzt wurde. Sie bemerkte mein Zögern und meinte

Ich kann Sie dann ja nicht mehr daran hindern das Bild beliebig oft zu vervielfältigen.

Die Nachfrage, ob es sich denn bei diesem Presi dann um die Datei in Orginalgröße handelt behielt ich für mich. Statt dessen gab ich mich geschlagen und bedanke mich, wollte auflegen. Dann pampte diese Dame mich durch die Leitung an:

Sie dürfen das Bild nicht einscannen. Wenn ich das irgendwo im Internet finde, dann werde ich das ahnden lassen. Das ist schon mehrfach vorgekommen.

Für mich steht fest: Bevor ich DA nocheinmal Abzüge von diesen eigentlich guten Bildern machen lasse, investiere ich lieber ein wenig Zeit und Geld in ein simples Fotogeschäft. Da wäre mir im Zweifel sogar egal wenn sich der vermeidliche Künstler die Rechte an seinen Bildern vollkommen behält. Doch genau das tun sie nicht.

Für 20 Euro kann ich ein ähnliches Bild auch von einem anderen Fotografen machen lassen. Da sind dann 6 Abzüge direkt inklusive und für 2 bis 5 Euro Aufpreis erhält man eine CD mit allen Originaldateien.

Da lasse ich dann auch gerne zusätzliche Abzüge anfertigen sollte ich mehr Bilder brauchen.

Freitags-Füller # 50

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1. Komm mit mir, komm auf mein Schloss...

2. Das Wetter ist das Wetter in diesem Jahr.

3. Glück ist Ansichtssache.

4.  Ich bin unmotiviert, aber nicht unkonzentriert und verwirrt.

5. Ich warte auf  14:30.

6. Wenn ich einmal damit angefangen habe, kann ich sehr schwer wiederstehen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf zu Hause, morgen habe ich eine Präsentationsvorbereitung geplant und Sonntag möchte ich  das machen, was in meinem Kalender steht!

Leere

Jetzt sitze ich hier.
Notebook auf dem Schoß.
In einer leeren Wohnung.
Alleine auf dem Fußboden.

Ein bescheidenes Gefühl ist das. Ich weiß, ich spüre: Hier bin ich nicht mehr zu Hause. Aber vierenhalb Jahre lang war ich das irgendwie schon.

Es war meine erste „eigene“ Wohnung. Teilen musste ich sie nur sporadisch mit meinem Mitbewohner. Zuerst ist er verspätet eingezogen, jetzt hat er Probleme tatsächlich bis zum 31. raus zu sein. Obwohl er schon lange nicht mehr wirklich hier wohnt. Oder nie gewohnt hat.

Jetzt ist mein Umzug auf Raten nahezu abgeschlossen. Mein Schreibtisch fehlt noch. Das Herzstück meines Zimmers.
Aber mein Herz ist schon weg. Weit weg von hier.

Klassentreffen trifft Gegenwart

Erst vor wenigen Wochen kam ein toller Tatort. Ein Kölner, der größtenteils im wunderschönen Essen spielte. Thema war ein Klassentreffen. Jetzt geht es um mein eigenes. Allerdings ohne Mord.

Fast 6 Jahre ist mein Abitur nun her.
Letztes Jahr gab es da auch ein großes Klassentreffen. Ohne mich. Die Studien-/Abschlussfahrt meiner Ausbildung hat mich daran gehindert. Vermutlich hätte ich mich darüber freuen sollen. Habe ich zu dem Zeitpunkt jedoch nicht. Stattdessen habe ich meinen Unmut darüber ertränkt. An der Costa Brava, nicht im Mittelmeer, sondern im Glas.

Mittlerweile kann ich mich sehr gut darüber freuen, dass ich nicht da war. Die meisten Leute hätte ich ohnehin nicht wiedersehen wollen. Ich wüsste nicht, warum nach 5 Jahren diejenigen, die mir meine Schulzeit zur Qual gemacht haben, plötzlich interessante, liebenswerte Menschen für mich sein sollten. Es wäre wohl auf Smalltalk hinausgelaufen.

Immer wieder die selbe Frage: „Und, was machst du jetzt?“

Nur der Hintergrund wäre unterschiedlich:
Bei den einen wäre es „Anstand“. Fehl am Platz. Mit denen würde ich eigentlich gar nicht reden wollen.
Bei anderen wäre es des Versuch sich zu profilieren. Die waren schon zu Schulzeiten so. Jetzt studieren sie BWL.
Bei wenigen tatsächliches Interesse. Aber das Interesse ist weder von ihrer, noch von meiner Seite wirklich groß. Schließlich hätte man sich ansonsten in den Jahren zwischen Abitur und diesem Klassentreffen danach erkundigen können.

Letzten Freitag kam es trotzdem zu einem für mich tatsächlich wertvollen Wiedersehen. Nahezu all diejenigen, auf die ich mich letztes Jahr gefreut hätte, waren da. In ungezwungener Umgebung. Ein ehemaliger Mitstreiter hatte Geburtstag. Zu den Gästen gehörten also auch andere Freunde. Freunde aus dem hier und jetzt. Man selbst konnte auch die Person sein, die man heute ist.
Bei solchen Klassentreffen verfällt man doch oft wieder in die alten Rollen. Das hat mir auch eien Freundin, die dort war, berichtet. Es haben sich die alten Gruppen gebildet.

Vielleicht sollte ich mich generell von dieser Art Treffen fernhalten. Klingt jedenfalls jetzt für mich nach einem guten Plan. Wer weiß, was in 4 Jahren ist?

Unverhältnismäßig!

Ich kann nicht glauben, dass ich gerade tatsächlich 2,30 Euro für eine Busfahrt gezahlt habe. Für genau eine Haltestelle!

Hätte ich das früher gewusst, wäre ich ausgestiegen. Z.B. als ich feststellen musste, dass ich mir noch gar kein Märzticket gekauft habe. Aber nein, ich war so dumm zu sagen: Dann zahle ich eben so. Von meinem kleinen Schein kam nicht viel zurück.

Worauf basieren denn bitte diese Preise? Darauf, dass jemand der für eine Haltestelle den Bus nimmt für seine Faulheit bezahlen soll? Darauf, dass die Fahrkartenkontrolle den Busfahrer aufhält und sich somit wenigestens lohnen soll? Der Fahrgast also nicht nach einer Haltestelle wieder durch die Nötigung zur Öffnung der Türe schon wieder die Weiterfahrt verzögert?

Statt das Problem dadurch zu beheben, dass so eine Fahrt einen wechselgeldfreundlichen Euro kostet, wird sie einfach so teuer, dass ich mir auf dem Rückweg lieber den Hintern abgefroren habe.

Regenbogentarif nennen die den Kram hier. Am Ende steht ein Topf voll Gold für den Verkehrsbetreib.