Kopfbombe

Nur weil ich so schrecklich internetsüchtig bin, sitze ich überhaupt am Rechner. Außerdem muss ich zum Tippen ja nicht zwangsläufig auf den Monitor gucken. Ich starre bei meinem 4 Finger-Suchsystem ja ohnehin zumeist auf die Tasten.

Da wird man morgens eingentlich ganz sanft mit einem Lichtwecker behutsam aus dem Land der Träume gelockt und eines Tages läuft es so viel anders:

Langsam aber sicher wird der Wecker heller. Und zeitgleich zum Erwachen ist da dieser Schmerz. Rechts oben sitzt er. Und solange die Augen geschlossen bleiben, verharrt er dort auch. Aber wenn man sie öffnet und ein wenig Licht wahrnehmen lässt, breitet er sich im sofort aus. Explosionsartig zerreißt es fühlbar die gesamte rechte Gehirnhälfte.
Ein Blick in den Spiegel straft dieses Gefühl lügen. Der Kopf sieht normal aus. Zerzauste Haare. Ein wenig blass vielleicht. Wie immer. Aber keine Anzeichen von Zerstörung.
Es sind ja noch ein paar Minuten bis zum Klingeln. Also Geduld. Doch schon mit dem ersten Ton wird der Schmerz erneut zur Detonation gebracht.
Medikamente sollten jetzt eigentlich die Arbeitskraft sichern. Ein wenig legales Doping. Doch auch nach gut einer halben Stunde sind die Effekte von Licht und Ton umwerfend. Lähmend.

Erst einen Wirkstoff und viele Stunden später stellt sich so etwas wie Konstanz ein. Das Tastendrücken des Froschkönigs, seine Telefonate sowie das Tageslicht bringen den lokalen Schmerz rechts oben nicht mehr aus der Ruhe. Er bleibt einfach dort sitzen und springt nur noch beim grell weißen Anblick des Schnees oder dem Geschirrklappern in der Küche auf.

Nun sitzt er weiter dort an seinem Platz. Gut sichtbar, aber unauffällig. Und die Hoffnung ist da, dass er mich diese Nacht einfach verlässt.

Oh du fröhliche!

Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mir dieser Schnee auf die Nerven geht.

1. Andauerndes Schneeschaufeln. So viel Sport treibe ich das ganze Jahr über nicht. Und möchte ich auch gar nicht!

2. Rutschgefahr beim gehen, laufen und fahren. Die Schrecksekunden sind nicht mehr einfach zu zählen.

3. Parkplatzsuche ist Krieg! Und Krieg ist bekanntlich etwas negatives. Nichts wünschenswertes.

4. Trotz pünktlichster Bestellung sind diverse Geschenke noch immer nicht hier angekommen. Stecken wohl auch im Schnee fest.

5. Auch wenn es eigentlich nur ein beliebiger Anlass ist, sich mit der gesamten Familie zusammezurotten, ist mir dieses Fest doch irgendwie wichtig. Zu nahezu keinem anderen Anlass, außer eventuell dem Geburtstag meiner Oma, sehe (und höre!) ich sie nahezu alle gleichzeitig. Und dieses Jahr war das anders.

Witterungsbedingt war eine Fahrt zu Oma/Mama nicht möglich. Ich habe also eine neue Form von Heilig Abend kennengelernt.

Es ist so angenehm zu wissen, dass das nächstes Jahr wieder etwas normaler abläuft. Der Mensch ist und bleibt eben ein Gewohnheitstier.

Küss die Sonne!

Was müssen unsere Nachbarn bloß denken? Da steht schon wieder ein anderer Peugeot vor unserer Türe.

Küss die Sonne!

steht auf dem grauen 207 CC. Oh ja! Sonne, warm – das wäre jetzt schön.

Küss die Leitplanke!

war wohl unser Motto letztes Wochenende. Wir, das sind das kleine Schwarze und ich.
Einsam und verlassen standen wir auf der Autobahn, mitten auf einer Eisfläche. Dem Kleinen ging es wohl nicht schnell genug. Es hat nicht verstanden, dass man bei diesem komischen weißen Zeug auf der Autobahn langsam fahren muss und war dann wohl trotzig, als es das dennoch tun musste.

Nun muss ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Auto mit Stufenheck fahren. Und das bei dieser Parkplatzsituation!

Viel schöner wäre das doch bei 20°C und Sonnenschein. Und Urlaub natürlich. Nicht für den Weg zur Arbeit und zurück im Schnee.

Apropos…

…weiße Weihnacht:
So heißt mein Lieblings-Weihnachtstee.

Ich mag es nicht, wenn ein Tee so stark nach Zimt und Co. schmeckt. Und genau das tun die meisten „Weihnachtstees“. Und dennoch möchte auch ich in der kalten – und derzeit auch sehr weißen – Adventzeit zum Stollen einen mollig warmen, passenden Tee trinken. Ausnahme gefunden. Bei TeeGschwender.

Dieser weiße Tee schmecht lecker vanillig, fast wie Vanillekipferl. Und kein bisschen nach Zimt! Luxus pur.

Wer Tee mag:
Unbedingt probieren!!!

Wintersport

Sind nicht momentan wieder irgendwo in Norwegen oder so Wintersport-Wettkämpfe?

Liebe Sportler, hier bei mir direkt vor der Hautüre können sie sich austoben. Überschüssige Kräfte in freie Straßen und Bürgersteige verwandeln.
Und mein Auto suchen.

Irgendwo unter dem weißen Pulver muss es sein. Mein kleines Schwarzes. Die Nachbarn glauben scheinbar nicht, dass ich damit morgen noch zur Arbeit fahren möchte. Sie haben einfach vorne und hinten große Schneeberge aufgetürmt.

Langsam glaube ich das übrigens auch nicht mehr.
Die Erkenntnis kam mir beim Entfernen des hinteren Schneeberges. Als er weg war, war da, wo ich mit dem Schneeschaufeln angefangen habe schon wieder eine neue Schneedecke. Ca. 2 cm. Und es schneit weiter.
Für meine Nachbarn mag das ja ein großer Spaß sein… sie können endlich wieder rund um die Uhr Schnee schaufeln. Aber ich bin kein Sportler. Ich mag keine körperliche Anstregung. Mir tun jetzt schon alle gebrauchten Muskeln weh und ich will nicht wissen, wie das morgen wird!
Dann noch die miserable Parkplatzsituation, sowohl hier vor der Haustüre als auch am Krankenhaus – da ist es ja ohnehin immer ein Abenteuer ein Plätzchen zu finden, wie das bei 40 cm Schnee aussieht will ich mir gar nciht vorstellen!

Aber ich muss morgen zur Arbeit. Irgendwie. Und zu Fuß ist es dann doch zu weit. Ob die Busse so früh schon fahren? Ob die Bahn einigermaßen pünktlichfährt? Ob beide überhaupt fahren?

Liebe Wintersportler, für’s Erste habe ich mein Auto gefunden, aber vielleicht helft ihr mir morgen früh es auf die Schneepiste zu heben?

Es ist einfach wieder zu früh dafür. Weiße Weihnacht…. bis da sind es noch drei Wochen!

And the winner is…

Der Froschkönig hat mir ja schon vor mehr als drei Jahren sein (einziges) Haustier vorgestellt:

Das haekelschwein.

Letztes Jahr habe ich mir dann ein Herz gefasst und ebenfalls fünf dieser rosa Tierchen ins Haus geholt. Die meisten hatten die Massentierhaltung jedoch sehr schnell satt. Eins hat sich sogar an seine Zücherin, eine Oma, erinnert uns sich direkt bei meiner Oma eingemietet. Sie war überglücklich jetzt wieder ein Haustier zu haben, und dann auch noch ein so pflegeleichtes und zugleich nützliches.

Das Königs-Schwein ist jedoch immer etwas besonderes geblieben: Es hat eine ganz andere Wolle. Meine Idee ist, dass diese Wolle es besonders fotogen macht. Aber alles nur Theorie.

Keine Theorie sondern Tatsache ist, dass es vor kurzem einen Modelkontest gewonnen hat. Für den haekelschwein-Kalender 2011.
Und genau der ist heute hier eingetroffen. Der Star selbst war jedoch nicht anwesend, so dass sich mein Schwein bereiterklärte vor dem Kalender zu posieren:

Das haekelschwein gehört übrigens zu den „Persönlichkeiten“, die evetuell direkt vom web 2.0 profitiern…

Zwei Gedanken…

…zu der Stadt in der ich derzeit lebe:

Hier konnte es letztes Wochende nicht zu solchen Straßenüberflutungen kommen wie in Bochum und Essen:
Die Anwohner sind schließlich, wie bereits erwähnt, sehr auf die Laubentfernung aus. In meiner letzten Aufzählung habe ich den Herrn vergessen, der mit seinem Rasenmäher die Blätter vom Bürgersteig (NICHT von der Wiese!!!) entfernt hat.

Die Stadt scheint ein eigenes Programm zur Nachwuchsförderung zu haben:
In unregelmäßigen Abständen – in den letzten 3 Jahren immerhin 4 Mal – drehen die hier in den bereits dunklen Abendstunden einfach den Saft ab. Angeblich sollen Stromausfälle ja in engem Zusammenhang zu hohen Geburtenzahlen 9 Monate später stehen. (Gab es da nicht mal eine Geschichte aus New York?)
Mich wundert es: Immerhin funktioniert die Pille im Dunkeln genauso gut und ich wüsste auch nicht, was gegen die Verwendung von Kondomen im Dunkeln spricht…
Selbst in Hollywoodstreifen wird das Licht oft erst nach dem Akt wieder eingeschaltet…

Jede Gruppe hat ihren Stern

Gestern war ich zum ersten Mal seit dem Sommer wieder bei einem Konzert. Zum ersten Mal seit Februar 2009 in der Matrix Bochum.

Und es war perfekt!

Beweggrund dorthin zu fahren waren die Mono Inc. Auftritte beim Amphi Festival der letzten beiden Jahre. Sie gehörten jeweils zu den Highlights des Festivalwochendes.

Der erste „Stern“ begegnete mir schon am Eingang. Ein Komiker. Frauen haben doch bekanntlich eine Rechts-Links Schwäche! Da kann man(n) doch nicht einfach, obwohl sie sich sicher für links entschieden hat, noch hinterherrufen

Links!

Ist doch selbstverständlich, dass sie sich dann umdreht und nach rechts geht!

Die Dame an der Kasse führte mich dann durch einen glücklichen Zufall – wer kann sich denn über 1,5 Jahre hinweg merken, dass man dort nur am Ausgang mit Karte zahlen kann, die aber am Eingang unbedingt Bares sehen wollen – zu einer Gruppe, die noch eine Eintrittskarte übrig hatte. 5 Euro Ersparnis weil ich noch eben am Geldautomaten war.

So ganz alleine kommt man sich irgendwie aber doch recht komisch vor, wenn man sich in einer großen Menschenmenge nach vorne drängt. Was macht man also? Man geht bis da, wo man bequem hinkommt und wartet. Dann kam Olli (oder Oli?). Er drängte sich an mir vorbei und ich hängte mich an seine Fersen. Einfach mal hinterher. Ein Glücksgriff. Er ging zu zwei weiteren Leutchen und denen fiel es sofort auf, dass ihm jemand gefolgt war. Uuups 😉 Asyl für ein Konzert und noch ein wenig Gesellschaft im Anschluss.

Das Warten auf das eigentliche Objekt unserer Begierde – Mono Inc. – gestaltete sich nun dank Marina (die Dame in der Dreiergruppe) deutlich kurzweiliger. Frauen können sich mit Lästerei eben die Zeit am leichtesten vertreiben.
Da war zum Beispiel der Sänger der Vorband. Ganz offensichtlich hatte selbst er verstanden, dass nicht er der Star seiner Band war, sondern der Gitarrist. Dieser überzeugte uns mit einem gelungenen „Bottleneck-Solo“ und der Abwandlung seiner E-Gitarre in ein Schlaginstrument, dass man auch mit Drumsticks spielen kann. Währenddessen machte sich der Sänger jeweils durch eine in Richtung des langhaarigen Solisten zeigende Heldengeste wirklich zum Affen.

Um ca. 21:10 Uhr war es dann so weit:
Mono Inc. betrat mit einer Abwandlung ihres Songs „Voices of Doom“ als Intro die Bühne. Die Matrix begann zu brodeln. Zwischen den Köpfen vor mir konnte ich immer wieder einen Blick auf Katha Mia erhaschen. Katha Mia. Wunderbare Katha Mia! Kein Mann kann am Schlagzeug eine so gute Figur machen wie sie. Schneewittchen teilt Schläge aus. Aber eben nicht an die sieben Zwerge, sondern voller Begeisterung an ihr Drumset.
Als der Sänger, Martin Engler, nach einer wenige Sekunden dauernden Pause alleine mit einer Akustikgitarre auf die Bühne zurück kam, kochte die Menge. Er erzählte vom Liebeskummer, von Wodka der uns davon abhält ins Bett zu gehen und dann auch davon wieder aufzustehen. Davon, dass sich ein Liebespaar nicht in Freundschaft trennt. Und sang „Life Hates  You“. Ganz alleine. Nur mit seiner Gitarre. Und noch mehr Lieder über die Höhen und Tiefen der Liebe.
Diese kleine Akustik-Set wurde abgeschlossen durch „The Passenger“. Das war schon beim Amphi der Wahnsinn, aber in der Matrix funktionierte es so richtig!

La La La La LaLaLaLa, La La La La LaLaLaLa, La La La La LaLaLaLa LaLa

Mittlerweile kämpfte Marina mit ihrer Begeisterung und der Mähne ihres Vordermanns. Kein Stern der Herr.

Der absolute Höhepunkt war IHR Solo. Katha Mia. Wunderbare Katha Mia. Zuerst ganz alleine am Schlagzeug, dann ganz alleine an einer einzelnen „Trommel“ und wieder an ihrem Schlagzeug. Während der Gitarrist der Vorband mit einem Drumstick auf seine Gitarre einschlug, drehte sie den Spieß um. Ließ die Drumsticks einfach weg und bezauberte uns indem sie mit ihren bloßen Händen die tollsten Rhythmen zauberte. Interaktive Soli könnte man das nennen:

Als Mono Inc. irgendwann nach zwei heißen Stunden als allerletzte Zugabe, wie auch beim Amphi, „Get Some Sleep“ spielte, war ich absolut überhitzt, nass geschwitzt und unglaublich froh da gewesen zu sein!